Coinbase baut 14% der Stellen ab – KI als Hauptgrund
CEO Brian Armstrong begründet den Stellenabbau mit Krypto-Abschwung und dem rasanten Wandel durch Künstliche Intelligenz.

Coinbase-CEO Brian Armstrong hat am Dienstag angekündigt, rund 14% der Belegschaft des Krypto-Börsenunternehmens abzubauen. Als Begründung nannte er zwei gleichzeitig wirkende Kräfte: die anhaltende Volatilität am Kryptomarkt und den tiefgreifenden Wandel der Betriebsabläufe durch Künstliche Intelligenz (KI). Die Märkte reagierten positiv – die Coinbase-Aktie legte im vorbörslichen Handel um knapp 4% zu.
In einem Memo an die Mitarbeiter, das Armstrong früh am Dienstag auf der Plattform X veröffentlichte, bezeichnete er die Entscheidung als notwendigen Schritt, um das Unternehmen für seine „nächste Wachstumsphase" zu positionieren. „Unser Geschäft ist von Quartal zu Quartal weiterhin volatil – wir befinden uns derzeit in einem Bärenmarkt und müssen unsere Kostenstruktur jetzt anpassen, damit wir aus dieser Phase schlanker, schneller und effizienter hervorgehen", schrieb Armstrong.
Die Ankündigung erfolgt kurz vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse für das erste Quartal, die Coinbase voraussichtlich am Donnerstag präsentieren wird. Anleger und Analysten dürften die Zahlen vor dem Hintergrund des aktuellen Krypto-Abschwungs besonders aufmerksam verfolgen.
KI als treibende Kraft hinter dem Stellenabbau
Neben dem schwierigen Marktumfeld betonte Armstrong die wachsende Rolle von KI als strukturellen Treiber des Personalabbaus. „Das Tempo dessen, was mit einem kleinen, fokussierten Team möglich ist, hat sich dramatisch verändert, und es beschleunigt sich jeden Tag", erklärte er. Coinbase wolle sich „frühzeitig und gezielt" anpassen, um das Unternehmen „schlank, schnell und KI-nativ" umzubauen.
Armstrong rief dabei zur Rückkehr zu den Wurzeln auf: „Wir müssen zur Geschwindigkeit und zum Fokus unserer Startup-Gründung zurückkehren, mit KI als Kernstück." Diese Aussage verdeutlicht, dass der Stellenabbau nicht allein auf das schwache Marktumfeld zurückzuführen ist, sondern auch eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens widerspiegelt.
Der Schritt von Coinbase reiht sich in eine breitere Welle von Entlassungen in der Technologiebranche ein, die eng mit verstärkten KI-Investitionen verknüpft ist. Anfang des Jahres kündigte das Fintech-Unternehmen Block eine Reduzierung der Belegschaft um „fast die Hälfte" an und verwies ebenfalls auf die Möglichkeit, mit kleineren Teams durch KI-Automatisierung schneller voranzukommen. Auch Pinterest, CrowdStrike und Chegg haben zuletzt Stellenstreichungen angekündigt und diese auf den Einfluss von KI auf ihre Belegschaften zurückgeführt.
Coinbase bleibt dem Krypto-Sektor treu
Trotz des Stellenabbaus hält Armstrong an seinem optimistischen Ausblick für die Kryptobranche fest. Er verwies auf Stablecoins, Tokenisierung und Prognosemärkte als zentrale Treiber der „nächsten Adoptionswelle" im Krypto-Sektor. Dabei betonte er die Bedeutung von realem Nutzen und institutioneller Akzeptanz für diese Entwicklung.
In der gesamten Kryptobranche zeichnet sich ein Wandel ab: Börsen rücken von hypegetriebenen, renditeorientierten Einnahmequellen ab und treten in eine diszipliniertere Phase ein, die sich auf stabilere Umsätze, Regulierung und Compliance konzentriert. Für deutsche Anleger, die in Krypto-Aktien wie Coinbase investiert sind, ist dies ein wichtiges Signal für die strukturelle Reifung des Sektors.
Es ist nicht das erste Mal, dass Coinbase in einem Krypto-Abschwung zu drastischen Maßnahmen greift. Bereits während des Markteinbruchs im Jahr 2022 hatte das Unternehmen erhebliche Stellenkürzungen vorgenommen. Die aktuelle Runde zeigt jedoch eine neue Dimension: Diesmal ist KI nicht nur Begleiterscheinung, sondern explizit genannter Mitauslöser des Personalabbaus – ein Trend, der die gesamte Tech-Branche erfasst hat.
