Neuer Apple-Chef Ternus plant Umbau: schneller, schlanker, mehr Geräte
John Ternus will Apple wenige Wochen nach seinem Amtsantritt umstrukturieren und die Produktentwicklung beschleunigen.

John Ternus, Chief Executive Officer von Apple Inc., will das iPhone-Unternehmen wenige Wochen nach seinem Amtsantritt grundlegend umstrukturieren. Das geht aus einem Bericht von Bloomberg Europe hervor. Ziel der Pläne ist es, die Produktentwicklung zu beschleunigen, das Gerätespektrum zu erweitern und eine schlanke Organisation mit stärkerem Fokus auf Engineering zu schaffen.
Damit gibt der neue Apple-Chef erstmals Aufschluss darüber, wie er den Konzern nach der 15-jährigen Amtszeit von Tim Cook als CEO gestalten will. Die Pläne hat Ternus intern mit seinen Kollegen besprochen. Die Umstrukturierung erfolgt also nicht per externer Ankündigung, sondern zunächst als interne Neuausrichtung des Unternehmens.
Bemerkenswert ist dabei die Personalie selbst: Ternus war zuvor Leiter der Hardware-Entwicklung bei Apple. Diese Herkunft prägt offenbar seinen Ansatz. Wer die Hardware-Seite eines Konzerns über Jahre verantwortet hat, denkt Produkte und Engineering zusammen. Der stärkere Fokus auf die technische Entwicklung ist daher kein Zufall, sondern spiegelt den Hintergrund des neuen CEO wider.
Schnellere Produktentwicklung als Kernziel
Die drei zentralen Stoßrichtungen des Umbaus lassen sich klar benennen: Erstens soll die Produktentwicklung an Tempo gewinnen. Zweitens will Apple sein Gerätespektrum erweitern. Drittens soll die Organisation schlanker werden, mit einem klaren Schwerpunkt auf Engineering.
Für deutsche Anleger ist vor allem der zweite Punkt relevant. Ein breiteres Gerätespektrum kann bedeuten, dass Apple neue Produktkategorien oder zusätzliche Varianten bestehender Geräte ins Auge fasst. Konkrete Angaben dazu, welche Geräte oder Kategorien betroffen sind, macht der Bericht allerdings nicht. Ebenso offen bleibt, in welchem Zeitrahmen die Umstrukturierung umgesetzt werden soll.
Der Begriff der schlanken Organisation verweist auf einen Effizienzgedanken. Weniger Hierarchie, kürzere Entscheidungswege und eine stärkere Verantwortung der technischen Bereiche – das ist die Richtung, die der neue CEO vorgibt. Wie tief solche Einschnitte reichen, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen jedoch nicht abschätzen.
Ein neuer Kurs nach 15 Jahren Tim Cook
Die Tragweite des Vorhabens wird erst im historischen Kontext deutlich. Tim Cook führte Apple 15 Jahre lang als CEO. In dieser Zeit wurde der Konzern zum wertvollsten Unternehmen der Welt und das iPhone zum wichtigsten Umsatzträger. Ein neuer CEO, der unmittelbar nach Amtsantritt eine grundlegende Umstrukturierung anstößt, setzt bewusst ein eigenes Signal.
Für Investoren bleibt abzuwarten, wie die Pläne konkret ausgestaltet werden. Der Bericht beschreibt die intern besprochenen Vorhaben, nennt aber keine Zahlen, keine Zeitpläne und keine betroffenen Geschäftsbereiche im Detail. Anleger sollten die weitere Berichterstattung daher aufmerksam verfolgen, bevor sie Rückschlüsse auf Umsatz- oder Gewinnentwicklung ziehen.
Klar ist: Mit dem Führungswechsel an der Spitze beginnt bei Apple eine neue Phase. Ob der schlankere, schnellere und stärker technikgetriebene Kurs aufgeht, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
