Bank of Canada kämpft gegen anhaltende Inflation durch steigende Energiepreise
Vizechefin Carolyn Rogers warnt vor Inflationsrisiken durch den Nahostkonflikt und steigende Öl- und Gaspreise.

Die Bank of Canada hat sich klar positioniert: Die Zentralbank will verhindern, dass höhere Energiepreise infolge des Krieges im Iran eine langanhaltende Inflationsphase auslösen. Das erklärte Senior Deputy Governor Carolyn Rogers in Ottawa. Die Notenbank sieht in den gestiegenen Rohstoffkosten eine ernste Herausforderung für die Preisstabilität.
Die Verantwortlichen der kanadischen Zentralbank rechnen in den kommenden Monaten mit einem spürbaren Anstieg der Gesamtinflation. Ausgelöst wird dieser durch den jüngsten Preisschub bei Rohöl und Erdgas, der direkt mit dem Nahostkonflikt zusammenhängt. Damit droht die Inflation erneut über das Zielband der Bank of Canada zu steigen.
Inflation war zuletzt unter 2 Prozent gefallen
Das Timing ist besonders heikel: Die Gesamtinflation in Kanada war im Februar unter die Marke von 2% gesunken – genau der Zielwert der Zentralbank. Dieser Erfolg könnte nun durch externe Schocks zunichtegemacht werden. Für Notenbanken weltweit ist die Situation eine bekannte Herausforderung: Energiepreisschocks können sich über sogenannte Zweitrundeneffekte in der gesamten Wirtschaft festsetzen.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Kanada ein wichtiges Signal. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor ähnlichen Fragen, da steigende Energiepreise durch geopolitische Konflikte die Inflationsdynamik in vielen Volkswirtschaften beeinflussen. Die Bank of Canada gilt als Frühindikator für geldpolitische Reaktionen westlicher Notenbanken auf externe Preisschocks.
Rogers machte deutlich, dass die oberste Priorität der Bank of Canada der Schutz der Preisstabilität ist. Eine Verfestigung erhöhter Inflationserwartungen soll unter allen Umständen verhindert werden. Die Zentralbank behält sich damit weitere geldpolitische Maßnahmen vor, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.
