Senator Tillis sieht Grundlage für Powells Verbleib bei der Fed
Tillis unterstützt Powells vorübergehenden Verbleib im Fed-Board nach Amtsende als Vorsitzender am 15. Mai.

Senator Thom Tillis (Republikaner, North Carolina) hat sich am Montagabend gegenüber Reportern dafür ausgesprochen, dass Fed-Chef Jerome Powell nach dem Ablauf seiner Amtszeit als Vorsitzender weiterhin im Board der US-Notenbank verbleiben kann. Tillis erklärte, er verstehe die „rationale Grundlage" für diesen Schritt – zumindest so lange, bis offene Fragen vollständig geklärt seien. Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet offiziell am 15. Mai.
Die Aussage des Senators kommt nur einen Tag nach einer weiteren wichtigen Entscheidung: Am Sonntag hatte Tillis angekündigt, die Bestätigung von Kevin Warsh als neuem Fed-Vorsitzenden zu unterstützen. Damit räumte er nach eigenen Angaben die letzte verbliebene Hürde für die Nominierung eines neuen Notenbankchefs aus dem Weg.
Untersuchung als zentraler Streitpunkt
Tillis hatte sich bislang konsequent geweigert, Fed-Nominierungen zu unterstützen, solange eine laufende Untersuchung anhängig war. Diesen langjährigen Widerstand legte er nun ab – nachdem das Justizministerium am Freitag die Aussetzung der betreffenden Untersuchung bekanntgegeben hatte. Zusätzlich wurde auf eine noch ausstehende Prüfung durch den Generalinspekteur der Fed verwiesen.
Tillis erklärte, dass ihn die Zusicherungen des Justizministeriums zu diesen Punkten überzeugt hätten. Der Verweis auf die Prüfung durch den Generalinspekteur der Fed spielte dabei eine entscheidende Rolle für seinen Sinneswandel. Erst mit diesen Garantien war er bereit, seine Blockadehaltung aufzugeben und die Bestätigung von Warsh aktiv zu unterstützen.
Bedeutung für die US-Geldpolitik
Für deutsche Anleger und Beobachter der internationalen Finanzmärkte ist die Personalie an der Spitze der US-Notenbank von erheblicher Bedeutung. Die Federal Reserve beeinflusst mit ihrer Zinspolitik nicht nur die amerikanische Wirtschaft, sondern wirkt sich direkt auf globale Kapitalströme, Wechselkurse und damit auch auf europäische Märkte aus. Ein reibungsloser Übergang an der Fed-Spitze gilt daher als wichtiges Signal für die Stabilität der Geldpolitik.
Kevin Warsh, der als Nachfolger von Powell gehandelt wird, ist kein Unbekannter in der Finanzwelt. Er war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Fed-Boards und gilt als erfahrener Zentralbanker. Seine mögliche Bestätigung durch den Senat rückt nun näher, nachdem Tillis seinen Widerstand aufgegeben hat.
Die Entwicklungen rund um die Fed-Führung werden an den Märkten genau beobachtet. Unsicherheiten über die künftige Ausrichtung der US-Geldpolitik können erhebliche Schwankungen an den Aktien- und Anleihemärkten auslösen. Der nun eingeschlagene Weg hin zu einer geordneten Übergabe an der Fed-Spitze dürfte daher von Investoren weltweit begrüßt werden.
