Schneider Electric kauft Smart-Home-Firma Shelly für 1,4 Milliarden Dollar
Der französische Elektrotechnikkonzern übernimmt die bulgarische Shelly Group und bietet 70 Euro je Aktie.

Schneider Electric SE hat sich auf die Übernahme der Shelly Group SE geeinigt. Der französische Elektrotechnikkonzern kauft damit einen Hersteller von Smart-Home-Geräten aus Bulgarien. Die Transaktion bewertet das Unternehmen mit rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar – und zwar ohne Schulden (Enterprise Value).
Wie Schneider Electric in einer Erklärung mitteilte, will das Unternehmen ein Übernahmeangebot zu 70 Euro pro Aktie vorlegen. Damit bestätigte der Konzern einen früheren Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg News. Die Ankündigung markiert einen weiteren Schritt der Konsolidierung im wachsenden Markt für vernetzte Hausgeräte.
Die Aktie der Shelly Group reagierte deutlich auf die Nachricht. Um 9:25 Uhr notierte das Papier in Frankfurt 4,9 Prozent höher bei 67,60 Euro. Das Kursniveau liegt damit rund 20 Prozent über dem Stand von Ende Juli – also kurz bevor Bloomberg über laufende Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen berichtet hatte.
Was hinter dem Deal steckt
Mit der Übernahme sichert sich Schneider Electric Zugang zu einem Anbieter, der auf smarte Geräte für das vernetzte Zuhause spezialisiert ist. Shelly ist in Bulgarien beheimatet und damit ein Unternehmen aus einem Markt, der im europäischen Technologieumfeld zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für Schneider Electric, einen der weltweit führenden Anbieter von Energiemanagement- und Automatisierungslösungen, ergänzt der Zukauf das bestehende Portfolio im Bereich der intelligenten Gebäudetechnik.
Der Angebotspreis von 70 Euro je Aktie liegt über dem aktuellen Kursniveau von 67,60 Euro. Solche Aufschläge sind bei Übernahmeangeboten üblich, da sie Aktionäre zum Verkauf ihrer Anteile bewegen sollen. Die Bewertung von 1,2 Milliarden Euro ohne Schulden gibt Anlegern zudem einen klaren Maßstab für die Größenordnung der Transaktion.
Für deutsche Privatanleger ist der Vorgang vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie strategische Käufer derzeit den Markt für Smart-Home-Technologie einschätzen. Große Industriekonzerne bauen ihre Kompetenzen im Bereich vernetzter Energielösungen aus, da Haushalte zunehmend auf intelligente Steuerung von Stromverbrauch und Geräten setzen.
Kursreaktion und Marktkontext
Die Kursentwicklung der Shelly-Aktie spiegelt die Erwartungen der Anleger wider. Bereits vor der offiziellen Bestätigung hatte der Bericht über Verhandlungen den Kurs getrieben. Der Anstieg um 4,9 Prozent am Handelstag selbst fiel vergleichsweise moderat aus, da der Markt die Übernahme nach den vorangegangenen Spekulationen bereits teilweise eingepreist hatte.
Der Abstand zwischen dem aktuellen Kurs von 67,60 Euro und dem Angebotspreis von 70 Euro ist gering. Dies deutet darauf hin, dass Investoren die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses als hoch einschätzen. Gleichzeitig bleibt bis zur formellen Annahme des Angebots durch die Aktionäre ein Restrisiko bestehen.
Der Deal unterstreicht den anhaltenden Trend zu Übernahmen im Technologie- und Gebäudeautomationssektor. Schneider Electric positioniert sich damit weiter als Anbieter ganzheitlicher Lösungen für Energie und Vernetzung – vom industriellen Umfeld bis in private Haushalte.
