ISA-Ranking: Rolls-Royce führt die meistgekauften Aktien der Woche an
Rolls-Royce klettert sieben Plätze und führt erstmals seit fünf Wochen das ISA-Ranking von interactive investor an.

In der Woche bis zum 9. Oktober 2026 hat Rolls-Royce Holdings die Spitzenposition unter den meistgekauften Aktien in ISA-Konten auf der Plattform von interactive investor (ii) zurückerobert. Der britische Triebwerkshersteller kletterte gleich sieben Plätze nach oben – das erste Mal seit fünf Wochen, dass das Unternehmen die Liste anführt. Hintergrund sind deutliche Kursverluste, die Schnäppchenjäger auf den Plan riefen.
Auslöser für die breiten Kursverluste war ein turbulenter Donnerstag, an dem der FTSE 100 von über 10.600 Punkten auf bis zu 10.367 Punkte fiel – der schlechteste Stand seit Juni. Als Haupttreiber gelten steigende Ölpreise infolge anhaltender Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie anhaltend hohe Anleiherenditen, die Anleger weiterhin belasten.
Die Details
Neben Rolls-Royce schafften es zwei weitere FTSE-100-Werte neu in die Top 10: der Rüstungskonzern BAE Systems und der Pharmariese GSK. Alle drei Titel verzeichneten Kursverluste auf Mehrmonatstiefs. GSK fiel dabei auf Stände, die seit fast einem Jahr nicht mehr erreicht worden waren. Das Trio zog damit gezielt Anleger an, die auf günstigere Einstiegskurse gewartet hatten.
Taylor Wimpey kehrte ebenfalls in die Top 10 zurück – von Platz 13 der Vorwoche. Der britische Hausbauer war zuletzt vor vier Wochen in der Rangliste vertreten, damals im Zuge der Begeisterung über den neuen Regierungsplan zur Stimulierung des Wohnungsmarktes. Am Donnerstag wurden die Aktien erstmals ex-Dividende gehandelt, was 1,2 Pence des Kursrückgangs erklärt. Dennoch fiel der Kurs am Freitag auf unter 74 Pence – den niedrigsten Stand seit Anfang 2013. Noch vor wenigen Wochen hatte Taylor Wimpey als Reaktion auf das Regierungsprogramm „Your First Home" (YFH) bei fast 99 Pence notiert. Die Analysten von Morgan Stanley haben ihren Ausblick für den Sektor aktualisiert.
Die Daten von interactive investor basieren ausschließlich auf Echtzeit-Transaktionen der Plattformnutzer. Regelmäßige Sparpläne werden nicht berücksichtigt. Erfasst werden aktive Einzelkäufe, die sowohl mit bestehendem Kapital als auch mit frisch eingebrachten Mitteln getätigt wurden. Die Auswertung wurde am 12. Oktober 2026 von Lee Wild bei interactive investor veröffentlicht.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 9. Juni 2026 berichtete aktien.news über das ISA-Ranking von interactive investor für die Woche bis zum 5. Juni 2026. Damals wurde betont, dass die Auswertung ausschließlich aktive Einzelkäufe erfasst und einen seltenen Einblick in das tatsächliche Kaufverhalten britischer Privatanleger bietet.
Am 8. Juli 2026 führte BP erstmals seit Ende Mai die Liste der meistgekauften ISA-Aktien an. Der britische Ölkonzern legte um drei Plätze zu, nachdem sinkende Ölpreise und negative Analystenkommentare den Kurs auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Monaten gedrückt hatten – ein ähnliches Muster wie in der aktuellen Woche, in der erneut Kursschwäche Schnäppchenjäger anzieht.
Am 30. Juli 2026 dominierten Tesla und SpaceX die ISA-Rangliste für die Woche bis zum 24. Juli 2026. Tesla führte die Liste zum ersten Mal seit mehr als 18 Monaten an, dicht gefolgt von der neu börsennotierten SpaceX. Zuletzt veröffentlichte interactive investor am 1. Oktober 2026 eine tägliche Übersicht der zehn am intensivsten gehandelten Aktien für den 29. September 2026, die das anhaltend hohe Interesse britischer Privatanleger an aktiven Einzelkäufen dokumentierte.
Was das für Anleger bedeutet
Das Ranking zeigt ein wiederkehrendes Muster: Kursrückgänge bei bekannten Bluechips locken Privatanleger an, die auf günstigere Einstiegskurse setzen. Rolls-Royce, BAE Systems und GSK sind allesamt im FTSE 100 gelistet und damit für viele Anleger gut bekannte Titel. Dass alle drei in einer einzigen Woche in die Top 10 einziehen, unterstreicht die Breite des jüngsten Marktabschwungs.
Für deutsche Privatanleger ist der Kontext wichtig: ISA-Konten (Individual Savings Accounts) sind britische Steuerfreistellungskonten, vergleichbar mit dem deutschen Freistellungsauftrag, jedoch mit deutlich höheren Freibeträgen. Die Rangliste spiegelt das Verhalten britischer Privatanleger wider, kann aber als Stimmungsindikator für europäische Märkte insgesamt dienen. Die genannten Unternehmen – Rolls-Royce, BAE Systems, GSK und Taylor Wimpey – sind an der Londoner Börse (LSE) notiert und für internationale Anleger grundsätzlich zugänglich.
Der Fall von Taylor Wimpey auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2013 ist besonders bemerkenswert. Innerhalb weniger Wochen verlor die Aktie von fast 99 Pence auf unter 74 Pence – ein erheblicher Rückgang, der das Vertrauen in den britischen Wohnungsbausektor trotz staatlicher Förderprogramme belastet.
Ausblick
Konkrete Termine oder angekündigte Ereignisse nennt der Quelltext für die kommenden Wochen nicht. Die Analysten von Morgan Stanley haben ihren Ausblick für den britischen Wohnungsbausektor aktualisiert; Details zu den aktualisierten Einschätzungen gehen aus dem vorliegenden Bericht jedoch nicht hervor. Hohe Anleiherenditen und die Lage in der Straße von Hormus bleiben laut Quelltext bestimmende Faktoren für die Marktstimmung.
Kurz erklärt
- ISA (Individual Savings Account): Ein britisches Steuerspar-Konto, auf dem Kapitalerträge und Kursgewinne steuerfrei bleiben.
- Ex-Dividende: Der Handelstag, ab dem ein Käufer keinen Anspruch mehr auf die zuletzt angekündigte Dividende hat, was den Kurs rechnerisch um den Dividendenbetrag mindert.
- FTSE 100: Der britische Leitindex, der die 100 größten an der Londoner Börse notierten Unternehmen nach Marktkapitalisierung umfasst.
