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Rüstungskonzern Saab verdreifacht Auftragseingang dank Gripen-Deal mit Ukraine

Der schwedische Rüstungskonzern übertrifft mit Umsatz und EBIT die Erwartungen; Neuaufträge steigen auf 65,8 Milliarden Kronen.

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Rüstungskonzern Saab verdreifacht Auftragseingang dank Gripen-Deal mit Ukraine

Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat im dritten Quartal seinen Auftragseingang mehr als verdreifacht. Die Neuaufträge beliefen sich auf 65,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 6,6 Milliarden US-Dollar), nach 20,9 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen von FactSet, die bei 56,4 Milliarden Kronen gelegen hatten.

Auch bei Umsatz und Ergebnis lieferte Saab ab. Der Umsatz im dritten Quartal erreichte 20,6 Milliarden Kronen und lag damit über den FactSet-Erwartungen von 20 Milliarden Kronen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 1,95 Milliarden Kronen und übertraf ebenfalls die Prognosen von 1,9 Milliarden Kronen. Der Konzern meldete damit ein Quartal, das die Markterwartungen auf ganzer Linie erfüllte oder übertraf.

Die Zahlen fallen in einen Markt, in dem europäische Regierungen mit Hochdruck daran arbeiten, ihre Zusagen für höhere Rüstungsausgaben in konkrete militärische Fähigkeiten umzusetzen. Saab profitiert dabei von einer Produktpalette, die von Gripen-Kampfjets und U-Booten bis hin zu Raketen und fortschrittlicher Elektronik reicht.

Gripen für die Ukraine als Wachstumstreiber

Der größte Einzelposten unter den neuen Aufträgen war ein Vertrag über 24,6 Milliarden Kronen zur Lieferung von 16 Gripen-E-Kampfjets an die Ukraine. Das Geschäft war bereits im Juni unterzeichnet und im dritten Quartal gebucht worden. Die Auslieferungen sind für die Jahre 2029 bis 2030 geplant.

Hinzu kamen zwei weitere Großbestellungen. So verbuchte Saab eine Order über 10,1 Milliarden Kronen für sein militärisches Überwachungsflugzeug GlobalEye von einem nicht genannten Kunden im Nahen Osten. Zusätzlich ging eine Bestellung über 8,7 Milliarden Kronen für Systeme für deutsche Fregatten ein.

„Die wachsende Kundennachfrage spiegelt sich in großen Vertragsvergaben wider, darunter Gripen für die Ukraine, GlobalEye und eine Bestellung im Zusammenhang mit den neuen Fregatten Deutschlands“, sagte CEO Micael Johansson in einer Erklärung. Die Aussage unterstreicht, dass die Nachfrage nicht auf einen einzelnen Markt beschränkt ist, sondern sich über mehrere Regionen und Produktlinien erstreckt.

Aktie trotz Rekordaufträgen unter Druck

Saab verzeichnet seit dem russischen Vollangriff auf die Ukraine Anfang 2022 ein exponentielles Wachstum bei den Aufträgen. Der Konzern gehört damit zu den klaren Gewinnern der veränderten Sicherheitslage in Europa, die viele Staaten zu einer dauerhaft höheren Verteidigungsfinanzierung veranlasst hat.

Trotz eines stetig wachsenden Auftragsbestands, boomender Umsätze und steigender Profitabilität hat sich die Saab-Aktie in den vergangenen Monaten jedoch abgeschwächt. Das gilt auch für viele Vergleichsunternehmen der Branche. Als Grund nennen Beobachter Zweifel einiger Investoren, ob die Bewertungen das tatsächliche Liefervermögen der Rüstungsindustrie bereits überstiegen haben.

Für Anleger bleibt damit eine zentrale Frage offen: Wie schnell kann die Branche die prall gefüllten Auftragsbücher tatsächlich in Umsatz und Gewinn umwandeln? Bei Saab deutet der Blick auf die Liefertermine für die Gripen-Jets an die Ukraine – 2029 bis 2030 – an, dass zwischen Auftragseingang und Auslieferung mehrere Jahre liegen können. Der Auftragsbestand ist damit ein starkes Signal für die künftige Geschäftsentwicklung, aber kein kurzfristiger Umsatztreiber.

Die vorgelegten Quartalszahlen zeigen, dass die Nachfrage nach Verteidigungstechnik unvermindert hoch bleibt. Ob die Aktie diese operative Stärke wieder in Kursgewinne umsetzen kann, hängt maßgeblich davon ab, wie überzeugend Saab die Ausführung der Großaufträge nachweisen kann.

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