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Prosus verkauft 5%-Anteil an Delivery Hero für 335 Millionen Euro

Der Käufer ist Aspex Management – der zweitgrößte Aktionär des deutschen Essenslieferanten, der Druck auf das Management ausübt.

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Prosus verkauft 5%-Anteil an Delivery Hero für 335 Millionen Euro

Prosus NV trennt sich von einem weiteren Paket seiner Delivery-Hero-Beteiligung. Der niederländische Technologieinvestor verkauft eine Beteiligung von 5% an Delivery Hero an Aspex Management für rund 335 Millionen Euro (etwa 395 Millionen US-Dollar). Aspex ist bereits der zweitgrößte Aktionär des deutschen Essenslieferanten und hatte zuletzt Druck auf den Vorstandsvorsitzenden ausgeübt, weitere Vermögenswerte zu veräußern oder zurückzutreten.

Der vereinbarte Transaktionspreis liegt bei 22 Euro pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von rund 10% gegenüber dem Schlusskurs von Delivery Hero am vergangenen Freitag sowie einem Aufschlag von 22% gegenüber dem volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs der Aktie.

Hintergrund: EU-Auflagen zwingen Prosus zum Verkauf

Der Verkauf ist kein freiwilliger Schritt, sondern Teil von Verpflichtungen, die Prosus im August des vergangenen Jahres gegenüber der Europäischen Kommission eingegangen ist. Damals stimmte das Unternehmen zu, den Großteil seiner damaligen 27%-Beteiligung an Delivery Hero zu veräußern – als Bedingung für die Genehmigung der Übernahme von Just Eat Takeaway.com. Die EU-Wettbewerbshüter verlangen von Prosus, seinen Anteil bis zum Spätsommer auf unter 10% zu reduzieren.

Bereits im April hatte Prosus eine Beteiligung von 4,5% an Delivery Hero für 270 Millionen Euro an Uber Technologies verkauft. Die aktuelle Transaktion bewertet die Aktien auf einem ähnlichen Niveau wie dieses frühere Geschäft, was auf eine konsistente Bewertungsbasis hindeutet.

Anteilsverschiebungen nach dem Deal

Nach Abschluss der Transaktion verschieben sich die Beteiligungsverhältnisse bei Delivery Hero deutlich. Aspex Management wird seinen Anteil auf rund 14% ausbauen und damit seine Position als einflussreicher Großaktionär weiter festigen. Prosus hingegen reduziert seine Beteiligung auf etwa 17% – ein erheblicher Rückgang gegenüber dem ursprünglichen Anteil von 27%, aber immer noch deutlich über der regulatorischen Schwelle von unter 10%, die bis zum Spätsommer erreicht werden muss.

Das bedeutet: Prosus muss in den kommenden Monaten weitere Anteile an Delivery Hero abgeben, um die EU-Auflagen fristgerecht zu erfüllen. Für Anleger und Marktbeobachter stellt sich damit die Frage, wer als nächster Käufer für das verbleibende Paket in Frage kommt und zu welchen Konditionen weitere Transaktionen stattfinden werden.

Delivery Hero ist eines der größten Essenslieferunternehmen weltweit und betreibt Plattformen in zahlreichen Ländern. Die Aktie des im MDAX notierten Unternehmens steht seit geraumer Zeit unter Druck, weshalb der vereinbarte Aufschlag von 10% auf den Schlusskurs für Prosus als vorteilhaft gewertet werden kann.

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