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PKV-Ranking 2026: Die besten Tarife für Beamte und Beamtenanwärter

Morgen & Morgen bewertet für die WirtschaftsWoche zehn Beamten-Tarife und acht Tarife für Anwärter mit exzellent.

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PKV-Ranking 2026: Die besten Tarife für Beamte und Beamtenanwärter

Beamte nehmen im deutschen Gesundheitssystem eine Sonderrolle ein. Sie sind in der Regel nicht gesetzlich krankenversichert, und die Versicherungspflichtgrenze gilt für sie nicht. Angestellte haben dagegen ab einem Bruttogehalt von 77.400 Euro im Jahr die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Für Beamte stellt sich die Frage nach der richtigen Absicherung damit grundlegend anders.

Ihre Absicherung entsteht aus dem Zusammenspiel von staatlicher Beihilfe und einer privaten Krankenversicherung. Die Beihilfe leistet der Dienstherr – also Bund, Land oder Kommune – und übernimmt 50 bis 80 Prozent der beihilfefähigen Krankheitskosten. Wie hoch der Anteil ausfällt, hängt vom Amt und vom Familienstand ab.

Die verbleibende Lücke schließt ein PKV-Beihilfetarif. Dabei gilt eine wichtige Grenze: Beihilfe und Versicherungsleistung dürfen zusammen die tatsächlich entstandenen Kosten nicht übersteigen. Wie gut die am Markt erhältlichen Tarife diese Aufgabe erfüllen, hat das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) im M&M-Rating PKV Vollversicherung untersucht – exklusiv für die WirtschaftsWoche.

Die Details

Grundlage der Untersuchung sind zwei Musterfälle: ein 30-jähriger Beamter und ein 23-jähriger Beamtenanwärter. Für den Beamten unterstellt das Rating unter anderem ein Einbettzimmer im Krankenhaus sowie eine Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro jährlich. Diese Annahmen bestimmen maßgeblich, welche Beiträge die Anbieter im Vergleich melden.

Bei den Beamten-Tarifen vergibt das Rating zehn Tarife die Bewertung exzellent. An der Spitze steht die Barmenia mit einem Monatsbeitrag von 349,74 Euro. Weitere Tarife im Vergleich: die Allianz mit 313,24 Euro monatlich und einem Selbstbehalt von 500 Euro sowie die LKH mit 397,12 Euro monatlich.

Bei den Beamtenanwärtern erhalten acht Tarife die Bewertung exzellent. Bestplatziert ist die Barmenia mit 108,77 Euro monatlich, der günstigste Tarif kommt von der HanseMerkur und kostet 76,80 Euro im Monat. Am Vergleich beteiligt waren unter anderem Barmenia, Arag, DBV, Ottonova, R+V, HanseMerkur, LVM, Allianz, LKH und Signal Iduna.

Deutlich wird der Unterschied zwischen den beiden Musterfällen auch am Beitrag selbst: Der 30-jährige Beamte zahlt bei der Allianz 313,24 Euro monatlich, bei der Barmenia 349,74 Euro und bei der LKH 397,12 Euro. Der 23-jährige Beamtenanwärter kommt bei der HanseMerkur auf 76,80 Euro und bei der Barmenia auf 108,77 Euro im Monat. Für Anwärter ist der Einstieg in die private Absicherung damit deutlich günstiger als für etablierte Beamte.

Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen, ordnet das Ergebnis so ein: "Die getesteten Tarife erhalten mindestens eine sehr gute Bewertung im M&M-Rating PKV Vollversicherung."

Beihilfetarife sind individuell gestaltbar. Versicherte können einzelne Bausteine wählen, etwa für Zahnersatz oder für den ambulanten Bereich. Heike Ruthenberg vom Verband der Privaten Krankenversicherung erklärt den Grundgedanken: "Die PKV ist deshalb wichtig, weil ihre prozentualen Beihilfetarife genau auf diese offene Restkostenlücke abgestimmt sind, sodass im Krankheitsfall die Kosten vollständig gedeckt werden."

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 14.05.2026 berichtete aktien.news, dass Gutverdiener mit 100.000 Euro brutto trotz erheblicher GKV-Beiträge häufig aus Überzeugung im solidarisch finanzierten System bleiben – etwa weil sie eine kalkulierbare Beitragslast im Alter anstreben. Zugleich bringt die außerplanmäßige Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro monatlich neue Unsicherheit in diese Entscheidung.

Am 30.07.2026 folgte ein Beitrag zu den Folgen, wenn das Einkommen eines Privatversicherten unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt. Betroffene werden dann automatisch Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, ganz ohne eigene Anmeldung. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die Versicherungspflichtgrenze regelmäßig zu überprüfen.

Am 02.04.2026 hatte aktien.news die Rückkehr in die GKV im Alter beleuchtet. Der Wechsel auf eine Teilrente, um anschließend über die kostenfreie Familienversicherung in die GKV zu gelangen, ist durch Gesetzesänderungen versperrt. Am 19.05.2026 ging es um Berufsunfähigkeit: Der GDV Gesamtverband der Versicherer warnt, dass statistisch jeder vierte Erwerbstätige mindestens einmal im Arbeitsleben berufsunfähig wird.

Was das für Anleger bedeutet

Für Beamte ist die private Absicherung keine freiwillige Zusatzentscheidung, sondern eine Pflichtentscheidung mit langfristiger Wirkung. Der Beihilfeanspruch ist nicht statisch: Er ändert sich durch Heirat, durch Kinder und im Ruhestand. Wer einen Tarif wählt, sollte deshalb nicht nur den heutigen Monatsbeitrag betrachten, sondern die eigene Lebensplanung mitdenken.

Ein zentraler Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung: In der PKV gibt es keine beitragsfreie Familienversicherung. Für jedes Familienmitglied wird ein eigener Tarif fällig. In bestimmten Konstellationen sind Familienangehörige allerdings selbst beihilfeberechtigt, was die Rechnung verändert. Beihilfeberechtigte Beamte stellen mehr als die Hälfte aller Privatversicherten.

Heini Schmitt, Fachvorstand Beamtenpolitik des DBB Beamtenbundes, betont: "Das Zusammenspiel von Beihilfe und privater Krankenversicherung bietet eine leistungsstarke Absicherung im deutschen Gesundheitswesen, die sich über Jahrzehnte bewährt hat." Unabhängig davon empfiehlt die Quelle, die Tarifwahl mit einem Versicherungsprofi persönlich zu besprechen.

Für Anleger, die ohnehin Kapital für später aufbauen, lohnt der Blick auf die Struktur der Absicherung: Ein niedriger Einstiegsbeitrag für Anwärter sagt wenig darüber aus, wie sich der Beitrag im weiteren Berufsleben entwickelt. Entscheidend ist, dass der Tarif zur eigenen Beihilfequote passt und die Restkosten tatsächlich abdeckt.

Ausblick

Konkrete Termine für eine Neuauflage des Rankings oder für Änderungen an den Beihilfesätzen nennt die Quelle nicht. Klar ist aber: Die Bewertungskriterien des M&M-Ratings hängen an den beiden Musterfällen, und die genannten Beiträge gelten für diese Profile. Wer andere Voraussetzungen mitbringt, wird andere Ergebnisse erhalten.

Für Beamte und Beamtenanwärter bleibt damit vor allem eines wichtig: den eigenen Beihilfeanspruch kennen und den Tarif daran ausrichten. Wer den Wechsel in den Ruhestand oder eine Familiengründung plant, sollte den Tarif rechtzeitig überprüfen.

Kurz erklärt

  • Beihilfe: staatlicher Zuschuss des Dienstherrn zu den Krankheitskosten von Beamten und bestimmten Angehörigen.
  • Versicherungspflichtgrenze: Einkommensschwelle, ab der Angestellte zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen dürfen.
  • Restkostenlücke: der Teil der Krankheitskosten, den die Beihilfe nicht trägt und den ein Beihilfetarif abdeckt.
  • Selbstbeteiligung: Betrag, den Versicherte selbst tragen, bevor die Versicherung leistet.
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