Bank of England senkt Gebühren für Liquiditätsfazilität deutlich
Die britische Zentralbank reformiert ihre Discount Window Facility und macht Liquiditätszugang für Banken erheblich günstiger.

Die Bank of England hat eine deutliche Senkung der Preise für ihre Discount Window Facility (DWF) angekündigt. Die Fazilität stellt Banken und Finanzinstituten kurzfristige Liquidität gegen Sicherheiten für Laufzeiten von bis zu 30 Tagen bereit. Ziel der Reform ist es, die DWF zu einem praktisch nutzbaren Instrument im täglichen Liquiditätsmanagement zu machen.
Bisher galt die variable Preisgestaltung der DWF als Haupthindernis für deren Nutzung. Marktanalysen zeigten, dass die alten Konditionen zu teuer waren, um mit privaten Marktfinanzierungen konkurrieren zu können. Die Bank räumt ein, dass der bisherige Ansatz die Rolle der Fazilität nicht effektiv unterstützt habe.
Neue Preisstruktur nach Sicherheitenkategorien
Die reformierte DWF arbeitet künftig mit festen Aufschlägen auf den Leitzins (Bank Rate), gestaffelt nach der Qualität der hinterlegten Sicherheiten:
- Kategorie A (höchste Qualität): 15 Basispunkte über dem Leitzins (bisher 25–41 Basispunkte)
- Kategorie B: 25 Basispunkte (bisher 50–75 Basispunkte)
- Kategorie C: 50 Basispunkte (bisher 75–150 Basispunkte)
Die Reduktionen sind damit erheblich – bei Kategorie-C-Sicherheiten sinkt der Aufschlag um bis zu zwei Drittel. Unternehmen haben bereits Sicherheiten im Wert von über 450 Milliarden Pfund bei der Bank hinterlegt, was auf hohes Potenzial für künftige Inanspruchnahmen hindeutet.
Die Änderungen stehen im Einklang mit einer breiteren Reformagenda der britischen Finanzaufsicht. Die Prudential Regulation Authority (PRA) hat in einer aktuellen Konsultation ausdrücklich anerkannt, dass Zentralbankfazilitäten als fester Bestandteil des Liquiditätsinstrumentariums von Banken gelten sollen. Die DWF-Reform folgt zudem auf eine Überprüfung der sogenannten Operational Standing Facility vom Dezember.
Repo-Markt wächst, Reserven nehmen ab
Parallel zur DWF-Reform schreitet der Übergang der Bank of England zu einem Repo-basierten, nachfragegesteuerten System voran. Repos stellen mittlerweile rund ein Viertel der Reserven bereit, mit kurzfristigen Repo-Volumen von regelmäßig rund 100 Milliarden Pfund und über 30 teilnehmenden Instituten pro Auktion.
Die Gesamtreserven der Banken bei der Bank of England liegen derzeit bei etwa 640 Milliarden Pfund – deutlich über dem von der Zentralbank bevorzugten Mindestbereich von 365 bis 515 Milliarden Pfund. Der Abbau erfolgt primär durch quantitative Straffung, also den schrittweisen Verkauf von Staatsanleihen (Gilts). Eine Fälligkeit im Januar führte zu einem geordneten Reserveabfluss von rund 20 Milliarden Pfund.
Das Term Funding Scheme mit KMU-Anreizen ist derweil weitgehend ausgelaufen: Der ausstehende Bestand beläuft sich nur noch auf 42 Milliarden Pfund, nach einem Höchststand von 193 Milliarden Pfund im Jahr 2021. Zur technischen Modernisierung entwickelt die Bank zudem das neue System SMARTS (Sterling Markets Auction and Repo Trading System), das ab 2027 für bilaterale Fazilitäten in Betrieb gehen soll.
