Questcorp startet Phase 2B am La-Union-Projekt in Sonora
Riverside Resources baut als Betreiber Straßen und Bohrplattformen aus; RC-Bohrungen zielen auf Luis Hill und die Union Mine.

Questcorp Mining Inc. und der Joint-Venture-Partner Riverside Resources Inc. haben den Beginn der Phase 2B auf dem La-Union-Projekt im mexikanischen Bundesstaat Sonora bekannt gegeben. Riverside tritt bei dem Projekt als Betreiber auf und hat nach dem Ende der Regenzeit die Straßenarbeiten sowie den Bau von Bohrplattformen aufgenommen. Damit startet die nächste Etappe der Bohrarbeiten auf der Liegenschaft.
Für diesen Programmabschnitt hat Riverside einen Reverse-Circulation-Bohrturm (RC) gesichert. Der Wechsel der Bohrtechnik soll die Bohrleistung, die Vortriebsraten und die erreichbare Lochtiefe erhöhen. In den bisher abgeschlossenen Kernbohrungen wurde kein Wasser angetroffen, wie das Unternehmen mitteilt. Die Rückgewinnung der Bohrkerne bis zu den in dieser Phase geplanten Tiefen sollte deshalb kein Problem darstellen.
Phase 2B richtet sich zunächst auf zwei Ziele: den Bereich Luis Hill und die Union Mine. Beide Ziele wurden bereits im Rahmen des Phase-2A-Programms 2026 untersucht und mit geophysikalischen sowie geochemischen Daten unterlegt. Die Planungen sehen unterschiedliche Bohrlochansätze vor, die im Folgenden im Detail beschrieben werden.
Die Bohrungen bei Luis Hill testen eine IP-Anomalie von einem Kilometer Länge
Luis Hill beherbergt eine sedimentär gelagerte Goldmineralisierung, die im oberen Teil der Clemente-Formation während der Bohrungen in Phase 1 identifiziert wurde. Die Entdeckungsbohrung aus Phase 1 ergab nach Angaben des Unternehmens 0,3 g/t Gold über 42 Meter (Pressemitteilung vom 12. Januar 2026). Das Geologenteam des Betreibers Riverside hat die Stratigraphie und die Struktur nördlich über 2 km kartiert und dabei quer verlaufende Zuführungsstrukturen als Ziele identifiziert.
Die in Phase 2A 2026 durchgeführte IP-Kartierung ergab bei Luis Hill eine Ladefähigkeitsanomalie, die sich über 1 km entlang des Streichens erstreckt. Diese Anomalie stimmt mit der in Phase 1 gefundenen sedimentär gelagerten Goldmineralisierung überein. Die Zone bleibt sowohl entlang des Streichens als auch in der Tiefe offen. Das Bohrloch UND26-018 aus Phase 2A wurde oberhalb der Anomalie gebohrt, erreichte die Zielteufe jedoch nicht. Für Phase 2B ist daher ein fast senkrechtes Bohrloch mit 350 m Tiefe geplant, um die geophysikalische Anomalie zu testen.
Die Union Mine lieferte über 30 Meter 20,2 Gramm Gold pro Tonne
An der Union Mine schnitt das Bohrloch UND26-013 aus Phase 2A die Kontinuität der historischen Sproul-Manto-Mine nahe der früheren Untertageförderung an. Anomale Blei- und Zinkwerte deuteten dabei auf die Nähe zum Ersetzungskörper hin. Ergänzend lieferte ein Gesteins-Chip-Channel-Sampling 30 m mit einer Bewertung von 20,2 g/t Au und 226 g/t Ag entlang der Zugangswand zum oberen Teil der Union Mine; in dem 30 Meter langen kontinuierlichen Abschnitt wurden zudem 2,7 % Zn gemessen (Pressemitteilung vom 22. Januar 2026).
Die Struktur liegt in der Clemente-Formation, einer wichtigen CRD-Haupteinheit. Das Potenzial für sedimentär gelagertes Gold besteht in den reaktiven Schiefern oberhalb und unterhalb des karbonathaltigen Wirtsgesteins. Die Bohrungen in Phase 2B im Zielgebiet Union Mine sind darauf ausgelegt, die Kontinuität der Struktur in einem 80 m breiten Schritt entlang des Streichens zu testen. Unterstützt wird dieser Ansatz durch die bodengeophysikalischen Magnetdaten des Projekts.
Questcorp-Chef hebt die oberflächennahe Lage der Ziele hervor
Saf Dhillon, Präsident und CEO von Questcorp, erklärte: „Wir sind sehr begeistert, den zweiten Teil unseres Explorationsprogramms in Phase 2 zu beginnen.“ Der Wechsel von der Diamantbohrung zur Reverse-Circulation-Methode sollte die Vortriebsraten erheblich steigern, während das geologische Modell am La-Union-Projekt weiter ausgebaut werde. Während der Regenzeit habe das Team mehrere Carbonat-Ersetzungs-Lagerstätten in der gesamten westlichen Cordillera überprüft und Aspekte ihrer Explorationsprogramme und -strategien in das kommende Programm integriert.
Ein Aspekt habe dabei besonders hervor gestochen: die nahezu oberflächennahe Lage der CRD-Zonen und Ziele von La Union. Sie liege bei 150 bis 250 Metern, verglichen mit Tiefen von 300 bis weit über 1.000 Metern bei anderen CRD-Projekten, die derzeit anderswo in der westlichen Cordillera gebohrt werden. Auch John-Mark Staude, Präsident und CEO von Riverside Resources, äußerte sich: Das Explorationsprogramm in Phase 2A habe ein großes IP-Ziel bei Luis Hill und die Kontinuität der Mineralisierung bei Union aufgezeigt. Phase 2B plane, beide Ziele mit RC-Bohrungen zu testen. Riverside erwarte, dass die RC-Bohrung effizienter durch das gestörte Gestein vordringe, das während der Kernbohrung angetroffen wurde. Wenn die RC-Bohrung wie geplant funktioniere, biete sie eine kosteneffektivere Möglichkeit zum Bohren bei Union und eröffne die Option, in Zukunft größere Programme durchzuführen.
Andere Explorationsunternehmen melden ebenfalls neue Bohrkampagnen
Der Blick auf vergleichbare Meldungen zeigt, dass Bohrprogramme in Nordamerika derzeit vielerorts neu aufgelegt werden. Bereits am 05.05.2026 berichtete aktien.news, dass Sonoro Gold die Bohrarbeiten auf seinem Projekt Cerro Caliche im mexikanischen Bundesstaat Sonora wieder aufnimmt – mit insgesamt 50.000 Metern an Reverse-Circulation-Bohrungen, aufgeteilt in zwei Phasen. Am 18.06.2026 meldete aktien.news ein 24.000 Meter umfassendes Diamantkernbohrprogramm von Goldgroup Mining auf dem Goldprojekt San Francisco. Am 27.10.2026 folgte der Bericht über den Start eines Phase-2-Diamantkernbohrprogramms bei Copper One Resources am Majuba Hill in Nevada mit bis zu 10.000 Fuß (3.048 Metern) HQ/PQ-Diamantkernbohrungen.
Für Anleger bleibt La Union ein Explorationsprojekt in früher Phase
Questcorp ist im Erwerb und in der Exploration von Mineralbesitzungen in Nordamerika tätig. Das Unternehmen hält ein ungeteiltes 100-prozentiges Interesse an Mineralclaims mit einer Gesamtfläche von 1.168,09 Hektar, die das North Island Copper-Eigentum auf Vancouver Island in British Columbia umfassen – vorbehaltlich einer Lizenzgebührenverpflichtung. Zusätzlich hält Questcorp eine Option zum Erwerb eines ungeteilten 100-prozentigen Interesses an Mineralclaims mit einer Gesamtfläche von 2.520,2 Hektar, die das La-Union-Projekt in Sonora umfassen, ebenfalls vorbehaltlich einer Lizenzgebührenverpflichtung.
Für Privatanleger ist wichtig einzuordnen, was die vorgelegten Zahlen sind und was nicht. Bei den 0,3 g/t Gold über 42 Meter und den 20,2 g/t Au über 30 Meter handelt es sich um Bohrergebnisse und Sampling-Werte aus der Exploration, nicht um eine Mineralressource oder gar um Reserven. Beide Werte stammen aus punktuellen Aufschlüssen; Aussagen zur wirtschaftlichen Förderbarkeit lassen sich daraus nicht ableiten. Interessierte Anleger werden eingeladen, den technischen Bericht zum La-Union-Projekt einzusehen, der unter dem Profil von Questcorp auf SEDAR+ verfügbar ist.
Die Pressemitteilung enthält zudem die üblichen Hinweise: Sie umfasst zukunftsgerichtete Aussagen zum Zeitplan, Umfang und zu den Zielen des Bohrprogramms in Phase 2B, zur erwarteten Leistung und Kosteneffizienz der RC-Bohrung sowie zum Potenzial künftiger Explorationsprogramme. Als Risikofaktoren nennt das Unternehmen unter anderem die Ergebnisse von Explorations- und Bohrtätigkeiten, die Leistung von Bohrungen und Geräten, Wetter- und Zugangsbedingungen vor Ort, allgemeine geschäftliche, wirtschaftliche, wettbewerbliche, politische und soziale Unsicherheiten, unsichere Kapitalmärkte sowie Verzögerungen oder das Ausbleiben von Genehmigungen. Weder die Canadian Securities Exchange noch ihr Regulierungsdienstleister übernehmen Verantwortung für die Angemessenheit oder Genauigkeit der Veröffentlichung.
Die RC-Bohrung soll zunächst bei Luis Hill und danach an der Union Mine ansetzen
Nach Abschluss der Straßenarbeiten und der Bohrplattformen soll die RC-Bohrung zunächst bei Luis Hill und anschließend an der Union Mine ansetzen. Für Luis Hill ist ein fast senkrechtes Bohrloch mit 350 m Tiefe vorgesehen, das die über 1 km streichende IP-Anomalie prüfen soll. An der Union Mine soll die Kontinuität der Struktur in einem 80 m breiten Schritt entlang des Streichens getestet werden. Gelingt die RC-Bohrung wie geplant, sieht Riverside darin die Option, künftig größere Programme durchzuführen. Der technische Inhalt der Meldung wurde von R. Tim Henneberry, P. Geo (BC), einem Direktor des Unternehmens und einer kompetenten Person gemäß National Instrument 43-101, geprüft und genehmigt.
Diese Fachbegriffe erleichtern das Verständnis der Meldung
- Reverse-Circulation-Bohrung: Ein Bohrverfahren, bei dem Gesteinsmaterial mit Druckluft über einen Doppelrohrstrang nach oben gefördert wird, ohne dass ein durchgehender Bohrkern gewonnen wird.
- Induzierte Polarisation: Ein geophysikalisches Messverfahren, das elektrische Aufladbarkeit im Untergrund erfasst und daraus Rückschlüsse auf bestimmte Mineralisierungen erlaubt.
- Carbonat-Ersetzungs-Lagerstätte (CRD): Eine Lagerstättenform, bei der metallhaltige Lösungen karbonatisches Wirtsgestein verdrängen und dort Erzkörper bilden.
- National Instrument 43-101: Kanadische Vorschrift, die festlegt, wie Unternehmen über Mineralprojekte berichten und wer solche Angaben als qualifizierte Person freigeben darf.
