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Nvidia seit 2023 fast 1.500 Prozent: Lohnt sich der Einstieg noch?

Ein Motley-Fool-Analyst hielt Nvidia fast drei Jahre, verkaufte zu früh – und würde die Aktie heute trotzdem wieder kaufen.

5 Min
Nvidia seit 2023 fast 1.500 Prozent: Lohnt sich der Einstieg noch?

Die Nvidia-Aktie (NVDA) gehört zu den größten Gewinnern des Booms um künstliche Intelligenz. Seit Beginn des Jahres 2023 ist der Kurs um nahezu 1.500% gestiegen und hat Anlegern außergewöhnliche Renditen beschert. Ein Analyst von The Motley Fool hielt die Aktie fast drei Jahre lang – und beantwortet die Frage, ob sich ein Kauf heute noch lohnt, mit einem klaren Ja.

Der Autor des Berichts kaufte die Aktie zu Beginn des Jahres 2023 und beobachtete, wie sie sich verdoppelte. Anschließend verkaufte er seine Position, weil er befürchtete, die Nachfrage nach KI-Rechenleistung könnte nicht von Dauer sein. Rückblickend schreibt er: "Ich lag damit völlig falsch." Erst 2024 erwarb er erneut Anteile, nachdem der Kurs weiter gestiegen war – für ihn dennoch eine hervorragende Investition.

Damit steht die Kernfrage im Raum, die viele Privatanleger beschäftigt: Ist der Zug bei Nvidia bereits abgefahren, oder bietet sich jetzt noch ein Einstieg? Die Antwort des Analysten fällt eindeutig aus: Er würde die Aktie heute auf jeden Fall erneut kaufen. Die Begründung stützt sich auf zwei Säulen – die dominierende Marktstellung des Unternehmens und eine aus seiner Sicht günstige Bewertung.

Die Details

Nvidia stellt Grafikprozessoren (GPUs) her, die zur Standardrecheneinheit für sämtliche KI-Operationen geworden sind – sowohl beim Training als auch bei der Inferenz von KI-Modellen. Zwar gibt es Alternativen, doch das Ökosystem von Nvidia gilt als unübertroffen. Zudem gewinnen benutzerdefinierte KI-Chips bei vielen KI-Hyperscalern an Beliebtheit. Der Analyst hält jedoch fest, dass flexible Recheneinheiten wie die GPUs von Nvidia, die einer Vielzahl von Workloads gerecht werden, stets ihren Platz behalten werden.

Bemerkenswert ist das Wachstumstempo des Unternehmens. Normalerweise besagt das Gesetz der großen Zahlen, dass Wachstum mit zunehmender Größe schwieriger wird. Nvidia ist das größte Unternehmen der Welt und hat Höhen erreicht, die kein anderes Unternehmen jemals zuvor erklommen hat. Dennoch wächst es schneller als jede andere Aktie unter den zehn größten Unternehmen der Welt. Das zeigt aus Sicht des Autors eindrucksvoll, wie massiv die Nachfrage nach KI-Rechenleistung ist.

Ein zentraler Punkt ist die Planungssicherheit: Aufgrund seiner Marktposition verfügt Nvidia über fundierte Kenntnisse darüber, wie viel Rechenleistung die KI-Hyperscaler planen einzukaufen. Die Unternehmen erstellen mehrjährige Pläne, da Rechenzentren nicht über Nacht entstehen. Das ermöglicht Nvidia langfristige Prognosen. Die Hinweise zum Ausbau der KI-Infrastruktur seien "einfach beeindruckend", so der Analyst.

Konkret schätzt Nvidia, dass die globalen Kapitalausgaben für Rechenzentren bis 2030 zwischen 3 Billionen und 4 Billionen US-Dollar liegen werden. Die "Big Five" der KI-Hyperscaler werden im laufenden Jahr fast 800 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren ausgeben. Für Anleger, die glauben, das Boot verpasst zu haben, bedeutet das: Es besteht weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial, und Nvidia dürfte zu den größten Nutznießern des KI-Ausbaus gehören.

Zur Bewertung: Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Nvidia laut dem Bericht keine teure Aktie. Sie wird mit einem 29-fachen Gewinn gehandelt, was im Bereich anderer großer Tech-Aktien liegt, wenn man einmalige Effekte von der Bewertung ausschließt. Der Haken: Nvidia wächst deutlich schneller als jeder seiner Kollegen aus dem Big-Tech-Segment. Das historische Kurs-Gewinn-Verhältnis berücksichtigt dieses massive zukünftige Wachstum nicht. Bewertet man die Aktie anhand des Gewinns für das kommende Jahr, zeigt sich ein anderes Bild: Mit weniger als dem 15-fachen des nächsten Jahresgewinns ist heute kaum ein Wachstumseffekt eingepreist.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Einschätzung ist Teil einer Reihe von Analysen, die aktien.news in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat. Bereits am 25.04.2026 berichtete aktien.news, dass die Nvidia-Aktie seit dem Beginn des Hypes um Künstliche Intelligenz um unglaubliche 1.100% zugelegt hat – und stellte die Frage, ob die Aktie nach diesem Anstieg noch ein Kauf ist.

Am 27.04.2026 folgte ein weiterer Bericht: Die Aktie hatte sich eindrucksvoll erholt, nachdem sie noch Anfang April rund 20 Prozent unter ihrem Allzeithoch notiert hatte. In der Analyse hieß es, Nvidia werde mit dem 24-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und gelte damit im Vergleich zu anderen bekannten Technologiewerten als keineswegs übermäßig teuer bewertet.

Am 31.05.2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia seit dem Beginn des KI-Ausbaus im Jahr 2023 die Führungsposition in der Branche einnimmt – und dass sich daran bis heute nichts geändert hat. Fast das gesamte Geschäft von Nvidia stammt aus KI-bezogenen Quellen; die Nachfrage nach KI-Infrastruktur zeige keinerlei Abschwächungstendenzen.

Am 14.06.2026 rückte aktien.news den Kontrast zwischen Geschäftsentwicklung und Kursperformance in den Mittelpunkt: Bei einem Marktwert von fast 5 Billionen US-Dollar notierte Nvidia rund 13% unter seinem Allzeithoch und bewegte sich seit Monaten weitgehend seitwärts – selbst während der breitere Markt zulegte.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ergibt sich daraus ein differenziertes Bild. Einerseits ist der Kursanstieg von nahezu 1.500% seit Beginn des Jahres 2023 beeindruckend – wer früh eingestiegen ist, sitzt auf erheblichen Buchgewinnen. Andererseits zeigt das Beispiel des Analysten, dass auch erfahrene Investoren den Ausstieg falsch timen können: Er verkaufte nach einer Verdopplung aus Sorge vor einer nachlassenden Nachfrage und musste später teurer wieder einsteigen.

Das Argument des Berichts stützt sich nicht auf kurzfristige Kursphantasie, sondern auf zwei beobachtbare Größen: die Nachfrage nach KI-Rechenleistung und die Bewertung. Die genannten Kapitalausgabenprognosen der Hyperscaler liefern aus Sicht des Autors die Grundlage dafür, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur mehrere Jahre tragen kann. Gleichzeitig weist die Bewertungskennzahl auf Basis des kommenden Jahresgewinns darauf hin, dass der Markt dieses Wachstum derzeit nur teilweise einpreist.

Zu beachten ist allerdings, dass es sich um die Einschätzung eines einzelnen Analysten handelt, der die Aktie selbst gehalten hat. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Anleger sollten die genannten Kennzahlen und Prognosen als Argumente prüfen, nicht als Garantie.

Ausblick

Der Bericht nennt konkrete Erwartungen: Nvidia selbst rechnet damit, dass die globalen Kapitalausgaben für Rechenzentren bis 2030 zwischen 3 Billionen und 4 Billionen US-Dollar erreichen. Die "Big Five" der KI-Hyperscaler werden im laufenden Jahr fast 800 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren ausgeben. Der erwartete Intensivierungsprozess des KI-Ausbaus bis 2030 lässt dem Autor zufolge noch viel Raum für weitere Kurssteigerungen bei Nvidia. Ob sich diese Erwartungen erfüllen, hängt maßgeblich davon ab, ob die mehrjährigen Investitionspläne der Hyperscaler tatsächlich umgesetzt werden.

Kurz erklärt

  • KGV: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und gilt als Maßstab dafür, wie teuer eine Aktie bewertet ist.
  • Forward-KGV: Diese Kennzahl verwendet nicht den vergangenen, sondern den für das kommende Jahr erwarteten Gewinn und macht Wachstumsaussichten sichtbarer.
  • GPU: Ein Grafikprozessor ist ein spezialisierter Rechenchip, der viele Rechenoperationen parallel ausführt und deshalb für KI-Anwendungen genutzt wird.
  • Hyperscaler: So werden sehr große Cloud-Anbieter bezeichnet, die Rechenleistung in großem Stil in eigenen Rechenzentren betreiben.
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