RIT Capital Partners hält Anteile an SpaceX und Anthropic
Der britische Investment Trust RIT Capital Partners setzt auf private Beteiligungen an SpaceX und Anthropic – und verfolgt dabei eine klare Langfriststrategie.

RIT Capital Partners, einer der bekanntesten britischen Investment Trusts, hält Anteile an zwei der derzeit meistdiskutierten Privatunternehmen der Welt: dem Raumfahrtkonzern SpaceX und dem KI-Entwickler Anthropic. Maggie Fanari, CEO von J. Rothschild Capital Management – dem Investmentmanager von RIT Capital Partners (LSE: RCP) – hat in einem Insider-Interview mit Kyle Caldwell von Interactive Investor erläutert, wie der Trust diese Positionen in seine Gesamtstrategie einbettet.
Fanari beschreibt den Ansatz des Trusts als eine Kombination aus langfristigem Wachstum und gleichzeitigem Kapitalerhalt. RIT Capital Partners investiert dabei in drei Hauptkategorien: börsennotierte Aktien, private Beteiligungen sowie sogenannte unkorrelierte Strategien. Die Beteiligungen an SpaceX und Anthropic fallen in den Bereich der privaten Beteiligungen – also Investments in Unternehmen, die (noch) nicht an einer Börse gehandelt werden.
Das Interview wurde am 8. Oktober 2026 veröffentlicht und beleuchtet, wie RIT Capital seinen Ansatz im Bereich Künstliche Intelligenz gestaltet. Anthropic, bekannt für seine Claude-Sprachmodelle, gilt als eines der führenden KI-Unternehmen weltweit und steht im Mittelpunkt der aktuellen Debatte um die nächste große Börsenwelle.
Die Details
RIT Capital Partners ist an der Londoner Börse (LSE) unter dem Kürzel RCP notiert und wird von J. Rothschild Capital Management verwaltet. CEO Maggie Fanari steht an der Spitze des Investmentmanagers und ist damit verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Portfolios. Der Trust verfolgt ausdrücklich das Ziel, Kapital langfristig zu erhalten und gleichzeitig Wachstum zu erzielen – ein Ansatz, der ihn von reinen Wachstumsfonds unterscheidet.
Die Beteiligung an SpaceX ist dabei besonders bemerkenswert. Das Unternehmen von Elon Musk hat im Jahr 2026 mit seinem Börsengang Geschichte geschrieben und wurde zu einer Bewertung von rund 2 Billionen US-Dollar an die Börse gebracht – dem größten IPO aller Zeiten. Für RIT Capital, das die SpaceX-Anteile noch als Privatbeteiligung aufgebaut hatte, bedeutet dies eine erhebliche Wertsteigerung im Portfolio.
Anthropic hingegen ist noch nicht börsennotiert. Der KI-Entwickler wird von Marktbeobachtern als heißer Kandidat für einen der nächsten großen Börsengänge gehandelt. Fanari erläutert im Interview, wie RIT Capital seinen KI-Ansatz gestaltet – konkrete Zahlen zur Gewichtung dieser Positionen im Portfolio wurden im Quelltext nicht genannt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Das Thema SpaceX und Anthropic bewegt die Investmentwelt bereits seit Monaten. Bereits am 7. Oktober 2026 berichtete aktien.news, dass SpaceX seinen Börsengang zu einer Bewertung von rund 2 Billionen US-Dollar vollzogen hatte – dem größten IPO aller Zeiten. Gleichzeitig warteten Anleger gespannt auf den möglichen Börsengang von Anthropic, dem ebenfalls eine Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar zugetraut wird.
Am 30. September 2026 stellte aktien.news die Frage, welche der beiden Aktien – SpaceX oder Anthropic – bei einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar tatsächlich gerechtfertigt sei. Anthropic, bekannt für seine Claude-Sprachmodelle, könnte den rekordverdächtigen SpaceX-Börsengang demnach sogar noch übertreffen.
Am 5. August 2026 berichtete aktien.news zudem, dass SpaceX-Aktien trotz eines beeindruckenden Umsatzwachstums von 92 Prozent im nachbörslichen Handel gefallen waren. Auslöser war die Ankündigung von Elon Musk, SpaceX als Rechenzentrumsentwickler zu positionieren – ein kapitalintensives Vorhaben, das Anleger verunsicherte. SpaceX verfolgt damit eine Strategie, sich nicht nur als Raumfahrtkonzern, sondern auch als Akteur im Bereich Künstliche Intelligenz zu etablieren.
Bereits am 3. April 2026 hatte aktien.news über einen transatlantischen Machtkampf um den Edinburgh Worldwide Investment Trust (EWI) berichtet, der ebenfalls eine Beteiligung an SpaceX hält. Der US-Hedgefonds Saba Capital von Boaz Weinstein hielt zu diesem Zeitpunkt rund 30 Prozent der Anteile am FTSE-250-Trust und versuchte mehrfach, den Vorstand umzustrukturieren. Der Fall zeigte exemplarisch, wie begehrt SpaceX-Beteiligungen in britischen Investment Trusts sind.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist RIT Capital Partners ein interessantes Beispiel dafür, wie man über börsennotierte Vehikel Zugang zu nicht-börsennotierten Unternehmen wie Anthropic erhalten kann. Direkte Investments in SpaceX oder Anthropic sind für Privatanleger in der Regel nicht möglich – der Weg über einen Investment Trust wie RIT Capital Partners bietet hier eine Alternative.
Der Ansatz des Trusts, Kapitalerhalt mit Wachstum zu verbinden, spricht insbesondere risikobewusste Anleger an. Die Kombination aus börsennotierten Aktien, privaten Beteiligungen und unkorrelierten Strategien soll das Portfolio gegen Marktschwankungen absichern, ohne auf Wachstumschancen zu verzichten. Gerade in einem Umfeld, in dem KI-Unternehmen wie Anthropic enorme Bewertungen erreichen, kann eine solche Diversifikation sinnvoll sein.
Allerdings sollten Anleger beachten, dass Investment Trusts an der Börse gehandelt werden und damit selbst Kursschwankungen unterliegen. Der Wert der privaten Beteiligungen – etwa an Anthropic – spiegelt sich im Kurs von RCP nicht zwingend sofort wider, da Privatbeteiligungen in der Regel seltener bewertet werden als börsennotierte Positionen.
Ausblick
Konkrete Termine oder Pläne für Veränderungen im Portfolio von RIT Capital Partners wurden im Interview nicht genannt. Die Frage, wann Anthropic an die Börse geht, bleibt offen – ein solcher Schritt könnte jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Wert der entsprechenden Beteiligung im Portfolio von RIT Capital Partners haben. Marktbeobachter halten eine Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar für möglich, was den Anthropic-IPO in eine Liga mit dem SpaceX-Börsengang heben würde.
Kurz erklärt
- Investment Trust: Ein börsennotierter Fonds, der das Kapital seiner Anleger in verschiedene Vermögenswerte investiert und selbst an einer Börse gehandelt wird.
- Private Beteiligung: Eine Investition in ein Unternehmen, das nicht an einer Börse notiert ist und dessen Anteile nicht frei handelbar sind.
- Unkorrelierte Strategien: Anlageansätze, deren Wertentwicklung möglichst unabhängig von den allgemeinen Aktienmärkten verläuft und so zur Risikostreuung beitragen.
