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Partners Group spaltet Flaggschiff-Fonds auf: Kunden fordern Liquidität

Der Schweizer Vermögensverwalter teilt seinen 6,6-Milliarden-Euro-Europafonds auf, nachdem Anleger verstärkt Geld abziehen.

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Partners Group spaltet Flaggschiff-Fonds auf: Kunden fordern Liquidität

Die Schweizer Partners Group strukturiert einen ihrer Flaggschiff-Private-Equity-Fonds um. Der in Zug ansässige Vermögensverwalter plant, die Positionen seines 6,6 Milliarden Euro schweren Europafonds für vermögende Privatanleger aufzuteilen – und zwar in ein Portfolio aus älteren, schwächer performenden Vermögenswerten sowie einen separaten Pool neuerer Investitionen, von dem sich das Unternehmen höhere Renditen erhofft. Der Schritt erfolgt nur wenige Monate, nachdem der Konzern Auszahlungen aus dem Vehikel gestoppt hatte, weil Investoren händeringend versuchen, ihr Geld abzuziehen.

Nach einer Erklärung des Unternehmens und Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person soll der Europafonds in ein Dachvehikel umgewandelt werden, das zwei Portfolios überwacht. Eines werde als „verteilendes" (distributing) Portfolio bezeichnet, das andere als „verzinsendes" (compounding) Portfolio. Der Umbau ist eine Reaktion auf den Druck von Kunden, die ihre Investments aus den führenden US- und europäischen Fonds für vermögende Anleger nach einer Phase schwacher Performance abziehen wollen.

Partners Group war Pionier im Verkauf von Private-Equity- und anderen Produkten aus den alternativen Märkten an vermögende Privatanleger. In den vergangenen Jahren geriet das Unternehmen jedoch durch aggressiven Wettbewerb deutlich größerer US-Konzerne wie Blackstone und KKR unter Druck. Nun reagiert der Schweizer Konzern auf die wachsende Nachfrage seiner Kunden nach Liquidität.

Die Details

Konkret sieht der Plan vor, den 6,6 Milliarden Euro schweren Europafonds in ein Dachvehikel umzuwandeln, das zwei Portfolios überwacht. Das „verteilende" Portfolio würde die älteren Investments des Fonds enthalten, die nach Angaben der mit der Angelegenheit vertrauten Person schlechter abschnitten als die neueren Beteiligungen. Bestehende Investoren würden etwa 75 Prozent ihrer Exposure dem verteilenden Fonds und 25 Prozent dem verzinsenden Fonds zuweisen lassen. Dieses Verhältnis entspreche dem Verhältnis aus älteren und neueren Beteiligungen im Vehikel.

Die Partners Group prüft laut der Person zudem, dasselbe Vorgehen auf ihre anderen älteren Evergreen-Strategien für vermögende Kunden anzuwenden. Bereits im Juni hatte das Unternehmen die vierteljährlichen Auszahlungen auf 5 Prozent des Fondswerts begrenzt. Der Fonds ist weiterhin gesperrt (gated), was bedeutet, dass die ausstehenden Rückforderungsanträge dieses Niveau überschritten haben.

Investmentfonds setzen solche Auszahlungslimits typischerweise ein, um zu vermeiden, dass sie gezwungen werden, Vermögenswerte zu reduzierten Preisen in einer Notverkaufssituation abzustoßen, was die Gesamtperformance des Fonds schädigen könnte. Die Aktivierung der Begrenzung durch die Partners Group erfolgte in einer Zeit, in der die Private-Equity-Branche Schwierigkeiten hat, ältere Investments zu verkaufen. Viele dieser Beteiligungen wurden zu hohen Bewertungen in einem Umfeld niedriger Zinsen getätigt, und bei einem Verkauf besteht nun das Risiko, keine gute Rendite zu erzielen.

Die Obergrenze für Rückforderungen bleibt bei 5 Prozent, wobei dieselbe Grenze für jedes der neuen Teilportfolios gilt. Mit der Zeit hätten Investoren die Möglichkeit, das durch den Verkauf von Vermögenswerten im „verteilenden" Fonds generierte Kapital in den „verzinsenden" Fonds umzuschichten, sagte die Person. Ihre bestehenden Anteile könnten sie jedoch nicht von einem „Topf" in den anderen verschieben. Die Pläne unterliegen der Zustimmung der Aktionäre.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngste Entwicklung ist Teil einer schwierigen Phase für den Schweizer Vermögensverwalter. Bereits am 03.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Partners Group die Rücknahmen für ihren Global Value SICAV-Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts begrenzt hatte. Auslöser war ein Anstieg der Rücknahmeanträge auf 9,8 Prozent – fast doppelt so viel wie die zulässige Obergrenze. Der betroffene Fonds ist ein Evergreen-Private-Equity-Vehikel mit einem Volumen von 8,6 Milliarden US-Dollar, das rund 4,8 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens der Partners Group ausmachte.

Am 04.06.2026 berichtete aktien.news, dass der Schritt einen massiven Ausverkauf der Aktie auslöste: Die Papiere des Schweizer Unternehmens verloren zeitweise bis zu 18 Prozent an Wert – der größte Tagesverlust seit dem Börsengang im Jahr 2006. Die Rücknahmeanträge waren auf nahezu 10 Prozent des Fondswerts gestiegen und überstiegen damit die zulässige Obergrenze. Ebenfalls am 04.06.2026 meldete aktien.news, dass die Partners Group Holding AG ankündigte, die Rücknahmen bei weiteren Evergreen-Fonds einzuschränken. Bei einem in Delaware domizilierten Private-Equity-Evergreen-Vehikel bezifferte das Unternehmen die Rücknahmeanträge auf 6 Prozent des Nettoinventarwerts.

Am 05.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Partners Group bei einem 8,6 Milliarden Dollar schweren Private-Equity-Fonds die Rücknahmen aussetzte, nachdem Kunden ihr Kapital wegen Sorgen über die Investitionen zurückgefordert hatten. Der schwerste Kurseinbruch der Unternehmensgeschichte und ein weiterer eingefrorener größerer US-Fonds prägten diese Woche. Der nun angekündigte Umbau des Europafonds setzt diese Entwicklung fort.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die in Evergreen-Fonds oder vergleichbare offene Private-Equity-Vehikel investiert sind, zeigt der Fall mehrere Punkte. Erstens: Die zugesagte Liquidität solcher Strukturen ist begrenzt. Wenn viele Anleger gleichzeitig Kapital abziehen, greifen Rücknahmeobergrenzen, und Auszahlungen können gedrosselt werden. Im konkreten Fall bleibt die Grenze bei 5 Prozent, und der Fonds ist weiterhin gesperrt.

Zweitens: Die Aufteilung in ein verteilendes und ein verzinsendes Portfolio verändert die Zusammensetzung des Engagements. Bestehende Investoren werden zu etwa 75 Prozent dem älteren, schwächer performenden Portfolio zugewiesen, nur 25 Prozent entfallen auf die neueren Beteiligungen. Anleger sollten daher prüfen, wie sich diese Gewichtung auf ihre Renditeerwartungen auswirkt – ohne dass daraus eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung abgeleitet werden kann.

Drittens ist der Fall eingebettet in eine Branchenlage, in der Private-Equity-Gesellschaften ältere Investments nur schwer verkaufen können. Viele Beteiligungen wurden in einem Niedrigzinsumfeld zu hohen Bewertungen erworben. Das kann die Erlöse beim Verkauf drücken und damit letztlich auch die Ausschüttungen an die Anleger beeinflussen.

Ausblick

Die Pläne zur Aufteilung des Europafonds unterliegen der Zustimmung der Aktionäre. Ob und wann der Umbau umgesetzt wird, ist damit noch offen. Zudem prüft die Partners Group, dasselbe Vorgehen auf ihre anderen älteren Evergreen-Strategien für vermögende Kunden anzuwenden – eine Entscheidung dazu steht noch aus.

Der Fonds bleibt bis auf Weiteres gesperrt, und die Obergrenze für Rückforderungen liegt bei 5 Prozent, wobei dieselbe Grenze für jedes der neuen Teilportfolios gilt. Investoren werden ihr Kapital mit der Zeit aus dem verteilenden in den verzinsenden Fonds umschichten können, sofern es durch den Verkauf von Vermögenswerten generiert wurde. Ein direkter Transfer bestehender Anteile zwischen den beiden Portfolios ist nicht vorgesehen.

Kurz erklärt

  • Evergreen-Fonds: Offene Private-Equity-Strukturen, die Anlegern theoretisch regelmäßige Rückgabemöglichkeiten bieten.
  • Gating: Eine Rücknahmeobergrenze, mit der ein Fonds verhindert, dass zu viele Anleger gleichzeitig Kapital abziehen.
  • Dachvehikel: Eine Konstruktion, die mehrere Teilportfolios unter einem einzigen Fonds zusammenfasst.
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