Schweden vor historischer Zitterpartie bei knappster Wahl aller Zeiten
Schwedens Parlamentswahl ist die knappste aller Zeiten – die Entscheidung fällt erst in Tagen.

Schweden erlebt eine historische Zitterpartie: Die Parlamentswahl am 13. September ist die knappste in der Geschichte des Landes. Nach Auszählung fast aller Stimmen zeichnet sich noch immer kein eindeutiger Sieger ab. Die Entscheidung wird erst in den kommenden Tagen fallen, wenn die verspätet eingegangenen Stimmzettel und die Stimmen aus dem Ausland vollständig ausgezählt sind.
Beamte zählen noch immer die Stimmzettel an den Wahlurnen in Stockholm und im ganzen Land. Die Spannung ist enorm. Zu Beginn der Wahlnacht deuteten Exit-Polls noch darauf hin, dass das Mitte-links-Bündnis auf Kurs war, die Macht zurückzugewinnen. Doch bis zum Morgen schmolz der Vorsprung auf lediglich drei Sitze zusammen. Damit bleibt ein Szenario offen, in dem die regierende Koalition knapp vorn liegt.
Ein Déjà-vu und eine historische Zäsur
Ein ähnliches Ereignis gab es bereits im Jahr 2022, als die Auszählung ebenfalls tagelang dauerte. Doch diesmal geht es um mehr als nur um die Machtfrage. Sollte die konservative Regierungskoalition ihren knappen Vorsprung ins Ziel retten, stünde eine politische Sensation bevor: Die bisher lange ausgeschlossene rechtsextreme Partei würde erstmals einer Regierung beitreten.
Dieser Schritt wäre eine Zäsur für die schwedische Politik, die jahrzehntelang eine Brandmauer gegen rechtsradikale Kräfte aufrechterhielt. Die Unsicherheit über den Wahlausgang belastet nicht nur die politische Stimmung im Land, sondern sorgt auch an den Finanzmärkten für Zurückhaltung. Anleger warten ab, welche Koalition sich letztlich durchsetzen wird und welche wirtschaftspolitischen Weichenstellungen zu erwarten sind.
Die entscheidenden Tage
Die schwedische Wahlbehörde hat angekündigt, dass die endgültigen Ergebnisse frühestens in einigen Tagen vorliegen werden. Grund sind die Briefwahlstimmen und die Stimmen der im Ausland lebenden Schweden, die traditionell erst mit Verzögerung eintreffen. Diese Stimmen könnten das Zünglein an der Waage sein.
Für die schwedischen Wähler bedeutet dies eine Geduldsprobe. Die politische Landschaft des Landes könnte sich grundlegend verändern – unabhängig davon, ob das Mitte-links-Bündnis oder die konservative Koalition mit Unterstützung der Rechtsextremen die Regierung stellt. Die kommenden Tage werden zeigen, in welche Richtung sich Schweden bewegt.
