Glencore verkauft Kongo-Minen-Beteiligung an US-Fonds für Milliarden
Orion Critical Mineral Consortium übernimmt 40 Prozent an strategischen Kupfer- und Kobaltprojekten

Ein von der US-Regierung unterstützter Investmentfonds hat sich mit dem Schweizer Rohstoffriesen Glencore auf den Kauf einer 40-prozentigen Beteiligung an dessen Kupfer- und Kobaltminen in der Demokratischen Republik Kongo geeinigt. Die Transaktion hat ein Volumen im Milliardenbereich und markiert die erste große US-Investition in dem zentralafrikanischen Staat seit dem strategischen Mineralienabkommen zwischen Washington und Kinshasa im Dezember 2025.
Das Orion Critical Mineral Consortium – ein Zusammenschluss aus Orion Capital Partners, der US International Development Finance Corporation und dem Staatsfonds ADQ aus Abu Dhabi – gab am Dienstag bekannt, eine unverbindliche Vereinbarung über die Transaktion getroffen zu haben. Die Unternehmen bewerten die betroffenen Vermögenswerte Mutanda Mining und Kamoto Copper Company mit insgesamt rund 9 Milliarden US-Dollar.
Orion CMC wird 40 Prozent von Glencores Beteiligungen an diesen beiden Gesellschaften übernehmen. Glencore hält derzeit 95 Prozent an Mutanda Mining und 70 Prozent an Kamoto Copper Company. Die Minen bleiben unter der operativen Führung von Glencore, während Orion das Recht erhält, seinen Anteil an der Produktion zu vermarkten.
Strategische Bedeutung für Washington
Der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau bezeichnete die geplante Transaktion als Spiegelbild der "Kernziele des Strategischen Partnerschaftsabkommens zwischen den USA und der DRK". Washington hatte Kupfer im vergangenen Jahr auf die Liste der kritischen Mineralien gesetzt und strebt danach, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren.
Die Vereinbarung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da sich hochrangige Vertreter der DR Kongo in Washington zu einem Ministertreffen über kritische Mineralien versammeln. Für Orion CMC ist es die erste große Investition seit der Gründung des Konsortiums Ende 2025. Die USA drängen parallel auf eine Übernahme des in der DR Kongo tätigen Bergbauunternehmens Chemaf durch ein Konsortium mit Virtus Resources und Orion.
Geopolitischer Wettlauf um Rohstoffe
Die DR Kongo verfügt über bedeutende Vorkommen an Kupfer und Kobalt – beides essenzielle Rohstoffe für die Energiewende und Elektromobilität. Das Land ist auf der geopolitischen Agenda nach oben gerückt, seit sich der internationale Wettlauf um kritische Mineralien intensiviert hat. China dominiert bislang die Lieferketten dieser Rohstoffe.
Die letzte vergleichbare US-Investition in dem afrikanischen Staat erfolgte 2016, als Freeport-McMoRan eine kontrollierende Beteiligung an seinen kongolesischen Minen an den chinesischen Bergbaukonzern CMOC verkaufte. Kupferpreise haben in den vergangenen Monaten aufgrund von Befürchtungen über Lieferunterbrechungen und künftige Engpässe mehrere Rekordhöhen erreicht.
Die Nachricht kommt zeitgleich mit Spekulationen über eine mögliche Mega-Fusion zwischen Glencore und dem Konkurrenten Rio Tinto, die den weltweit größten Bergbaukonzern schaffen würde. Glencore und Orion kündigten zudem an, bei weiteren Projekten entlang des afrikanischen Kupfergürtels zusammenarbeiten zu wollen.
