Putin kritisiert US-Ölblockade gegen Kuba: Russland sieht Lage als kritisch
Moskau bezeichnet Treibstoffsituation in Havanna als inakzeptabel und diskutiert mögliche Hilfsmaßnahmen für den Inselstaat.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die von der Trump-Regierung verhängte Ölblockade gegen Kuba scharf verurteilt. Moskau betrachte die jüngsten US-Beschränkungen als inakzeptabel, erklärte Putin. Die Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem Kuba mit der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kämpft.
Russland, seit Jahrzehnten mit Kuba verbündet, bezeichnete die Treibstofflage in Havanna als "wahrhaft kritisch". Die Regierung in Moskau diskutiere aktiv über mögliche Hilfsmaßnahmen für den karibischen Inselstaat. Die USA haben Kuba faktisch von venezolanischem Öl abgeschnitten, nachdem sie am 3. Januar eine Militäroperation zum Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eingeleitet hatten.
Bei dem Angriff wurden nach kubanischen Angaben 32 Bürger des Landes getötet. US-Präsident Donald Trump drohte seither mit Zöllen gegen jedes Land, das Havanna mit Öl beliefert. Die kubanische Regierung bezeichnete er als "ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung" für die USA.
UN warnt vor humanitärem Kollaps
Die schwindenden Ölvorräte veranlassten die Vereinten Nationen Anfang Februar zu einer eindringlichen Warnung vor einem möglichen humanitären "Zusammenbruch". Die kubanische Regierung hat bereits Maßnahmen zum Schutz der Grundversorgung ergriffen und rationiert Treibstoffvorräte für Schlüsselsektoren. Das jährliche Zigarrenfestival, das Ende Februar in Havanna hätte stattfinden sollen, wurde ohne Nennung eines neuen Termins ausgesetzt.
Fotos aus Havanna zeigen die dramatische Lage: An Straßenecken türmen sich Müllberge, da viele Müllwagen mit leeren Tanks liegen geblieben sind. Die Versorgungskrise betrifft zunehmend den Alltag der kubanischen Bevölkerung. Das Weiße Haus erklärte, es liege im Interesse Kubas, bald weitreichende Änderungen vorzunehmen, verzichtete jedoch darauf, einen Regierungswechsel explizit zu fordern.
Verschärfung der Energiekrise
Die aktuelle Krise markiert einen neuen Tiefpunkt in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Für Investoren und Marktteilnehmer sind die geopolitischen Spannungen um Energielieferungen von Bedeutung, da sie das Potenzial haben, die globalen Ölmärkte zu beeinflussen. Die Situation verdeutlicht zudem die fortbestehende Abhängigkeit Kubas von internationalen Energielieferungen und die Fragilität seiner Wirtschaftsstruktur.
