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Sherritt-Aktie bricht um 30 Prozent nach US-Kuba-Sanktionen ein

Neue US-Sanktionen gegen Kubas Bergbausektor zwingen den kanadischen Konzern Sherritt zur sofortigen Aussetzung aller Kuba-Aktivitäten.

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Sherritt-Aktie bricht um 30 Prozent nach US-Kuba-Sanktionen ein

Die Aktien von Sherritt International (TSX: S) sind am Donnerstag um bis zu 30 Prozent eingebrochen. Auslöser ist die Entscheidung des kanadischen Bergbaukonzerns, seine direkte Beteiligung an allen Joint-Venture-Aktivitäten in Kuba mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Hintergrund sind weitreichende neue US-Sanktionen, die gezielt auf den Metall- und Bergbausektor der Karibikinsel abzielen.

Das in Toronto ansässige Unternehmen teilte mit, es hole kanadische Mitarbeiter aus Kuba zurück. Die Aktie notierte am Nachmittag in Toronto bei rund 17 kanadischen Cents. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf nur noch rund 120,7 Millionen kanadische Dollar – nach einem Kursverlust von fast 72 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

Gleichzeitig gab Sherritt bekannt, dass drei Mitglieder des Vorstands – Brian Imrie, Richard Moat und Brett Richards – ihre Ämter niedergelegt haben. Das Unternehmen will in der kommenden Woche seinen Gewinnbericht vorlegen.

Geopolitischer Schlag durch Trump-Sanktionen

Sherritt erklärte, das Unternehmen sei im Rahmen der neuen Maßnahmen der Trump-Administration nicht formell namentlich benannt worden. Dennoch schaffe „allein der Erlass der Durchführungsverordnung Bedingungen, die die Fähigkeit des Unternehmens, den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, wesentlich beeinträchtigen". Das Unternehmen betonte, es unternehme „Schritte, um seine Mitarbeiter zu schützen und Werte zu erhalten, wo dies möglich ist".

Die Einstellung des Betriebs markiert eine dramatische Eskalation der wirtschaftlichen Isolation Kubas durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Bereits im Januar hatten die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro unter Druck gesetzt, woraufhin venezolanische Öllieferungen nach Kuba gestoppt wurden. Trump unterzeichnete zudem eine Durchführungsverordnung, die Zölle für jedes Land vorsieht, das Öl an Kuba verkauft oder liefert.

Am 1. Mai weiteten die USA die Sanktionen auf ausländische Akteure aus, die in Kuba in den Bereichen Metall und Bergbau, Energie, Verteidigung, Finanzdienstleistungen und Sicherheit tätig sind. Diese Ausweitung trifft Sherritt ins Mark: Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten mit einer 50-prozentigen Beteiligung am Nickel- und Kobalt-Joint-Venture Moa sowie einer Drittelbeteiligung am kubanischen Stromerzeuger Energas S.A. eng mit Kuba verflochten.

Raffinerie in Kanada vorerst noch in Betrieb

Sherritt hatte bereits im Februar gewarnt, dass dem Betrieb in Moa der Treibstoff auszugehen drohe, nachdem die venezolanischen Öllieferungen nach Kuba eingestellt worden waren. Die Raffinerie des Unternehmens im kanadischen Fort Saskatchewan in der Provinz Alberta, die kubanisches Nickel- und Kobalt-Vormaterial verarbeitet, bleibt vorerst in Betrieb. Allerdings wird erwartet, dass die vorhandenen Vorräte bis Mitte Juni aufgebraucht sein werden.

Die engen Verbindungen von Sherritt zu Kuba sind nicht neu und haben das Unternehmen seit langem in Konflikt mit Washington gebracht. Der US-amerikanische Helms-Burton Act ist dabei ein zentrales Instrument, das ausländische Investitionen in Kuba einschränken soll. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark geopolitische Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf börsennotierte Bergbauunternehmen haben können – selbst wenn diese nicht direkt in den Sanktionslisten aufgeführt sind.

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