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Oracle-Aktien fallen 4 Prozent nach Force-Majeure-Bericht zum Rechenzentrum

Project Jupiter in New Mexico: Bericht über geplante Zahlungsverzögerung belastet Oracle und Blue Owl Capital.

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Oracle-Aktien fallen 4 Prozent nach Force-Majeure-Bericht zum Rechenzentrum

Die Oracle-Aktie ist am Donnerstag um 4 Prozent gefallen, nachdem berichtet worden war, dass das Unternehmen eine „Force-Majeure"-Erklärung im Zusammenhang mit seinem Rechenzentrumsprojekt in New Mexico versandt hat. Bloomberg berichtete über die Mitteilung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Mit dem Schritt will sich der US-Software- und Cloud-Konzern offenbar vor höheren Kosten schützen. Der Nachrichtendienst CNBC bestätigte die Berichterstattung.

Nach Angaben des Berichts plant Oracle, die Zahlungen für den Campus, der als „Project Jupiter" bekannt ist, zu verschieben, falls dieser nicht wie erwartet im Jahr 2028 in Betrieb genommen wird. Die Force-Majeure-Mitteilung richtete sich demnach an den Entwickler des Projekts, eine Tochtergesellschaft von Blue Owl Capital. Auch der Aktienkurs von Blue Owl Capital sank am Donnerstag.

Ein Oracle-Sprecher erklärte gegenüber CNBC: „Project Jupiter bleibt in unserem geplanten Zeitplan. Wir stehen voll hinter New Mexico und sind zuversichtlich, was unseren weiteren Weg angeht." Blue Owl Capital betonte in einer eigenen Stellungnahme: „Diese Mitteilung verändert nichts an den finanziellen Verpflichtungen für dieses mehrjährige Projekt."

Ein Prestigeobjekt mit Gegenwind

Das New-Mexico-Rechenzentrumsprojekt ist Teil des umfassenderen Aufbaus der KI-Infrastruktur „Stargate", der in Zusammenarbeit mit Präsident Donald Trump vorangetrieben wird. Das Vorhaben war jedoch von Rückschlägen und regulatorischen Hürden geprägt. Dazu zählten lokaler Widerstand gegen Rechenzentren vor den bevorstehenden Zwischenwahlen sowie Bedenken seitens Umweltschutzorganisationen.

Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem deshalb relevant, weil er zeigt, wie stark die Bewertung von KI-Infrastrukturprojekten an der Einhaltung ehrgeiziger Zeitpläne hängt. Rechenzentren gelten als Rückgrat der wachsenden Nachfrage nach KI-Anwendungen – Verzögerungen oder Zweifel an der Finanzierung können die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen spürbar belasten. Oracle gehört zu den Unternehmen, die massiv in diese Infrastruktur investieren und sich damit von einem klassischen Datenbankanbieter zu einem Cloud- und KI-Player wandeln wollen.

Zusätzlich zu den regulatorischen Hürden haben die Sorgen über Oracles Schulden zugenommen, die mit dem Rechenzentrum verbunden sind. Konkret geht es um 18 Milliarden US-Dollar, wie die Financial Times berichtete. Die entsprechenden Papiere wiesen demnach bereits gestresste Handelsniveaus auf. Das unterstreicht, wie sensibel der Markt auf Signale reagiert, die auf mögliche Verzögerungen oder zusätzliche Belastungen hindeuten könnten.

Eine „Force-Majeure"-Erklärung ist ein juristisches Instrument, mit dem Unternehmen auf außergewöhnliche, nicht vorhersehbare Umstände verweisen, um sich von bestimmten Pflichten – etwa fristgerechten Zahlungen – zu entlasten. Die Mitteilung an den Entwickler bedeutet ausdrücklich nicht, dass das Projekt gestoppt wird; Oracle und Blue Owl betonten beide, dass die finanziellen Verpflichtungen für das mehrjährige Vorhaben unverändert bleiben. Dennoch werteten Anleger den Schritt als Warnsignal.

Der Bericht stammt von Seema Mody und Leslie Picker von CNBC. Die Aktienkursbewegung am Donnerstag fiel für beide beteiligten Unternehmen negativ aus. Ob und in welchem Umfang sich aus der Mitteilung konkrete finanzielle Folgen für Oracle, Blue Owl Capital oder die Projektgesellschaft ergeben, ließen die Beteiligten offen. Beobachter dürften die weitere Entwicklung des Zeitplans bis 2028 sowie die regulatorischen Entscheidungen in New Mexico genau verfolgen – sie gelten als Gradmesser dafür, wie belastbar der derzeitige KI-Infrastruktur-Boom tatsächlich ist.

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