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Ölpreis auf Sechswochenhoch: USA-Iran-Konflikt und Huthi-Blockade befeuern Versorgungsängste

Brent-Öl klettert auf 93,17 Dollar, WTI auf 86,32 Dollar – militärische Eskalation und Seeblockade-Drohung treiben die Preise.

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Ölpreis auf Sechswochenhoch: USA-Iran-Konflikt und Huthi-Blockade befeuern Versorgungsängste

Die Ölpreise haben am Mittwoch ein Sechswochenhoch erreicht. Brent-Rohöl mit September-Fälligkeit stieg um 2,4 Prozent auf 93,17 Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls um 2,4 Prozent auf 86,32 Dollar zulegte. Beide Kontrakte steuerten damit auf ihren vierten Tagesgewinn in Folge zu und notierten auf dem höchsten Stand seit dem 11. Juni.

Die Preisrally ist das Ergebnis einer gefährlichen Gemengelage: In sechs der letzten sieben Handelssitzungen verzeichneten die Ölmärkte Zuwächse – getrieben von militärischer Eskalation im Nahen Osten und wachsenden Sorgen um die globale Energieversorgung.

Militärische Eskalation zwischen USA und Iran

Die US-Streitkräfte gaben bekannt, dass sie am Dienstag die elfte Nacht in Folge iranische Militärziele angegriffen haben. Im Visier standen dabei Raketen- und Drohnenabschussplätze, Kommando- und Kontrollzentren, Luftverteidigungssysteme sowie weitere militärische Infrastruktur. Washington intensiviert damit seine Kampagne gegen Teheran spürbar.

Der Iran seinerseits setzt seine Vergeltungsangriffe auf US-Militärstützpunkte in der gesamten Region fort. Betroffen sind Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter – mit unmittelbaren Folgen für die Rohstoffmärkte.

Huthi-Blockade bedroht saudische Ölexporte

Besondere Aufmerksamkeit gilt der mit dem Iran verbündeten Huthi-Bewegung im Jemen. Diese hat mit einer Seeblockade für Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien im Roten Meer gedroht. Die Ankündigung hat bereits erste praktische Konsequenzen: Einige Öltanker änderten bereits ihre Kursrouten, was Sorgen über die Exporte eines der weltweit größten Rohöllieferanten schürt.

Die Analysten der ING erläutern die Tragweite dieser Drohung: „Dies würde Tanker dazu zwingen, das Rote Meer über den Suezkanal zu befahren oder zu verlassen, was die Fahrten nach Asien erheblich verlängern und verteuern würde." Für europäische und asiatische Importeure hätte eine solche Entwicklung direkte Auswirkungen auf die Energiekosten.

Die Lage im Roten Meer ist dabei nicht isoliert zu betrachten. Der Schiffsverkehr ist bereits durch Feindseligkeiten rund um die Straße von Hormus beeinträchtigt – einer der wichtigsten Wasserstraßen für den weltweiten Öltransport. Eine zusätzliche Blockade im Roten Meer würde die Versorgungsketten weiter unter Druck setzen.

Kasachische Ölexporte als weiterer Störfaktor

Zu den Spannungen im Nahen Osten gesellen sich neue Störungen bei den kasachischen Rohölexporten über das Schwarze Meer. Das Caspian Pipeline Consortium (CPC) hat die Ölverladungen eingestellt, nachdem sein russisches Exportterminal wiederholt von Angriffen auf Tanker betroffen war. Dies stellt einen weiteren Belastungsfaktor für das globale Ölangebot dar.

Die ING-Analysten ziehen daraus eine klare Schlussfolgerung: „Unter Berücksichtigung der erneuten Störungen im Persischen Golf, der Risiken für saudische Rohölexporte aus dem Roten Meer und der Entwicklungen im Schwarzen Meer könnte man argumentieren, dass Brent mit etwas über 91 Dollar pro Barrel unterbewertet ist – insbesondere dann, wenn diese Störungen bis in den August andauern."

US-Lagerbestandsdaten enttäuschen Erwartungen

Auf der Angebotsseite lieferte das American Petroleum Institute (API) am Dienstag überraschende Zahlen: Die US-Rohölbestände stiegen in der vergangenen Woche um 2,603 Millionen Barrel. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 1,5 Millionen Barrel erwartet. Es war der erste Bestandsaufbau seit zwei Wochen – ein Datenpunkt, der den Preisanstieg eigentlich hätte bremsen können, angesichts der geopolitischen Lage jedoch kaum ins Gewicht fällt.

Im weiteren Verlauf des Mittwochs richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die offiziellen US-Lagerbestandsdaten der Energy Information Administration (EIA). Diese gelten als verlässlicherer Indikator als die API-Zahlen und könnten für weitere Bewegung an den Ölmärkten sorgen.

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