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Brasiliens Wirtschaftsaktivität sinkt im Juli um 0,2 Prozent

Der IBC-Br-Index der Zentralbank fällt stärker als erwartet – zweiter Monat mit Rückgang.

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Brasiliens Wirtschaftsaktivität sinkt im Juli um 0,2 Prozent

Die brasilianische Wirtschaftsaktivität ist im Juli saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das zeigt ein am Mittwoch veröffentlichter Index der Zentralbank, der IBC-Br-Index, der als Proxy für das Bruttoinlandsprodukt dient. Der Rückgang übertraf die Prognosen der Ökonomen, die in einer Umfrage lediglich einen Rückgang von 0,1 Prozent erwartet hatten.

Es ist der zweite Monat in Folge mit einem Kontraktionstrend für die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Bereits im Juni hatte die Zentralbank eine revidierte Abnahme von 0,9 Prozent verzeichnet. Die hohen Kreditkosten belasten weiterhin die Wirtschaftsaktivität im Land.

Agrar- und Industriesektor als Bremsklötze

Der IBC-Br-Index zeigte im Juli den Agrarsektor als Hauptnegativfaktor mit einem Rückgang von 1,2 Prozent. Auch der Industriesektor schrumpfte um 0,4 Prozent. Der Dienstleistungssektor, der das Rückgrat der brasilianischen Wirtschaft bildet, blieb hingegen unverändert.

Auf Jahressicht konnte der IBC-Br-Index im Juli dennoch um 1,1 Prozent zulegen. Die monatlichen Rückgänge der letzten beiden Monate deuten jedoch auf eine konjunkturelle Abkühlung hin.

Zinspolitik im Fokus

Die brasilianische Zentralbank hat ihren Leitzins bei den letzten vier Sitzungen jeweils um 25 Basispunkte gesenkt und ihn damit auf 14 Prozent gebracht. Die Realzinsen des Landes gehören weiterhin zu den höchsten weltweit. Die Entscheidungsträger sollten ihre nächste Zinsentscheidung später am Mittwoch bekannt geben, wobei Ökonomen eine weitere Senkung um 25 Basispunkte auf 13,75 Prozent prognostizieren.

Andres Abadia, Chef-Lateinamerika-Ökonom bei Pantheon Macroeconomics, kommentierte die Lage: „Die Wachstumsdaten sprechen zunehmend für niedrigere Zinsen; der Inflationshintergrund spricht dafür, dies schrittweise zu erreichen.“

Ausblick für Anleger

Für deutsche Anleger bleibt Brasilien ein wichtiger Schwellenmarkt, dessen konjunkturelle Entwicklung eng mit der Rohstoffnachfrage und der globalen Zinslandschaft verknüpft ist. Die anhaltend hohen Zinsen in Brasilien machen Anleihen des Landes zwar attraktiv, belasten aber gleichzeitig die Binnenkonjunktur. Die weitere Entwicklung des IBC-Br-Index wird zeigen, ob sich die wirtschaftliche Abkühlung fortsetzt oder ob die erwarteten Zinssenkungen eine Trendwende einleiten können.

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