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Singapur erwartet schwächere Tourismuseinnahmen trotz steigender Besucherzahlen

Geopolitische Spannungen und globale Unsicherheiten belasten die Tourismusausgaben in Singapur – trotz Rekordpassagierzahlen am Flughafen Changi.

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Singapur erwartet schwächere Tourismuseinnahmen trotz steigender Besucherzahlen

Das Singapore Tourism Board (STB) prognostiziert für 2026 Tourismuseinnahmen zwischen 31 Milliarden und 32,5 Milliarden Singapur-Dollar – umgerechnet rund 24 bis 25,6 Milliarden US-Dollar. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Rekordwert von 32,8 Milliarden Singapur-Dollar aus dem Vorjahr. Gleichzeitig soll die Zahl der internationalen Ankünfte auf 17 bis 18 Millionen steigen, nach 16,9 Millionen im Jahr 2025.

Der Stadtstaat gilt seit Langem als Gradmesser für die Weltwirtschaft. Die Abschwächung der Ausgaben trotz wachsender Besucherzahlen verdeutlicht ein zentrales Dilemma: Mehr Touristen geben weniger Geld aus. STB-Vorstandsvorsitzende Melissa Ow sprach auf der jährlichen Branchenkonferenz von einer „gedämpften Nachfrage in den kommenden Monaten" und verwies auf die Belastungen durch Konflikte im Nahen Osten.

Trotz eines Anstiegs der Besucherzahlen um 3 Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr bleibt die Behörde vorsichtig. Ow betonte jedoch, dass Singapurs Veranstaltungskalender trotz der Flugunterbrechungen im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten „sehr widerstandsfähig" geblieben sei.

Singapur als globales Reise- und Veranstaltungsdrehkreuz

Singapur hat sich in den vergangenen Jahren als bedeutendes Zentrum für Geschäftsreisen und hochkarätige Veranstaltungen etabliert. Der Stadtstaat war Gastgeber des Großen Preises von Singapur der Formel 1 sowie von Konzerten internationaler Megastars wie Taylor Swift, Coldplay und Blackpink. Für Dezember ist zudem ein viertägiger Aufenthalt der südkoreanischen Boyband BTS geplant, der die Tourismusnachfrage zusätzlich stützen soll.

Im Jahr 2025 passierte eine Rekordzahl von 70 Millionen Passagieren den Flughafen Changi – ein Beleg für die anhaltende Bedeutung Singapurs als regionaler Knotenpunkt. Laut STB machte der Tourismus im Jahr 2024 rund 6 Prozent der Dienstleistungsexporte des Landes aus.

Die Global Business Travel Association (GBTA) warnt unterdessen vor anhaltenden Risiken für die internationale Reisebranche. Geopolitische Spannungen und höhere Treibstoffkosten sorgten für Instabilität auf den weltweiten Reisemärkten, so die Organisation. GBTA-CEO Suzanne Neufang erklärte gegenüber CNBC, dass sich Geschäftsreisen weltweit noch nicht vollständig auf das Niveau vor der Pandemie erholt hätten, während die Reisekosten weiterhin erhöht blieben. Auf den asiatisch-pazifischen Raum entfallen laut GBTA mehr als 40 Prozent der weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen.

Langfristige Strategie und Milliardeninvestitionen

Singapur setzt trotz kurzfristiger Herausforderungen auf eine ambitionierte Langfritstrategie. Die „Tourism 2040"-Strategie zielt darauf ab, die Tourismuseinnahmen bis 2040 auf 47 bis 50 Milliarden Singapur-Dollar zu steigern. Ow betonte, dass geopolitische oder wirtschaftliche „Schwankungen" zwar unvermeidlich seien, Singapurs Tourismusstrategie aber noch „eineinhalb Jahrzehnte vor sich" habe.

Die für Handelsbeziehungen zuständige Ministerin Grace Fu kündigte auf der Branchenkonferenz an, dass die Regierung in den nächsten fünf Jahren weitere 740 Millionen Singapur-Dollar in den Tourism Development Fund investieren werde – zusätzlich zu den mehr als 300 Millionen Singapur-Dollar, die bereits 2024 angekündigt wurden. Weitere 5 Millionen Singapur-Dollar sollen im Rahmen eines separaten Fonds bereitgestellt werden, um Tourismusunternehmen bei der Erschließung neuer Märkte zu unterstützen und finanzielle Risiken der Expansion zu verringern.

Kreuzfahrtsektor als wachsendes Standbein

Angesichts der Störungen im Luftraum über dem Nahen Osten und volatiler Kerosinpreise setzt Singapur verstärkt auf den Kreuzfahrttourismus. Die Disney Adventure – das größte Schiff der Disney-Kreuzfahrtflotte und das erste außerhalb der USA stationierte Schiff des Konzerns – nahm am 3. März den Betrieb von Singapur aus auf. Im Jahr 2025 verzeichnete der Kreuzfahrtsektor bereits 375 Schiffsanläufe und mehr als 2 Millionen Passagiere.

Zum 15. Juli plant Singapur zudem die Eröffnung eines neuen Kreuzfahrt- und Fährterminals, das über eine VIP-Lounge und ein automatisiertes Gepäckabfertigungssystem verfügen wird. Parallel dazu kündigte Singapur eine dreijährige Partnerschaft mit der südkoreanischen Drama-Produktionsfirma Mr Romance an. Die erste gemeinsame Produktion „Buy King" wird in Singapur gedreht und soll die internationale Sichtbarkeit des Stadtstaates als Reiseziel weiter stärken.

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