Anleihen mit 12% Rendite: Diese ETFs zahlen jetzt zweistellig
Zwölf aktiv gehandelte Anleihe- und Income-ETFs bieten eine SEC-Rendite von mindestens 7 Prozent – einer sogar über 12 Prozent.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen mögen verlockend sein – doch für Anleger, die es auf zweistellige Erträge abgesehen haben, gibt es am Markt noch deutlich mehr zu entdecken. Attraktive Renditen sind durchaus verfügbar, wenn man nur gründlich genug sucht. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Morningstar Direct.
Konkret: Zwölf aktiv gehandelte Anleihe- und Income-ETFs zahlen eine SEC-Rendite von 7 Prozent oder höher. Ein Fonds sticht dabei besonders hervor: Der BondBloxx CCC Rated USD HY Corporate Bond ETF (XCCC) kommt auf mehr als 12 Prozent. Damit ist die Marke von 12 Prozent, die vielen Anlegern wie ein Mythos erscheint, am Markt tatsächlich erreichbar.
Die Zahlen stammen aus einem Bericht des US-Finanzdienstes Investor's Business Daily. Sie werfen ein Schlaglicht auf einen Anleihemarkt, der sich in den vergangenen Monaten grundlegend verändert hat.
Die Details
Im Zentrum der Auswertung steht die sogenannte SEC-Rendite. Sie ist die standardisierte Renditekennzahl, die US-Fondsgesellschaften für ihre Anleihefonds ausweisen müssen. Laut Morningstar Direct erreichen zwölf aktiv gehandelte Anleihe- und Income-ETFs bei dieser Kennzahl einen Wert von 7 Prozent oder mehr.
An der Spitze steht der BondBloxx CCC Rated USD HY Corporate Bond ETF mit dem Kürzel XCCC. Er zahlt eine SEC-Rendite von über 12 Prozent. Der Name verrät bereits, worum es geht: Der Fonds investiert in Unternehmensanleihen mit CCC-Rating. Das ist die unterste Stufe des High-Yield-Segments, also Anleihen mit besonders hohem Kreditrisiko.
Damit ordnet sich das Angebot in ein Umfeld ein, das sich zuletzt deutlich verändert hat. Noch vor wenigen Monaten waren zweistellige Renditen am Anleihemarkt kaum vorstellbar. Heute sind sie zumindest in Teilsegmenten wieder greifbar.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 31.08.2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „High-Yield-Einkünfte: Neuer Fahrplan für Anleihe-Investoren“, dass Einkommensinvestoren fast ein Jahrzehnt lang zu einem unangenehmen Kompromiss gezwungen waren. Entweder akzeptierten sie mikroskopisch niedrige Renditen aus sicheren Staatsanleihen, oder sie wagten sich weit hinaus auf die Kreditrisikokurve, um hochverzinsliche Junk Bonds zu kaufen. Selbst bei normalisierten Zinssätzen gehe eine doppelstellige Rendite meist mit Fallstricken einher – sei es durch strukturelle Kreditrisiken im Private Debt oder durch erheblichen Kapitalverlust bei Aktien in der sogenannten „Yield Trap“. Der Anleihemarkt befand sich damals in einer starken Fluktuation, die Landschaft der festverzinslichen Wertpapiere erlebte einen strukturellen Wandel.
Am 16.09.2026 meldete aktien.news, dass die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen die 5-Prozent-Marke durchbrochen und am Dienstag ihr höchstes Niveau seit 2007 erreicht hatten. Der Anleihemarkt war verunsichert, doch viele Bond-Investoren überlegten ernsthaft, ob dies ein opportunistischer Moment im festverzinslichen Bereich sein könnte. Viele Anleger hatten sich zuletzt auf kurzfristige oder ultra-kurzfristige Anleihen konzentriert, um der Volatilität des Anleihemarktes zu entgehen. Die steigenden Zinsen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Inflation und des US-Bundesdefizits hatten die Anleihepreise unter Druck gesetzt.
Zwei Tage später, am 18.09.2026, berichtete aktien.news, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erstmals seit fast drei Jahren wieder über die Marke von fünf Prozent gestiegen war. Damit setzte sich der monatelange Ausverkauf am größten Bondmarkt der Welt fort – getrieben von hoher Inflation, einem wachsenden Haushaltsdefizit und einer Flut neuer Unternehmensanleihen. Die Rendite kletterte in dieser Woche auf den höchsten Stand seit 2007, als die Ölpreise angesichts steigender Risiken für die globale Versorgung anzogen. Für Anleger, die in den vergangenen Jahren unter der Niedrigzinsphase gelitten hatten, eröffnete sich damit eine neue Perspektive: zweistellige Renditen auf Staatsanleihen schienen wieder in Reichweite.
Am 24.09.2026 schließlich beschrieb aktien.news einen „perfekten Sturm“ am Anleihemarkt. Der Ausverkauf war in den Wochen zuvor weitgehend geordnet verlaufen – dann kam der Mittwoch. Am Morgen gab eine an sich unbedeutende Umfrage zur Geschäftstätigkeit dem Markt einen Schock, die auf überraschend robustes Wachstum und anhaltende inflationsfördernde Drucke in der Wirtschaft hinwies. Anschließend verstärkte sich der Verkauf mit jeder weiteren Entwicklung im Tagesverlauf. Dazu zählten kämpferische Worte eines iranischen Beamten bei den Vereinten Nationen, hawkishe Kommentare eines Fed-Vorstandsmitglieds und eine schwache Auktion von Staatsanleihen. All dies summierte sich zu einem perfekten Sturm zusammen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht in mehrfacher Hinsicht relevant. Zum einen zeigt sie, dass die Suche nach Rendite am Anleihemarkt wieder lohnenswert sein kann – vorausgesetzt, man ist bereit, genauer hinzuschauen. Zum anderen macht sie deutlich, dass hohe Renditen nicht ohne Gegenleistung zu haben sind.
Der BondBloxx CCC Rated USD HY Corporate Bond ETF mit über 12 Prozent SEC-Rendite ist dafür das beste Beispiel. Ein CCC-Rating steht für Anleihen am unteren Ende der Kreditqualität. Anleger erhalten eine hohe laufende Verzinsung, tragen dafür aber ein deutlich erhöhtes Ausfallrisiko. Wer in solche Produkte investiert, sollte sich über die Bonität der zugrunde liegenden Emittenten im Klaren sein.
Hinzu kommt das Währungsrisiko. Die genannten ETFs sind auf US-Dollar lautende Produkte. Für Anleger im Euroraum können Wechselkursschwankungen die Rendite erheblich beeinflussen – in beide Richtungen. Auch steuerliche Aspekte und die Art der Ausschüttung spielen eine Rolle.
Die Auswertung von Morningstar Direct zeigt zudem, dass es nicht nur ein einzelnes Produkt ist, das hohe Renditen bietet. Zwölf aktiv gehandelte Anleihe- und Income-ETFs erreichen eine SEC-Rendite von 7 Prozent oder mehr. Das eröffnet Anlegern eine gewisse Auswahl und die Möglichkeit, über verschiedene Fonds hinweg zu streuen.
Ausblick
Der Quelltext nennt keine konkreten Termine oder Prognosen für die weitere Entwicklung. Klar ist jedoch: Die Auswertung von Morningstar Direct bezieht sich auf den aktuellen Stand. Sollten sich die Zinsen am US-Anleihemarkt weiter bewegen, dürften sich auch die ausgewiesenen SEC-Renditen der genannten ETFs verändern.
Die jüngsten Berichte von aktien.news zeigen, wie schnell sich das Umfeld am Anleihemarkt wandeln kann. Innerhalb weniger Wochen durchbrach die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen die 5-Prozent-Marke, erreichte den höchsten Stand seit 2007 und geriet anschließend in einen „perfekten Sturm“. Anleger sollten die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen.
Kurz erklärt
- SEC-Rendite: Eine standardisierte Renditekennzahl, die US-Fondsgesellschaften für ihre Anleihefonds ausweisen müssen.
- High-Yield-Anleihen: Unternehmensanleihen mit niedriger Kreditqualität, die dafür höhere Zinsen zahlen.
- CCC-Rating: Eine Bonitätsnote am unteren Ende der Skala, die auf ein besonders hohes Ausfallrisiko hinweist.
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index oder ein Portfolio nachbildet und wie eine Aktie gehandelt wird.
