Neue US-Zölle auf Kanada und Mexiko beschlossen
Handelskonflikt weitet sich aus – China reagiert mit Gegenzöllen

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada sind laut US-Medien um kurz nach Mitternacht (Ortszeit) in Kraft getreten. Berichten von „New York Times“, „Wall Street Journal“ und CNN zufolge betreffen die Strafzölle Importe aus beiden Nachbarländern in Höhe von 25 Prozent. Das Weiße Haus bestätigte die Maßnahme in einer Mitteilung und erklärte, dass sie ab Dienstag gelte.
Trumps Entscheidung hat bereits Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Die Ankundigung der Zölle ließ die Aktienkurse einbrechen. Gleichzeitig verfügte der US-Präsident eine Verdoppelung der bestehenden Importzölle auf chinesische Waren von 20 auf 40 Prozent. In Reaktion darauf kündigte die chinesische Regierung an, eigene Gegenzölle auf landwirtschaftliche Produkte aus den USA zu verhängen. Das Handelsministerium in Peking gab bekannt, dass ab dem 10. März Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Hühnerfleisch, Weizen, Mais und Baumwolle aus den USA erhoben werden. Zudem sollen für Sojabohnen, Schweinefleisch und Rindfleisch Zusatzabgaben von 10 Prozent gelten.
China plant darüber hinaus, weitere US-Unternehmen auf eine Liste unzuverlässiger Entitäten zu setzen. Betroffene Firmen könnten mit Einschränkungen oder Verboten für ihre Geschäftstätigkeit in China konfrontiert werden. Trump begründet die neuen Zölle gegen Mexiko und Kanada unter anderem mit deren unzureichendem Vorgehen gegen Drogenhandel und illegale Migration an den gemeinsamen Grenzen. Auch China wird vorgeworfen, nicht genug gegen den Schmuggel der synthetischen Droge Fentanyl in die USA zu unternehmen.
Die Importe aus Kanada, Mexiko und China machen laut „New York Times“ mehr als 40 Prozent der gesamten US-Importe aus. Trump hat Zölle in der Vergangenheit mehrfach als Druckmittel eingesetzt, um politische oder wirtschaftliche Zugeständnisse zu erreichen. Bereits im Februar hatte er Strafzölle gegen Kanada und Mexiko kurzfristig ausgesetzt, nachdem die Nachbarländer sich zu verstärkten Maßnahmen bei der Grenzsicherung bereit erklärt hatten. Nun bleibt abzuwarten, ob eine erneute Einigung erzielt werden kann.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Die kanadische Regierung will ab sofort Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren erheben. Die Maßnahmen betreffen zunächst Importe im Wert von 30 Milliarden Dollar und sollen nach 21 Tagen auf 155 Milliarden Dollar ausgeweitet werden. Auch deutsche Unternehmen könnten betroffen sein. Die Autoindustrie nutzt Mexiko als Produktionsstandort für den US-Markt. Die Wolfsburger Volkswagen AG plant in Kanada eine Batteriezellfabrik, die US-Werke beliefern soll. Die Zölle könnten sich daher auch auf europäische Hersteller auswirken.
