OpenAI plant Börsengang bis Ende 2026 – Wettlauf mit Anthropic
Das KI-Startup führt bereits informelle Gespräche mit Investmentbanken und baut sein Finanzteam aus.

OpenAI bereitet sich auf einen Börsengang bis zum vierten Quartal 2026 vor. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Unternehmen hinter ChatGPT führt demnach bereits informelle Gespräche mit Wall-Street-Banken über einen möglichen IPO und stockt gleichzeitig sein Finanzteam auf.
Der Zeitdruck für OpenAI steigt offenbar durch den Konkurrenten Anthropic, der ebenfalls einen Börsengang für Ende 2026 erwägt. Das ChatGPT-Unternehmen will vermeiden, dass Anthropic als erstes großes KI-Startup an die Börse geht und damit möglicherweise die Bewertungsmaßstäbe setzt.
Gigantischer Kapitalbedarf treibt IPO-Pläne
Der geplante Börsengang soll vor allem die angespannte Finanzlage von OpenAI verbessern. Das Unternehmen verbrennt jährlich mehrere Milliarden US-Dollar für die Entwicklung und den Betrieb seiner KI-Modelle. Aktuell versucht OpenAI, 100 Milliarden US-Dollar von internationalen Investoren bei einer Bewertung von 830 Milliarden US-Dollar einzusammeln.
Ein IPO von OpenAI würde zu den größten Börsengängen aller Zeiten gehören. Das Unternehmen hat bereits Milliarden von Tech-Giganten wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft (NASDAQ:MSFT), SoftBank (TYO:9984) und Nvidia (NASDAQ:NVDA) eingesammelt. Jüngsten Berichten zufolge verhandelt OpenAI auch mit Amazon (NASDAQ:AMZN) über eine Finanzspritze von bis zu 50 Milliarden US-Dollar.
Strukturwandel für Börsenreife
Für einen erfolgreichen Börsengang muss OpenAI seine Unternehmensstruktur grundlegend umbauen. Derzeit ist das Unternehmen noch als Non-Profit-Organisation mit gewinnorientierter Tochtergesellschaft organisiert – eine Struktur, die für börsennotierte Unternehmen unüblich ist. Investoren und Analysten erwarten daher eine vollständige Umwandlung in eine klassische Aktiengesellschaft vor dem IPO.
Die hohen Bewertungen im KI-Sektor könnten OpenAI dabei in die Karten spielen. Allerdings muss das Unternehmen auch nachweisen, dass es einen klaren Weg zur Profitabilität hat – trotz der enormen Kosten für Rechenleistung und Modellentwicklung.
