Morgan Stanley startet Kryptohandel auf E*Trade mit günstigeren Gebühren
Die Wall-Street-Bank greift Coinbase, Robinhood und Charles Schwab mit niedrigeren Transaktionsgebühren direkt an.

Morgan Stanley bringt den Kryptowährungshandel auf seine Handelsplattform E*Trade und setzt dabei auf eine aggressive Preisstrategie. Die renommierte Wall-Street-Bank berechnet ihren Kunden lediglich 50 Basispunkte auf den Dollarwert jeder Krypto-Transaktion. Das entspricht 0,50 Prozent des gehandelten Betrags – ein Wert, der gezielt unter den Gebühren der etablierten Konkurrenz liegt.
Mit diesem Schritt positioniert sich Morgan Stanley als ernsthafter Wettbewerber im wachsenden Markt für den Kryptohandel über traditionelle Finanzplattformen. Besonders im Visier: Coinbase Global Inc., die größte Kryptobörse der USA, sowie die Handelsplattformen Robinhood Markets Inc. und Charles Schwab Corp. Alle drei Anbieter werden von Morgan Stanley beim Preis unterboten.
Pilotphase läuft – breiter Rollout für 2025 geplant
Derzeit befindet sich das Angebot noch in einer Pilotphase. Der vollständige Zugang für alle 8,6 Millionen Kunden von E*Trade ist für den weiteren Jahresverlauf geplant. Damit würde Morgan Stanley mit einem Schlag eine der größten Nutzerbasen im US-amerikanischen Retail-Brokerage für den Kryptohandel erschließen.
Für deutsche Anleger ist dieser Schritt ein wichtiges Signal: Immer mehr etablierte Großbanken und traditionelle Broker drängen in den Kryptomarkt. Der Einstieg von Morgan Stanley über E*Trade zeigt, dass digitale Vermögenswerte zunehmend als fester Bestandteil des Anlageuniversums angesehen werden – auch bei konservativen Finanzinstituten der Wall Street.
Wettbewerb im Kryptomarkt verschärft sich
Der Schritt von Morgan Stanley erhöht den Druck auf spezialisierte Kryptobörsen wie Coinbase erheblich. Während Coinbase bislang von seiner Marktstellung als führende US-Kryptobörse profitierte, müssen sich die Anbieter nun gegen die Marktmacht und die Kundenbasis traditioneller Finanzinstitute behaupten. Auch Robinhood und Charles Schwab, die in den vergangenen Jahren ebenfalls in den Kryptohandel eingestiegen sind, sehen sich mit einem neuen, preisaggressiven Konkurrenten konfrontiert.
Die Strategie von Morgan Stanley ist klar: Über die bestehende E*Trade-Plattform und deren Millionen von Nutzern soll der Kryptohandel schnell skaliert werden. Die niedrigen Gebühren dienen dabei als zentrales Verkaufsargument, um Kunden von der Konkurrenz abzuwerben und neue Nutzer für den Kryptohandel zu gewinnen.
Die Entwicklung verdeutlicht einen breiteren Trend in der Finanzbranche: Traditionelle Banken und Broker integrieren Kryptowährungen zunehmend in ihre bestehenden Plattformen, anstatt das Feld den reinen Krypto-Anbietern zu überlassen. Für Anleger bedeutet dies mehr Auswahl, mehr Wettbewerb – und tendenziell günstigere Konditionen beim Handel mit digitalen Vermögenswerten.
