Nvidia-Chipverkäufe nach China weiter blockiert trotz Trump-Freigabe
US-Sicherheitsprüfung verzögert H200-Exporte – Milliardenmarkt bleibt für Halbleiterriesen unerreichbar

Die geplante Wiederaufnahme von Nvidias Chipverkäufen nach China verzögert sich weiter. Obwohl US-Präsident Donald Trump im Dezember grünes Licht für den Export der leistungsstarken H200-KI-Chips gegeben hatte, fehlen knapp zwei Monate später noch immer die finalen Genehmigungen. Grund sind laufende Sicherheitsüberprüfungen verschiedener US-Behörden, wie die Financial Times unter Berufung auf informierte Kreise berichtet.
Chinesische Kunden halten sich mit Bestellungen zurück, bis Klarheit über die Lizenzbedingungen herrscht. Die Unsicherheit belastet nicht nur Nvidia, sondern auch die gesamte Lieferkette. Mehrere Zulieferer haben die Produktion wichtiger Komponenten bereits pausiert, während die behördenübergreifenden Prüfungen andauern.
Behördenstreit bremst Milliardengeschäft
Hinter den Kulissen tobt offenbar ein Konflikt zwischen verschiedenen US-Ministerien. Während das Handelsministerium seine Analyse bereits abgeschlossen hat, drängt das Außenministerium auf schärfere Exportbeschränkungen. Die Sicherheitsbedenken der Diplomaten könnten das erhoffte Geschäft noch weiter verzögern oder sogar verhindern.
Für Nvidia steht viel auf dem Spiel. CEO Jensen Huang hatte den chinesischen Markt für KI-Chips auf 50 Milliarden Dollar jährlich beziffert. In Erwartung starker Nachfrage hatte der Konzern die Produktion bereits hochgefahren. Die nun stockenden Genehmigungen bremsen diese Expansionspläne erheblich aus.
Strenge Auflagen für Chipexporte
Die im Dezember ausgehandelte Vereinbarung umfasst neben Nvidia auch den Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD). Sie erlaubt Chipexporte nur unter strengen Bedingungen: Die US-Regierung behält sich Kontrollen der Endverwendung vor und begrenzt die Liefermengen. Diese Auflagen sollen verhindern, dass die Hochleistungschips für militärische Zwecke genutzt werden.
Die Verzögerungen zeigen, wie schwierig der Spagat zwischen wirtschaftlichen Interessen und Sicherheitsbedenken für die US-Regierung ist. Für deutsche Anleger bedeutet die Unsicherheit ein erhöhtes Risiko bei Nvidia-Aktien, da ein bedeutender Wachstumsmarkt vorerst verschlossen bleibt.
