Nvidia entwickelt neuen KI-Inferenz-Chip für OpenAI und andere Kunden
Der Grafikkartenriese plant laut WSJ eine neue Plattform für schnellere KI-Verarbeitung – mit Technologie des Startups Groq.

Nvidia arbeitet an einem neuen Prozessor, der KI-Unternehmen wie OpenAI dabei helfen soll, ihre Systeme schneller und effizienter zu machen. Das berichtete das Wall Street Journal am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise. Im Mittelpunkt steht sogenanntes Inferenz-Computing – also die Rechenleistung, die KI-Modelle benötigen, um auf Nutzeranfragen zu reagieren.
Die neue Plattform soll bereits im kommenden Monat auf der Nvidia-Entwicklerkonferenz GTC in San Jose vorgestellt werden. Besonders bemerkenswert: Das System soll einen Chip des Startups Groq enthalten, das sich auf besonders schnelle KI-Inferenz spezialisiert hat. Reuters konnte den WSJ-Bericht zunächst nicht unabhängig bestätigen; Nvidia und OpenAI äußerten sich auf Anfrage nicht.
Hintergrund: OpenAI sucht schnellere Hardware
Der Kontext ist bedeutsam. Reuters hatte bereits früher im Februar berichtet, dass OpenAI mit der Geschwindigkeit der Nvidia-Hardware unzufrieden ist – insbesondere bei rechenintensiven Aufgaben wie Softwareentwicklung oder der Kommunikation zwischen KI-Systemen. Laut einer Quelle soll neue Hardware künftig rund 10 Prozent des gesamten Inferenz-Rechenbedarfs von OpenAI abdecken.
OpenAI hatte daraufhin Gespräche mit alternativen Chip-Startups geführt, darunter Cerebras und Groq. Diese Verhandlungen endeten jedoch abrupt, nachdem Nvidia eine milliardenschwere Lizenzvereinbarung mit Groq im Wert von 20 Milliarden US-Dollar abschloss und sich damit den exklusiven Zugang zu der begehrten Technologie sicherte.
Strategische Verflechtung zwischen Nvidia und OpenAI
Die Beziehung zwischen Nvidia und OpenAI ist dabei eng verflochten. Im September kündigte Nvidia an, im Rahmen einer Investitionsvereinbarung bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren zu wollen. Dieser Deal sicherte Nvidia eine Beteiligung an dem ChatGPT-Entwickler und verschaffte OpenAI gleichzeitig die finanziellen Mittel für den Kauf weiterer hochentwickelter Chips.
Für Anleger ist die Entwicklung ein weiteres Signal, dass Nvidia seinen dominanten Marktplatz im KI-Chip-Segment aktiv verteidigt. Durch die Groq-Lizenz und die eigene Inferenz-Plattform positioniert sich das Unternehmen als Komplettanbieter für den gesamten KI-Verarbeitungszyklus – von der Modellentwicklung bis zur Auslieferung von Antworten an Endnutzer.
