Dan Ives beantragt KI-Fonds für private Unternehmen an der NYSE
Der Analyst will mit dem geschlossenen Fonds Ives Ultra AI Opportunities 200 Millionen US-Dollar einsammeln und privaten KI-Unternehmen Zugang verschaffen.

Der Technologie-Analyst Dan Ives hat am Mittwoch den Antrag für einen geschlossenen Fonds eingereicht, der Anlegern Zugang zu privaten Unternehmen verschaffen soll, die den Boom der künstlichen Intelligenz antreiben. Der Fonds trägt den Namen „Ives Ultra AI Opportunities" und soll an der New York Stock Exchange unter dem Ticker „IVAI" gehandelt werden. Eingereicht wurde der Antrag von der Gesellschaft Yorkville Ives & Co., bei der Ives als Partner und Analyst tätig ist.
Das Angebot umfasst 20 Millionen Stammaktien zu einem Preis von je 10 US-Dollar. Damit will der Fonds Bruttoerlöse in Höhe von 200 Millionen US-Dollar erzielen. Die gesamten jährlichen Kosten des Fonds belaufen sich auf 3,1% des Bruttovermögens.
Ives begründet den Schritt mit Nachfragen aus der Anlegerschaft. Anleger hätten ihn gefragt, wie sie Zugang zu privaten Unternehmen erhalten könnten, die den Ausbau der KI vorantreiben. Der bis Juli als leitender Technologieanalyst bei Wedbush Securities tätige Ives bezeichnete private Unternehmen als „die goldene Gans", die einen Großteil der Ausgaben für KI in den kommenden Jahren bestimmen werde.
Die Details
Laut der regulatorischen Einreichung sind etwa 80% des Nettovermögens des Fonds für Unternehmen vorgesehen, die sich auf KI konzentrieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf „privaten KI-Unternehmen in der späten Wachstumsphase, die in den Vereinigten Staaten ansässig sind und in geringerem Maße auch nicht-US-amerikanische Unternehmen". Hinzu kommen börsennotierte US-Unternehmen. Bis zu 15% des Portfolios könnten in private Fonds investiert werden, um die Exposition gegenüber KI-Unternehmen weiter zu erhöhen.
Der Fonds konzentriert sich damit auf private Unternehmen in der späten Wachstumsphase, die eine Rolle in der KI und ihrer Infrastruktur spielen. Ives bewarb ihn als den ersten Fonds, der in private KI-Technologieunternehmen investiert – eine Gruppe, die für Privatanleger bislang weitgehend unzugänglich war. Mit dem Ticker „IVAI" soll das Vehikel an der New York Stock Exchange handelbar sein, also an einer der weltweit größten Börsen.
Die Nachfrage nach einem solchen Zugang scheint groß. Etwa zwei Drittel der Amerikaner glauben laut einer im Juli durchgeführten Umfrage von mehr als 2.000 Erwachsenen, die im Auftrag von DealMaker durchgeführt wurde, dass sie keinen Zugang zu den wachstumsstärksten privaten Unternehmen haben. Knapp mehr als die Hälfte der Befragten gab an, der Ansicht zu sein, der Aktienmarkt sei nicht der beste Ort, um Vermögen aufzubauen – trotz seiner Rallye auf neue Rekorde in diesem Jahr.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 01.05.2026 berichtete aktien.news, dass Dan Ives, damals Leiter der globalen Technologieanalyse bei Wedbush Securities, Technologieaktien für den Rest des Jahres 2026 ein weiteres Aufwärtspotenzial von 15% zusprach. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC erklärte er, der KI-Zyklus befinde sich „im dritten Inning dieses Neun-Inning-Spiels". Seine Einschätzung fiel damit deutlich optimistischer aus als viele aktuelle Marktkommentare.
Am 29.05.2026 meldete aktien.news, dass Anthropic nach einer weiteren erfolgreichen Finanzierungsrunde auf eine Bewertung von einer Billion US-Dollar zusteuerte. Das Unternehmen sicherte sich eine Finanzierung von 65 Milliarden US-Dollar und erreichte damit eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar. Ives bezeichnete die jüngste Bewertung von Anthropic gegenüber „Squawk Box Europe" von CNBC lediglich als die „Speerspitze" der KI-Rally und betonte, die Nachfrage der Investoren nach KI-Unternehmen stehe erst am Anfang.
Am 09.06.2026 berichtete aktien.news, dass OpenAI offiziell einen Antrag auf einen Börsengang in den USA gestellt hatte und damit dem KI-Konkurrenten Anthropic folgte, der diesen Schritt nur wenige Tage zuvor angekündigt hatte. OpenAI machte keine Angaben zum Umfang oder zu den Bedingungen des Angebots und betonte, dass noch kein konkreter Zeitplan festgelegt wurde. Laut einem Bericht von Reuters strebte OpenAI bei einem möglichen Börsendebüt, das bereits im September erfolgen könnte, eine Bewertung von bis zu einer Billion US-Dollar an.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Fonds insofern relevant, als er einen Zugang zu einem Segment eröffnet, das bislang vor allem institutionellen Investoren vorbehalten war. Der Fonds wird an der NYSE unter dem Ticker „IVAI" gehandelt und ist als geschlossener Fonds konstruiert, dessen Anteile nicht laufend neu ausgegeben werden. Anleger sollten die Kostenstruktur beachten: Die gesamten jährlichen Kosten belaufen sich auf 3,1% des Bruttovermögens.
Der Start des Fonds fällt in eine Phase, in der die KI-Branche angesichts zunehmender Sicherheitsbedenken internen und externen Forderungen nach einer Verlangsamung des Innovationsrhythmus ausgesetzt ist. Ives, ein langjähriger Befürworter des KI-Sektors, sagte, diese Appelle sollten Anleger, die die langfristige Tragfähigkeit des Sektors betrachten, nicht beunruhigen. Wer in einen Fonds mit hohem Privatmarktanteil investiert, muss sich zugleich bewusst sein, dass Bewertungen privater Unternehmen weniger transparent sind als Börsenkurse.
Ein Hinweis auf die Unsicherheiten des Segments liefert die jüngste Entwicklung bei OpenAI. Die führenden KI-Entwickler OpenAI und Anthropic hatten Anfang des Jahres vertraulich Börsengänge angemeldet. Der OpenAI-CEO Sam Altman schloss jedoch kürzlich einen Börsengang im Jahr 2026 für die ChatGPT-Plattform aus und verwies dabei auf die Debatte über die Einführung von Sicherheitsvorkehrungen.
Ausblick
Der Fonds soll an der New York Stock Exchange unter dem Ticker „IVAI" gehandelt werden. Ein genauer Termin für den Handelsstart wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Offen ist auch, wie sich die Nachfrage nach dem Angebot entwickelt, das auf Bruttoerlöse von 200 Millionen US-Dollar ausgelegt ist.
Bei OpenAI bleibt unklar, ob und wann ein Börsengang erfolgt. Sam Altman schloss einen Börsengang im Jahr 2026 für die ChatGPT-Plattform zuletzt aus und verwies auf die Debatte über Sicherheitsvorkehrungen. Anthropic und OpenAI hatten Anfang des Jahres vertraulich Börsengänge angemeldet. Ives erwartet ungeachtet der Sicherheitsdebatte, dass private Unternehmen einen Großteil der KI-Ausgaben der kommenden Jahre bestimmen werden.
Kurz erklärt
- Geschlossener Fonds: Ein Fonds mit fester Anzahl an Anteilen, die an einer Börse gehandelt werden und nicht laufend neu ausgegeben werden.
- Späte Wachstumsphase: Entwicklungsstadium eines Unternehmens, in dem das Geschäftsmodell etabliert ist und ein Börsengang näher rückt.
- Bruttovermögen: Gesamtwert aller Vermögenswerte eines Fonds vor Abzug von Verbindlichkeiten und Kosten.
