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Sherritt International kämpft mit akuten Problemen wegen US-Kuba-Sanktionen

Das kanadische Bergbauunternehmen steht nach dem US-Sanktionsdekret vom 1. Mai vor operativen, finanziellen und rechtlichen Schwierigkeiten in Kuba.

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Sherritt International kämpft mit akuten Problemen wegen US-Kuba-Sanktionen

Sherritt International Corporation, eines der größten ausländischen Unternehmen in Kuba, warnt vor ernsthaften Schwierigkeiten infolge des US-Sanktionsdekrets vom 1. Mai. Das kanadische Bergbauunternehmen sieht sich mit akuten operativen, finanziellen und rechtlichen Herausforderungen konfrontiert – darunter auch die Fähigkeit, seine Kreditklauseln (Debt Covenants) einzuhalten. Die Lage ist ernst und eine schnelle Lösung nicht in Sicht.

Das US-Dekret richtet sich gegen nahezu alle nicht-amerikanischen Staatsbürger und Unternehmen, die Geschäfte auf der kommunistisch geführten Insel betreiben. Kuba unterliegt bereits seit den 1960er-Jahren umfassenden Wirtschaftssanktionen der USA. Die neuen Maßnahmen zielen auf Schlüsselsektoren wie Verteidigung, Bergbau, Finanzen und Sicherheit ab – Bereiche, in denen Sherritt direkt aktiv ist.

Sherritt baut im Osten Kubas Kobalt und Nickel ab und verarbeitet die Metalle anschließend in seiner Raffinerie in der kanadischen Provinz Alberta. Das Unternehmen unterhält ein Joint Venture mit der General Nickel Company of Cuba, das nun im Zentrum der Auseinandersetzung steht.

Keine Auflösung des Joint Ventures – vorerst

Nach Konsultationen mit Beratern, Stakeholdern und zuständigen Regierungsbehörden hat Sherritt entschieden, die Schritte zur Auflösung und zum Verzicht auf seine Interessen in Kuba – einschließlich der Auflösung des Joint Ventures – nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen hält das Unternehmen die Aussetzung seiner direkten Beteiligung an den Aktivitäten des Joint Ventures aufrecht. Man wolle weiterhin mit Stakeholdern und Beratern zusammenarbeiten, um geeignete Schritte zur Umsetzung des US-Dekrets einzuleiten.

Zusätzlich wurde Sherritt auf vorläufiger Basis eine potenzielle werterhaltende Gelegenheit präsentiert, die das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit seinen Beratern prüft. Das Unternehmen betont jedoch ausdrücklich, dass keine Gewähr dafür übernommen werden kann, dass solche Schritte oder Transaktionen realisiert werden oder zeitnah erfolgen. Zeitplan, Struktur und Bedingungen seien komplex und noch nicht abschließend festgelegt.

Treibstoffblockade verschärft die Lage

Der Druck auf Kuba hat sich in den vergangenen Monaten massiv erhöht. Bereits im Februar hatte Sherritt nach einer faktischen Treibstoffblockade gegen die Insel eine vorübergehende Einstellung seiner kubanischen Aktivitäten angekündigt, wie Bloomberg berichtete. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Januar Maßnahmen gegen den Anführer Venezuelas ergriffen – Kubas wichtigstem Verbündeten – und anschließend alle bis auf einen russischen Tanker an der Öllieferung auf die Insel gehindert.

Diese Blockade verschärfte die ohnehin chronischen Stromausfälle auf der Insel erheblich und führte zu einem weitreichenden Mangel an Benzin, Diesel und Kerosin. Laut Bloomberg verfolgt Trump mit dem massiven wirtschaftlichen Druck das Ziel, die kubanische Regierung nach 67 Jahren Einparteienherrschaft zu destabilisieren.

Für Sherritt bedeutet die aktuelle Lage eine existenzielle Belastungsprobe. Das Unternehmen steht zwischen den Anforderungen des US-Dekrets und seinen langjährigen Verpflichtungen gegenüber dem kubanischen Staat. Wie und wann eine Lösung gefunden werden kann, bleibt nach aktuellem Stand offen.

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