Netflix vor Quartalszahlen: Ist die Aktie derzeit überbewertet?
Ein Motley-Fool-Autor begleitet Netflix seit dem Börsengang 2002 und sieht trotz 40 Prozent Kursverlust eine starke Bewertungsargumentation.

Netflix legt am Mittwoch seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Das berichtet ein Autor des US-Finanzportals Motley Fool, der eigenen Angaben zufolge seit dem Börsengang des Streaming-Konzerns im Jahr 2002 als Anleger über das Unternehmen schreibt. Trotz eines Kursrückgangs von 40 Prozent im vergangenen Jahr fällt sein Fazit positiv aus.
Über mehr als zwei Dutzend Jahre des börsennotierten Handels hinweg habe Netflix den Markt geschlagen, heißt es in dem Beitrag. Die Erwartungen an den anstehenden Quartalsbericht seien moderat. Da die Aktie derzeit mit einem Forward-Gewinnmultiplikator im zweistelligen Bereich gehandelt werde, lasse sich eine starke Bewertungsargumentation aufstellen.
Der Autor betont, dass ihm gefalle, was er sehe. Für deutsche Anleger ist die Einordnung deshalb interessant, weil Netflix zu den bekanntesten Streaming-Aktien gehört und die Bewertungsfrage nach dem deutlichen Kursverlust in den Fokus gerückt ist. Der Beitrag reiht sich in eine Serie von Einschätzungen ein, die aktien.news in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat.
Die Details
Im Zentrum des Beitrags stehen mehrere konkrete Angaben. Der Kurs der Netflix-Aktie ist demnach im vergangenen Jahr um 40 Prozent gefallen. Gleichzeitig verweist der Autor auf die lange Historie: Seit dem Börsengang 2002 habe das Unternehmen über zwei Dutzend Jahre den Markt übertroffen.
Der Quartalsbericht steht unmittelbar bevor. Der Autor nennt als Termin den Mittwoch. Frühere Berichte von aktien.news hatten den 20. Oktober genannt und darauf hingewiesen, dass der Bericht auf einen Dienstag fällt.
Ein zentrales Argument des Autors ist die Bewertung. Netflix werde aktuell mit einem Forward-Gewinnmultiplikator im zweistelligen Bereich gehandelt. Aus dieser Kennzahl leitet er eine starke Bewertungsargumentation ab. Die Erwartungen vor dem Bericht bezeichnet er als moderat.
Ergänzend liefern die früheren Berichte weitere Zahlen. Die eigene Guidance von Netflix sieht ein Umsatzwachstum von 11,7% vor — das schwächste Jahreswachstum seit drei Jahren. Das Umsatzwachstum dürfte damit zum dritten Quartal in Folge abschwächen. An den Handelstagen nach jedem der vergangenen vier Quartalsberichte hat die Aktie nachgegeben, mit Verlusten von 10%, 2%, 10% und 7%.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 28.07.2026 berichtete aktien.news, dass die Netflix-Aktie nach einem massiven Kursrückgang im Fokus vieler Anleger steht. Experten analysierten damals, ob der Streaming-Gigant eine attraktive Einstiegsgelegenheit bietet oder ob weitere Vorsicht geboten ist. Der Motley Fool habe sich dieser Frage angenommen und eine abschließende Einschätzung veröffentlicht.
Am 01.10.2026 berichtete aktien.news, dass Netflix am 20. Oktober seine Quartalszahlen vorlegt und die Aktie an den Handelstagen nach jedem der vergangenen vier Quartalsberichte nachgegeben hat. Die Verluste fielen mit 10%, 2%, 10% und 7% teils deutlich aus. Bemerkenswert: Drei der vier Kursrückgänge resultierten aus den Ausblicksprognosen des Unternehmens und nicht aus dem abgelaufenen Quartal selbst. Nicht die vorgelegten Zahlen enttäuschten die Anleger, sondern die Erwartungen für die kommenden Monate.
Am 14.10.2026 berichtete aktien.news, dass ein Autor von Motley Fool trotz eines Kursverlusts von 42 Prozent weiter aufstockt. Er bezeichnet Netflix als eine der ersten Aktien, die er je gekauft habe, und als das erste Geschäftsmodell, das er wirklich verstanden habe. Seine Überzeugung: Die Aktie empfiehlt sich auch im Jahr 2026 als hervorragender Kauf. Die Verbindung reicht weit zurück — im Sommer 2006 verbrachte der Autor Wochen mit der Recherche zur Heimvideo-Branche, führte Interviews mit Besitzern von Videoläden und prüfte Filmkollektionen in kleinen Verkaufsstellen.
Am 16.10.2026 berichtete aktien.news, dass Netflix in der kommenden Woche seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht und die Aktie im vergangenen Jahr um 40% gefallen ist. Der Momentum sei nicht auf ihrer Seite, die Erwartungen vor dem neuen Finanzbericht seien niedrig. Die eigene Guidance von Netflix sieht ein Umsatzwachstum von 11,7% vor — das schwächste Jahreswachstum seit drei Jahren. Die Aktie tendiere vor einem kritischen Ergebnisbericht nach unten, aber die Sache müsse nicht schlecht enden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ergibt sich ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite steht der deutliche Kursrückgang von 40 Prozent im vergangenen Jahr und das Muster, dass die Aktie nach den vergangenen vier Quartalsberichten jeweils nachgegeben hat. Auf der anderen Seite steht die Bewertung: Der Forward-Gewinnmultiplikator liegt im zweistelligen Bereich, was der Autor als starkes Bewertungsargument wertet.
Hinzu kommt die lange Erfolgsbilanz. Über zwei Dutzend Jahre des börsennotierten Handels habe Netflix den Markt geschlagen. Der Autor schreibt seit dem Börsengang 2002 über das Unternehmen und betont, dass ihm gefalle, was er sehe. Diese Kombination aus langfristiger Outperformance und aktuell niedriger Bewertung ist der Kern seiner Argumentation.
Zu beachten ist allerdings, dass die Enttäuschungen der Vergangenheit laut aktien.news häufig aus den Ausblicksprognosen stammten und nicht aus den abgelaufenen Quartalen. Anleger sollten daher nicht nur auf die vorgelegten Zahlen, sondern auch auf die Guidance für die kommenden Monate achten. Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Ausblick
Der nächste wichtige Termin ist der Quartalsbericht, den der Autor für Mittwoch ankündigt. Frühere Berichte von aktien.news nannten den 20. Oktober. Die Erwartungen sind moderat.
Die eigene Guidance von Netflix sieht ein Umsatzwachstum von 11,7% vor — das schwächste Jahreswachstum seit drei Jahren, wie aktien.news am 16.10.2026 berichtete. Das Umsatzwachstum dürfte damit zum dritten Quartal in Folge abschwächen. Ob die Aktie diesmal anders reagiert als nach den vergangenen vier Berichten, bleibt offen.
Kurz erklärt
- Forward-Gewinnmultiplikator: Kennzahl, die den aktuellen Kurs ins Verhältnis zu den erwarteten künftigen Gewinnen je Aktie setzt.
- Guidance: Die von einem Unternehmen selbst veröffentlichte Prognose für die künftige Geschäftsentwicklung.
- Börsengang: Der erstmalige Handel einer Aktie an einer Börse, englisch Initial Public Offering.
