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Ölpreise uneinheitlich: Nahost-Krise überlagert US-Iran-Gesprächshoffnungen

Brent steigt leicht, WTI fällt – physische Realität am Ölmarkt bleibt trotz diplomatischer Signale fragmentiert.

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Ölpreise uneinheitlich: Nahost-Krise überlagert US-Iran-Gesprächshoffnungen

Die Ölpreise zeigen sich am Mittwochmorgen uneinheitlich. Brent-Rohöl-Futures legten um 04:20 Uhr GMT um 40 Cent oder 0,4 Prozent auf 95,19 Dollar pro Barrel zu und machten damit frühere Verluste von bis zu 0,9 Prozent wett – nach einem Einbruch von 4,6 Prozent in der vorangegangenen Sitzung. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte dagegen 23 Cent oder 0,3 Prozent niedriger bei 91,05 Dollar. Der WTI-Kontrakt war zuvor um bis zu 4,7 Prozent gefallen, nachdem er am Vortag bereits um 7,9 Prozent nachgegeben hatte.

Hintergrund der Bewegungen ist der anhaltende Krieg zwischen Israel und dem Iran, der die globalen Ölversorgungsrouten erheblich gestört hat. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass Gespräche zur Beendigung des Konflikts in den nächsten zwei Tagen in Pakistan wieder aufgenommen werden könnten. Zuvor hatte das Scheitern der Verhandlungen am Wochenende Washington dazu veranlasst, eine Blockade iranischer Häfen zu verhängen.

Mehr Hoffnung als konkrete Entwicklungen

Suvro Sarkar, Leiter des Energieteams bei der DBS Bank, ordnet die Marktlage nüchtern ein: „Während der Markt davon ausgeht, dass das Schlimmste überstanden ist, und weitere Runden von Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran in den kommenden Tagen einpreist, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt mehr Hoffnung als tatsächliche Entwicklungen." Er betont zudem: „Physisches Öl wird immer noch mit erheblichen Aufschlägen gegenüber diesen Futures-Preisen gehandelt."

Der Krieg hat die Straße von Hormus weitgehend lahmgelegt – einen der wichtigsten Seehandelskorridore der Welt. Durch diese Meerenge fließen normalerweise rund 130 Schiffe täglich mit Rohöl und Mineralölprodukten aus dem Persischen Golf zu Abnehmern in Asien und Europa. Trotz eines zweiwöchigen Waffenstillstands beträgt das aktuelle Verkehrsaufkommen nur noch einen Bruchteil dieses Niveaus.

Raffinerien weltweit suchen händeringend nach alternativen Rohölquellen. Dies treibt die Aufschläge in die Höhe, die sie für Öl aus anderen Regionen zu zahlen bereit sind. Eine Ladung WTI Midland zur Lieferung nach Rotterdam wurde am Dienstag mit einem Rekordaufschlag von 22,80 Dollar pro Barrel über den europäischen Benchmark-Preisen gehandelt – ein historischer Höchstwert, der die Dringlichkeit der Versorgungslage verdeutlicht.

Sanktionsausnahmen laufen aus – Versorgungsdruck steigt

Die Lage droht sich weiter zu verschärfen. Zwei Vertreter der US-Regierung erklärten gegenüber Reuters, dass die USA eine diese Woche auslaufende 30-tägige Ausnahmeregelung von den Sanktionen für iranisches Öl auf See nicht verlängern werden. Damit entfällt eine weitere Lieferquelle für den globalen Markt. Zusätzlich ließ Washington eine ähnliche Ausnahmeregelung für Sanktionen gegen russisches Öl am Wochenende stillschweigend auslaufen.

Ein US-Zerstörer hinderte am Dienstag zwei Öltanker am Verlassen des Irans, wie ein US-Beamter bestätigte. Die Schork Group kommentierte die Gesamtlage in einer Mitteilung: „Während diplomatische Schlagzeilen die Möglichkeit erneuter US-Iran-Gespräche und sogar eine vorübergehende Lockerung der Transitbeschränkungen suggerieren, bleibt die physische Realität fragmentiert."

Blick auf US-Lagerbestandsdaten

Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Augen der Marktteilnehmer auf die offiziellen US-Lagerbestandsdaten der Energy Information Administration (EIA), die um 14:30 Uhr GMT erwartet werden. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche leicht gestiegen sein dürften, während die Bestände an Destillaten und Benzin wahrscheinlich gesunken sind. Marktquellen, die mit den Zahlen des American Petroleum Institute (API) vertraut sind, berichteten zudem, dass die US-Rohölvorräte die dritte Woche in Folge sprunghaft angestiegen seien – ein Signal, das den Preisdruck auf WTI zusätzlich belasten könnte.

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