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Saba Capital greift erneut nach Baillie Gifford US Growth Trust

Der US-Aktivist Saba Capital unternimmt seinen dritten Versuch, den Vorstand des britischen Baillie Gifford US Growth Trusts zu stürzen.

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Saba Capital greift erneut nach Baillie Gifford US Growth Trust

Die Aktionäre des Baillie Gifford US Growth Ord (LSE: USA) müssen im kommenden Monat erneut über die Zukunft ihres Trusts abstimmen. Der US-amerikanische Aktivistenfonds Saba Capital hat einen neuen Anlauf unternommen, um den Vorstand des britischen Investment Trusts abzusetzen. Laut dem Bericht hält Saba weiterhin rund 30% der USA-Anteile und ist damit einer der größten Anteilseigner.

Saba hat Vorschläge zur Abberufung der aktuellen Direktoren eingebracht und will drei eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat entsenden. Es ist bereits der dritte Versuch des Aktivisten, die Kontrolle über den Trust zu erlangen. Schon 2024 hatte Saba versucht, den Vorstand zu übernehmen, und im vergangenen Jahr dessen Wiederwahl blockiert – beide Male ohne Erfolg.

Die ordentliche Hauptversammlung des Trusts findet am 23. Oktober in London statt. Kunden des Brokers interactive investor (ii) können ihre Stimme bis zum 20. Oktober um 17:59 Uhr abgeben. Damit bleiben den Anlegern nur wenige Wochen, um sich mit den Vorschlägen des Aktivisten auseinanderzusetzen.

Die Details

Die Ausgangslage ist für den amtierenden Vorstand nicht neu: Nicht-Saba-Aktionäre haben diesen in der Vergangenheit überwältigend unterstützt. Eine Kombination aus niedriger Beteiligungszahl bei Privatanlegern und einem Sinneswandel seitens professioneller Investoren könnte jedoch dazu führen, dass Saba diesmal siegt. Genau dieser Fall ist bereits beim Baillie-Gifford-Partner Edinburgh Worldwide Ord (LSE: EWI) eingetreten, der an Saba fiel.

Saba hat erklärt, den neu gewählten Vorstand drängen zu wollen, den Aktionären einen Cash-Exit von 100% entweder zum oder nahe dem Nettoinventarwert (NAV) anzubieten. Für Anleger würde das eine leichte Aufwertung gegenüber dem aktuellen Abschlag von rund 2% bedeuten. Ob sich ein solcher Ausstieg kurzfristig umsetzen lässt, ist allerdings fraglich – darauf gehen wir weiter unten ein.

Der Trust ist in typischer Baillie-Gifford-Manier stark in Wachstumsunternehmen investiert. Die SpaceX-Position macht 12,1% des Portfolios aus. Zu den Top-10-Positionen gehören außerdem Nvidia Corp (Nasdaq: NVDA), Amazon.com Inc (NASDAQ: AMZN), Shopify Inc Registered Shs -A- Subord Vtg (NASDAQ: SHOP) und Meta Platforms Inc Class A (NASDAQ: META). Private Unternehmen spielen ebenfalls eine große Rolle: 26 nicht notierte Beteiligungen machen fast 29% des Portfolios aus, darunter Anthropic und Databricks. Aus diesem Segment hat der Trust kürzlich positive Neubewertungen sowohl für Anthropic als auch für Zipline verzeichnet.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 06.06.2026 berichtete aktien.news, dass Saba Capital rund 18 Monate nach dem Start seiner Kampagne gegen sieben britische Investment Trusts noch längst nicht aus dem Bild verschwunden war. Der prominenteste Fall war damals Baillie Gifford US Growth (LSE: USA). Saba hielt laut jüngsten Offenlegungen rund 29% der Stimmrechte und zählte damit zu den Großaktionären. Der Vorstand des Trusts hatte im vergangenen Jahr bereits ein Abwahlverfahren überstanden und wurde trotz des Widerstands von Saba wiedereingesetzt.

Am 21.01.2026 berichtete aktien.news über eine klare Entscheidung beim Edinburgh Worldwide Investment Trust (EWIT). Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung lehnten die Aktionäre die Pläne von Saba Capital ab, sechs Direktoren des Verwaltungsrats abzuberufen und durch drei eigene Kandidaten zu ersetzen. Mit 53,2% der abgegebenen Stimmen sprachen sich die Investoren gegen den Vorschlag aus. Für den Hedgefonds-Manager Boaz Weinstein bedeutete dies die zweite Niederlage in seiner Kampagne, nachdem bereits im Februar 2024 ein ähnlicher Versuch gescheitert war.

Am 19.04.2026 folgte der nächste Bericht: Saba unternahm bereits seinen dritten Versuch, den unabhängigen Verwaltungsrat des EWIT abzusetzen. Zwei vorangegangene Anläufe – ein Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung bei sieben Investment Trusts im Jahr 2025 sowie ein weiteres Verlangen im Januar 2026 – scheiterten beide Male. In beiden Fällen stimmten die Aktionäre für den Verbleib des bestehenden Verwaltungsrats und lehnten sämtliche Saba-Vorschläge ab. Ebenfalls am 19.04.2026 meldete aktien.news, dass Saba gemeinsam mit zwei weiteren institutionellen Investoren das geplante Tender-Angebot des Edinburgh Worldwide Ord (LSE: EWI) zu Fall gebracht hatte. Der Trust hatte seinen Aktionären einen kontrollierten Ausstieg angeboten, verbunden mit einer Beteiligung an möglichen künftigen Gewinnen aus der SpaceX-Position des Fonds. Rund 36,8% des ausgegebenen Aktienkapitals stimmten gegen den Vorschlag.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die über den Baillie Gifford US Growth Trust investiert sind, steht zunächst eine Abstimmung und keine unmittelbare Änderung der Anlagestrategie an. Die Performance des Trusts verlief zuletzt wieder deutlich besser: Bis zum Redaktionsschluss erzielten die Aktien im Jahr 2026 eine Rendite von rund 31%, gestützt durch die frühe Vor-IPO-Beteiligung an Space Exploration Technologies Corp Class A (NASDAQ: SPCX). Auch 2024 und 2023 schnitten die USA-Anteile gut ab, während das Jahr 2025 etwas schwächer verlief.

Der Blick auf längere Zeiträume fällt nüchterner aus. Im Jahr 2022 mussten die Aktionäre im Trust einen Rückgang von fast 53% hinnehmen. In den fünf Jahren bis zum 22. September erwirtschafteten die Aktien rund 13% – eine schwache Leistung im Vergleich zur Rendite von 80,6% des S&P 500.

Anleger sollten zudem beachten, dass der von Saba skizzierte Cash-Exit von 100% angesichts des hohen Anteils nicht notierter Unternehmen im Portfolio schwierig sein könnte. Diese Beteiligungen lassen sich nicht sofort verkaufen. Saba hat zuvor seine Absicht dargelegt, die übernommenen Mittel in unterbewertete Investmenttrusts zu investieren. Damit setzt der Aktivist seine Strategie der letzten Jahre fort und baut einen Ansatz auf, der auch zur Gründung seiner eigenen börsengehandelten Fonds (ETF) geführt hat.

Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis solche Änderungen wirksam werden. Ein Beispiel dafür liefert Edinburgh Worldwide, das Ende April an Saba fiel, aber bisher noch keine Änderung des Investmentmanagers gesehen hat.

Ausblick

Der nächste konkrete Termin ist die Hauptversammlung des Baillie Gifford US Growth Trusts am 23. Oktober in London. Kunden von interactive investor müssen ihre Stimme bis zum 20. Oktober um 17:59 Uhr abgeben. Ob Saba diesmal erfolgreich ist, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Privatanleger tatsächlich abstimmen und ob professionelle Investoren ihre Haltung ändern. Der Ausgang der Abstimmung beim Baillie-Gifford-Partner Edinburgh Worldwide zeigt, dass ein Sinneswandel institutioneller Anleger den Ausschlag geben kann – ebenso wie eine niedrige Beteiligung der Privatanleger.

Die hier genannten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine persönliche Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Sie basieren nicht auf einer Bewertung der individuellen Anlagekenntnisse, der finanziellen Situation oder der Anlageziele eines Lesers. Der Wert von Investitionen kann sowohl steigen als auch fallen; möglicherweise erhalten Anleger nicht das gesamte eingesetzte Kapital zurück. Im Zweifel sollte ein qualifizierter Anlageberater hinzugezogen werden.

Kurz erklärt

  • Investment Trust: Eine börsengehandelte britische Fondsgesellschaft, deren Anteile wie Aktien eines Unternehmens gehandelt werden.
  • Nettoinventarwert (NAV): Der rechnerische Wert aller Vermögenswerte eines Fonds abzüglich seiner Verbindlichkeiten, geteilt durch die Zahl der Anteile.
  • Cash-Exit: Ein Ausstiegsangebot, bei dem Anleger ihre Anteile gegen Bargeld an den Fonds zurückgeben können.
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