South32 senkt Mangan-Jahresprognose nach Zyklon Narelle um 6%
Regenfälle und Zyklon Narelle unterbrechen Betrieb in Australien – South32 warnt zudem vor steigenden Kosten durch Nahostkonflikt.

Der diversifizierte Bergbaukonzern South32 hat am 22. April seine Ganzjahresprognose für die australische Mangansparte gesenkt. Auslöser sind wetterbedingte Betriebsunterbrechungen sowie geopolitische Risiken, die die Kosten in die Höhe treiben. Das Unternehmen erwartet nun für das Geschäftsjahr 2026 eine Produktion von drei Millionen Tonnen in seiner australischen Mangansparte – ein Rückgang von mehr als 6% gegenüber der bisherigen Prognose.
Im März zwang der tropische Zyklon Narelle South32 dazu, den Betrieb in seiner Manganmine Gemco im Northern Territory vorübergehend einzustellen. Zusätzlich musste nicht betriebsnotwendiges Personal vom Standort evakuiert werden. Auch Regenfälle während der Regenzeit trugen zu den Unterbrechungen bei und belasteten die Produktionsleistung des Quartals.
Produktion im März-Quartal unter Analystenerwartungen
Im März-Quartal produzierte die australische Mangansparte 589.000 Tonnen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Ausstoß bei null gelegen, da die primäre Aufbereitungsanlage nach dem Aufbau von Lagerbeständen vor der Regenzeit stillgelegt worden war. Die südafrikanische Manganproduktion stieg trotz planmäßiger Wartungsarbeiten von 476.000 Tonnen im Vorjahreszeitraum auf 500.000 Tonnen.
Die gesamte Manganproduktion aus den australischen und südafrikanischen Betrieben belief sich im März-Quartal auf 1,09 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber den 476.000 Tonnen des Vorjahres. Dennoch verfehlte das Unternehmen die Konsensschätzung von Visible Alpha, die bei 1,25 Millionen Tonnen gelegen hatte.
Nahostkonflikt treibt Frachtkosten und Rohstoffpreise
Über die wetterbedingten Störungen hinaus warnte South32 vor den Folgen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Diese hätten bereits zu höheren weltweiten Frachtraten und gestiegenen Rohstoffpreisen geführt. Das Unternehmen rechnet damit, dass diese Faktoren die Betriebskosteninflation für den Rest des Geschäftsjahres antreiben werden.
„Wir haben in unseren Betrieben Maßnahmen ergriffen, um potenzielle Auswirkungen auf die Lieferkette infolge des Konflikts im Nahen Osten abzumildern", erklärte South32. „Obwohl wir derzeit keine Engpässe bei Dieselkraftstoff verzeichnen, beobachten wir die Situation weiterhin genau." Sollte der externe Druck anhalten, könnte dies laut Unternehmen zu einem Anstieg der betrieblichen Stückkosten bei den Projekten Worsley Alumina und Brazil Alumina führen.
South32 ist ein global aufgestellter Bergbaukonzern mit Aktivitäten in Australien, Südafrika und Südamerika. Mangan ist ein wichtiger Rohstoff für die Stahlproduktion und gewinnt zunehmend auch als Bestandteil von Batterien für Elektrofahrzeuge an Bedeutung. Die Kombination aus Wetterereignissen und geopolitischen Risiken verdeutlicht die Anfälligkeit des Rohstoffsektors gegenüber externen Schocks – ein Aspekt, den Anleger bei der Bewertung von Bergbauunternehmen berücksichtigen sollten.
