Saudi-Arabien will Ölpipeline nach Drohnenangriff teilweise reaktivieren
Nach Drohnenangriffen soll die Pipeline-Kapazität innerhalb weniger Tage auf die Hälfte steigen.

Saudi-Arabien arbeitet mit Hochdruck daran, die Kapazität seiner wichtigsten landesweiten Ölleitung nach einem Drohnenangriff wieder hochzufahren. Wie eine mit den Vorgängen vertraute Person mitteilte, soll die Pipeline innerhalb weniger Tage wieder etwa die Hälfte ihrer ursprünglichen Kapazität erreichen. Der Transportweg war in der vergangenen Woche durch Drohnenangriffe unterbrochen worden.
Die staatliche Saudi Aramco konzentriert sich nach Angaben der Quelle darauf, eine beschädigte Strecke zu umgehen. Dadurch werde es möglich, einen Teil der Leitungsleistung wieder in Betrieb zu nehmen. Die Quelle sprach aus Datenschutzgründen ohne Nennung ihres Namens.
Wiederherstellung in zwei Phasen
Der Plan des saudischen Ölkonzerns sieht eine zweistufige Wiederherstellung vor. Zunächst soll die Leitung innerhalb weniger Tage zur Hälfte laufen. Die volle Leistungsfähigkeit der Pipeline strebt Aramco eigenen Angaben zufolge innerhalb von etwa sechs Wochen an.
Die Pipeline gehört zu den wichtigsten Öltransportwegen des Königreichs. Saudi-Arabien ist der größte Rohölexporteur der Welt und einer der einflussreichsten Akteure innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Ein längerer Ausfall der Leitung hätte potenziell weitreichende Folgen für die globalen Ölmärkte.
Der Drohnenangriff auf die saudische Ölinfrastruktur zeigt einmal mehr die Verwundbarkeit kritischer Energieinfrastruktur in der Region. Bereits in der Vergangenheit hatten Angriffe auf saudische Ölanlagen zeitweise zu erheblichen Produktionsausfällen geführt und die Ölpreise weltweit in die Höhe getrieben.
Saudi Aramco selbst hat sich bislang nicht offiziell zu den genauen Zeitplänen der Reparaturarbeiten geäußert. Die Informationen stammen ausschließlich von der mit der Situation vertrauten Person. Marktbeobachter dürften die Entwicklung in den kommenden Tagen genau verfolgen, da jede Verzögerung bei der Wiederinbetriebnahme die Ölpreise beeinflussen könnte.
Für deutsche Anleger ist die Lage relevant, da steigende Ölpreise direkte Auswirkungen auf die Inflation und die Energiepreise in Europa haben können. Zudem sind viele deutsche Unternehmen im Nahen Osten engagiert und könnten von geopolitischen Spannungen in der Region betroffen sein.
