Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline nimmt Ölexporte nach Reparaturen wieder auf
Nach Drohnenangriffen zu Monatsbeginn fließt wieder Öl durch die bedeutende Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens.

Saudi-Arabien hat den Export von Öl über eine wichtige landesweite Pipeline wieder aufgenommen. Zuvor war ein beschädigter Abschnitt repariert worden, nachdem es zu Beginn des Monats Drohnenangriffe auf die Leitung gegeben hatte. Dies berichtet eine mit den Umständen vertraute Person. Die Ost-West-Pipeline spielt eine zentrale Rolle für den Transport von Rohöl in dem Königreich.
Die Fördermengen durch die Leitung beliefen sich nach Angaben einer weiteren Person auf etwa 3,5 Millionen Barrel pro Tag. Beide Quellen baten darum, ihre Namen nicht zu nennen, da die Informationen nicht öffentlich sind. Konkrete Angaben zu den Reparaturarbeiten selbst oder zum genauen Zeitpunkt der vollständigen Wiederinbetriebnahme machten die Personen nicht.
Die Pipeline verfügt über eine Gesamtkapazität von rund 7 Millionen Barrel pro Tag. Typischerweise sind davon etwa 5 Millionen Barrel täglich für den Export vorgesehen. Zwischen der aktuell erreichten Fördermenge von 3,5 Millionen Barrel und der möglichen Exportkapazität besteht damit weiterhin eine Lücke. Die Reparaturen konnten den Angaben zufolge den beschädigten Abschnitt instand setzen, der auf den Drohnenangriff vom 13. September zurückging.
Bedeutung für den Ölmarkt
Die Wiederaufnahme der Exporte über die Ost-West-Pipeline ist für den internationalen Ölmarkt von Gewicht. Saudi-Arabien zählt zu den größten Rohölproduzenten der Welt, und Pipelines bilden neben dem Seetransport einen wichtigen Kanal für die Ausfuhr. Fällt eine derartige Verbindung teilweise aus, kann dies die Lieferketten und damit auch die Preisbildung an den Energiemärkten beeinflussen.
Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem vor dem Hintergrund der Energiesicherheit interessant. Deutschland bezieht zwar kein Rohöl direkt aus Saudi-Arabien in großem Umfang, doch die globalen Ölpreise wirken sich über die Importkosten indirekt auf die hiesige Wirtschaft und die Inflation aus. Störungen in der Lieferkette eines wichtigen Produzenten können Preisschwankungen verstärken, die bis an die Zapfsäulen und in die Industrie durchschlagen.
Die Angaben der beiden namentlich nicht genannten Personen sind bislang nicht offiziell bestätigt. Der Umstand, dass die Informationen nicht öffentlich sind, unterstreicht die Sensibilität solcher Betriebsdaten. Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung aufmerksam, da sie Rückschlüsse auf die tatsächliche Exportkraft Saudi-Arabiens zulassen.
Ob die Fördermenge durch die Pipeline zeitnah wieder das übliche Exportniveau von rund 5 Millionen Barrel pro Tag erreicht, blieb zunächst offen. Ebenso unklar ist, inwieweit die Drohnenangriffe vom Monatsbeginn dauerhafte Folgen für den Betrieb der Leitung haben könnten. Weitere offizielle Stellungnahmen des Königreichs lagen zunächst nicht vor.
