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Sandoz senkt Umsatzprognose und hebt zugleich Gewinnmarge an

Der Schweizer Generika-Hersteller reagiert auf Lieferengpässe bei Biosimilars und passt seine Jahresprognose an.

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Sandoz senkt Umsatzprognose und hebt zugleich Gewinnmarge an

Der Schweizer Generika-Hersteller Sandoz hat am Mittwoch seine Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr gesenkt und gleichzeitig die Erwartungen für die Kern-Gewinnmarge angehoben. Grund dafür sind kurzfristige Engpässe in der Biosimilar-Lieferkette, die die Ergebnisse im dritten Quartal belastet hatten. Die Aktie des Unternehmens dürfte auf diese gemischte Nachrichtenlage reagieren, da Anleger zwischen schwächerem Wachstum und besserer Profitabilität abwägen müssen.

Konkret erwartet Sandoz nun, dass der Nettoumsatz zu konstanten Wechselkursen um 5 bis 6 Prozent wachsen wird. Zuvor hatte das Unternehmen Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Bereich in Aussicht gestellt. Bei der Profitabilität zeigt sich Sandoz dagegen optimistischer: Die Kern-EBITDA-Marge soll im Jahr 2026 23 bis 23,5 Prozent erreichen. Bislang war eine Steigerung von rund 100 Basispunkten gegenüber dem im Jahr 2025 erzielten Wert von 21,7 Prozent prognostiziert worden.

Schwaches Quartal bei Biosimilars

Im dritten Quartal lag der Nettoumsatz bei 2,94 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die von Vara Research zusammengestellte Analysteneinigung von 3,01 Milliarden Dollar. Besonders die Sparte Biosimilars blieb leicht hinter den Erwartungen zurück. Der Nettoumsatz erreichte hier 998 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 17 Prozent zu konstanten Wechselkursen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht, jedoch unter den von den Analysten vorhergesagten 1,02 Milliarden Dollar lag.

Trotz der kurzfristigen Belastungen hält Sandoz an seinen langfristigen Ambitionen fest. Auf seinem Capital Markets Day im September hatte das Unternehmen ein starkes mittelfristiges Wachstum skizziert. So strebt Sandoz an, den jährlichen Nettoumsatz bis 2035 mehr als zu verdoppeln und das Biosimilar-Portfolio bis 2040 von derzeit 13 auf 100 Arzneimittel auszuweiten. Diese Ziele unterstreichen den strategischen Fokus auf das margenstarke Biosimilar-Geschäft.

Regionale Unterschiede und Semaglutid

Nach der Expansion des Biosimilar-Geschäfts in Europa erklärte Sandoz, dass sich die Marktbedingungen in Deutschland als herausfordernder erwiesen hätten als erwartet. Nordamerika führte dagegen das Umsatzwachstum im Quartal an. Für deutsche Anleger ist diese Aussage von besonderer Bedeutung, da sie auf einen intensiveren Wettbewerb und Preisdruck im hiesigen Generikamarkt hindeutet.

Beim Thema Semaglutid dämpft Sandoz die Erwartungen: In diesem Jahr werde es keinen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis durch den Start des Generikums geben. Das Unternehmen hat bereits Genehmigungen für den Diabetes- und Adipositas-Markt in Brasilien und Kanada erhalten. Der Markt für Abnehm- und Diabetesmedikamente gilt als einer der am schnellsten wachsenden Pharmabereiche, weshalb der späte Ergebnisbeitrag für Beobachter relevant ist.

Bereits im März hatte Sandoz bei der Europäischen Kommission eine Antidumping-Beschwerde gegen Importe chinesischer Wirkstoffe (APIs) von Amoxicillin eingereicht. Dabei handelt es sich um den aktiven pharmazeutischen Bestandteil der Penicillin-Art, die von Sandoz hergestellt wird. Das Unternehmen wirft den Herstellern eine Verzerrung des Marktes vor. Die Beschwerde reiht sich in die wachsende Debatte über die Abhängigkeit Europas von Wirkstoffimporten aus Asien ein.

Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Während das kurzfristige Umsatzwachstum an Dynamik verliert, verbessert sich die Aussicht auf höhere Margen. Entscheidend dürfte sein, ob Sandoz die Lieferkettenprobleme bei Biosimilars zeitnah in den Griff bekommt und ob die langfristigen Expansionsziele trotz regionaler Gegenwinde erreichbar bleiben.

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