Neue Studie verbindet symbolische Unsterblichkeit mit besserer psychischer Gesundheit
Eine Befragung von 2.912 israelischen Erwachsenen findet durchgängige, wenn auch geringe bis moderate Zusammenhänge zwischen dem Glauben, erinnert zu werden, und psychischer Gesundheit.

Fast 3.000 Erwachsene haben in einer neuen Studie der Hebräischen Universität Jerusalem Auskunft darüber gegeben, ob sie glauben, nach ihrem Tod von anderen erinnert zu werden. Die am 2. November 2026 veröffentlichte Untersuchung erscheint im International Journal of Mental Health and Addiction und trägt den Titel „Symbolic Immortality, Mental Health, and Addictions: A Terror Management Perspective". Geleitet wurde sie von Dr. Uri Lifshin und Prof. Mario Mikulincer vom Israel Center for Addiction and Mental Health sowie der Abteilung für Psychologie der Hebräischen Universität Jerusalem. Befragt wurden 2.912 israelische Erwachsene.
Das Ergebnis: Wer überzeugt war, durch Leistungen, ein Vermächtnis oder Beziehungen im Gedächtnis anderer weiterzuleben, berichtete tendenziell über eine bessere psychische Gesundheit. Konkret nannten diese Menschen häufiger ein höheres Selbstwertgefühl, stärkere soziale Unterstützung, mehr Lebenssinn und sicherere Beziehungen. Zugleich meldeten sie weniger Symptome von Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischem Stress, weniger Schlafprobleme und weniger Schwierigkeiten bei der Regulation ihrer Emotionen.
Der Zusammenhang reichte bis in den Bereich süchtigen Verhaltens. Ein stärkerer Glaube daran, erinnert zu werden, ging mit niedrigeren Raten problematischen Alkoholkonsums, Cannabiskonsums und der Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente einher. Ebenso fielen die Raten problematischen Glücksspiels, Gamings, Pornokonsums, zwanghaften Sexualverhaltens sowie exzessiver Social-Media- und Internetnutzung niedriger aus. Die Forscher betonen allerdings, dass diese Korrelationen „allgemein eher gering bis moderat" ausfielen — jedoch über ein breites Spektrum an Ergebnissen im Bereich der psychischen Gesundheit und suchtbezogener Faktoren hinweg konsistent blieben.
Die Befragung fand im Februar 2025 während des Krieges statt
Die Datenerhebung erfolgte im Februar 2025, also während des Krieges „Swords of Iron". Die Stichprobe wurde so gestaltet, dass sie die erwachsene jüdische Bevölkerung Israels nach Geschlecht, Alter, Religiosität und Wohngebiet breit abbildet. Gefragt wurde unter anderem, ob die Teilnehmer glauben, dass andere Menschen sie nach ihrem Tod erinnern würden — etwa durch ihre Leistungen oder ihr Vermächtnis. Ergänzend absolvierten sie Messungen zur psychischen Gesundheit, zum Substanzkonsum, zu Verhaltenssüchten, zur sozialen Unterstützung, zum Selbstwertgefühl und zum Lebenssinn.
Die Autoren formulieren die Kernidee ihrer Arbeit so: „Das Gefühl, dass unser Leben zählt und für andere Menschen weiterhin von Bedeutung sein wird, kann ein wichtiger Teil dessen sein, wie wir mit Unsicherheit und der Erkenntnis unserer eigenen Sterblichkeit umgehen." In einer zweiten Aussage heißt es, Verbundenheit mit anderen, das Vorhandensein von Lebenssinn und der Glaube, dass ein Teil von uns bestehen bleibt, könnten „Hand in Hand mit einer besseren psychischen Gesundheit und weniger problematischen suchtbedingten Verhaltensweisen gehen".
Symbolische Unsterblichkeit bleibt auch bei Kontrolle des Jenseitsglaubens signifikant
Die Forscher unterscheiden ausdrücklich zwischen symbolischer Unsterblichkeit und dem Glauben an ein Jenseits. Beide Konzepte hingen zwar zusammen, doch der Jenseitsglaube war eng mit Religiosität und dem Glauben an Gott verbunden und nicht durchgängig mit einer besseren psychischen Gesundheit assoziiert. Symbolische Unsterblichkeit blieb dagegen auch nach Berücksichtigung des Jenseitsglaubens und verschiedener demografischer Faktoren mit den Maßen für psychische Gesundheit und Suchtverhalten verbunden. Dieser Befund stützt die Annahme, dass es nicht allein um religiöse Überzeugungen geht, sondern um das Gefühl, Spuren zu hinterlassen.
Die Autoren schließen eine umgekehrte Wirkungsrichtung nicht aus
Die Studie belegt keine Kausalität. Die Forscher weisen selbst darauf hin, dass der Zusammenhang auch in die entgegengesetzte Richtung laufen könnte: Wer psychisch belastet ist, könnte es schwerer finden, sich verbunden, bedeutungsvoll oder selbstbewusst in Bezug auf das eigene Vermächtnis zu fühlen. Zudem wurde die Untersuchung ausschließlich in Israel und während eines Krieges durchgeführt. Weitere Forschungen in anderen Bevölkerungsgruppen und Settings sowie experimentelle und Längsschnittstudien seien nötig, um zu klären, ob symbolische Unsterblichkeit selbst kausal zu den beobachteten Ergebnissen beiträgt.
Frühere aktien.news-Berichte zeigen den breiteren Gesundheitskontext
Bereits am 14.10.2026 berichtete aktien.news, dass zwei von den National Institutes of Health (NIH) finanzierte Forschungsprojekte untersuchen, ob das natürlich vorkommende Neurosteroid Pregnenolon zur Behandlung substanzbezogener Störungen und gleichzeitig auftretender Depressionen beitragen kann. Die Forscherin Francesca Filbey vom Center for BrainHealth und Sherwood Brown vom UT Southwestern Medical Center hatten dafür zwei NIH-Fördermittel erhalten; geprüft werden die Alkoholgebrauchsstörung und die Cannabiskonsumstörung.
Am 07.10.2026 meldete aktien.news, dass Einsamkeit und soziale Isolation älteren Erwachsenen fast sechs gesunde Lebensjahre nehmen können. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie quantifizierte damit die Folgen sozialer Probleme, die viele ältere Menschen belasten, und stellte fest, dass Einsamkeit eng mit der mentalen und körperlichen Gesundheit verknüpft ist.
Am 04.04.2026 berichtete aktien.news über zwei Publikationen zum seelischen Wohlbefinden. Der Historiker Peter Jones deutet in „Self-Help from the Middle Ages" die sieben Todsünden als strukturiertes Diagnosewerkzeug für seelische Unausgeglichenheit; das Buch erscheint bei Hutchinson Heinemann für 20 Pfund beziehungsweise 30 US-Dollar und umfasst 368 Seiten. Ebenfalls am 04.04.2026 stellte aktien.news die Glücksforscherin Jessica Weiss vor, die nach 15 Jahren Forschung sieben Eigenschaften emotional gefestigter Menschen beschreibt und emotionale Sicherheit als erlernbare Grundlage eines erfüllten Lebens einordnet.
Für Anleger bleibt die Untersuchung ein Grundlagenbefund ohne direkten Titelbezug
Der Quelltext nennt kein Unternehmen, keinen Börsenticker, keine Finanzkennzahlen und keine Produktzulassung. Aus der Studie lässt sich daher keine unmittelbare Bewertungs- oder Investmentthese für einzelne Aktien ableiten. Die Arbeit ist Grundlagenforschung aus der Psychologie und Suchtforschung; sie beschreibt einen statistischen Zusammenhang zwischen einem Glaubensmuster und Gesundheitsindikatoren, nicht die Wirksamkeit einer Therapie oder eines Medikaments.
Einordnung für deutsche Privatanleger: Themen wie psychische Gesundheit, Einsamkeit und Suchtbehandlung werden in der Gesundheitsbranche seit Jahren breiter diskutiert — die archivierten Berichte von aktien.news zeigen diese Bandbreite von NIH-geförderten Studien bis zu populärwissenschaftlichen Ratgebern. Wer in diesem Feld investiert ist, sollte solche Korrelationsstudien jedoch nicht mit belastbaren Umsatz- oder Zulassungstreibern verwechseln. Belastbare Anlageentscheidungen brauchen Angaben zu Unternehmen, Produkten, Studienphasen und regulatorischen Meilensteinen, die in dieser Quelle nicht enthalten sind.
Weitere Studien sollen prüfen, ob der Effekt kausal wirkt
Die Autoren fordern ausdrücklich weitere Forschung in anderen Bevölkerungsgruppen und anderen Settings. Zusätzlich seien experimentelle und Längsschnittstudien erforderlich, um zu bestimmen, ob symbolische Unsterblichkeit selbst eine kausale Rolle bei den beobachteten Ergebnissen im Bereich der psychischen Gesundheit und der Sucht spielt. Konkrete Termine, Förderzusagen oder Publikationspläne für solche Folgearbeiten nennt der Quelltext nicht. Auch zu den beiden am 14.10.2026 gemeldeten Pregnenolon-Projekten enthält die vorliegende Quelle keine Ergebnis- oder Abschlusstermine.
Drei Fachbegriffe ordnen die Befunde ein
- Symbolische Unsterblichkeit: die Überzeugung, durch Beziehungen, Leistungen, Identität oder Vermächtnis im Gedächtnis anderer fortzubestehen.
- Terror-Management-Theorie: psychologischer Ansatz, der beschreibt, wie Menschen mit dem Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit umgehen.
- Korrelation: statistischer Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen, der für sich genommen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt.
