Kodiak Sciences: Aktie schießt 178 Prozent nach Phase-3-Erfolg hoch
Zwei Wirkstoffkandidaten erreichen primäre Endpunkte in klinischer Studie bei feuchter AMD – Kurs explodiert.

Die Aktie von Kodiak Sciences (Ticker KOD) ist am Montag um rund 178 Prozent in die Höhe geschossen. Auslöser war die Bekanntgabe positiver Ergebnisse aus klinischen Studien für zwei der führenden investigativen Wirkstoffkandidaten des auf Augentherapien spezialisierten Biotech-Unternehmens. Der Kursanstieg markiert einen der deutlichsten Tagesgewinne, die ein Unternehmen dieser Branche zuletzt verzeichnet hat.
Laut Kodiak erreichten die beiden Kandidaten Zenkuda und KSI-501 in einer Phase-3-Studie bei Patienten mit feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD) ihre primären Endpunkte. Bei dieser schweren Augenerkrankung bilden sich unter der Netzhaut abnormale Blutgefäße, die Flüssigkeit austreten lassen. In der Folge kann es zu einem raschen Verlust der Sehfähigkeit kommen. Für betroffene Patienten ist eine wirksame und lang anhaltende Therapie daher von zentraler Bedeutung.
Besonders gute Daten für Zenkuda
Die Ergebnisse für Zenkuda fielen nach Angaben des Unternehmens besonders vielversprechend aus. Der Wirkstoffkandidat zeigte schnelle und lang anhaltende therapeutische Effekte sowie ein günstiges Sicherheitsprofil. Der leitende Arzt J. Pablo Velazquez-Martin erklärte, die Studie habe die Eigenschaften bestätigt, für die Kodiak Zenkuda konzipiert habe. Dazu zählten „schnelle Krankheitskontrolle bei feuchter AMD und das Potenzial für eine sechsmonatige Wirksamkeit unter strengen Kriterien zur Wiederaufnahme der Behandlung bei Trockenheit“. Das Zitat verdeutlicht, dass die Behandlung nach Einschätzung des Unternehmens über längere Intervalle hinweg wirksam bleiben könnte.
Für Anleger ist vor allem der nächste regulatorische Schritt von Bedeutung. Auf Basis der Studiendaten beabsichtigt Kodiak, noch in diesem Jahr einen Biologics License Application (BLA) für Zenkuda einzureichen. Eine BLA ist ein formeller Antrag beim US-Gesundheitsamt Food and Drug Administration (FDA), mit dem ein biologisches Produkt die bundesweite Vermarktungserlaubnis erhält. Die Einreichung wäre damit der entscheidende Meilenstein auf dem Weg zur Kommerzialisierung.
Großer Markt lockt Investoren
CEO Victor Perlroth sagte, die Daten positionierten den Biotech-Konzern „für die nächste Stufe der Entwicklung von Kodiak, während wir uns auf die geplante Kommerzialisierung von Zenkuda als potenziell beste Therapie ihrer Klasse vorbereiten“. Das Management setzt also auf das Potenzial, mit dem Kandidaten eine führende Stellung im Wettbewerb um AMD-Behandlungen zu erreichen.
Der zugrunde liegende Markt ist lukrativ. Die globalen Umsätze mit retinalen Arzneimitteln sollen laut Strategic Market Research bis 2030 die Marke von 32 Milliarden US-Dollar übersteigen. Angesichts dieser Dimension erklärt sich die heftige Kursreaktion: Anleger bewerten die Aussicht auf eine Zulassung und eine spätere Vermarktung von Zenkuda als erheblich. Ob der Wirkstoff die hohen Erwartungen erfüllen kann, hängt nun maßgeblich vom Verlauf des Zulassungsverfahrens bei der FDA ab.
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht ein Beispiel dafür, wie stark Biotech-Aktien auf Studiendaten reagieren können. Kursgewinne in dieser Größenordnung gehen häufig mit erhöhter Volatilität einher, da die künftige Entwicklung eines Unternehmens in dieser Phase stark von einzelnen regulatorischen Entscheidungen abhängt. Der erfolgreiche Abschluss einer Phase-3-Studie ist ein wichtiger Schritt, garantiert aber noch keine Marktzulassung.
