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Morgan Stanley kürt Top-Aktien im indischen Öl- und Gassektor

Die US-Investmentbank identifiziert zwei staatliche Explorations- und Produktionsunternehmen als bevorzugte Investments im indischen Energiesektor.

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Morgan Stanley kürt Top-Aktien im indischen Öl- und Gassektor

Morgan Stanley hat führende Chancen im indischen Öl- und Gassektor identifiziert. Im Fokus der Analyse stehen zwei staatliche Explorations- und Produktionsunternehmen, die auf Basis von Sum-of-the-Parts-Bewertungsmethoden die Rangliste anführen. Die Investmentbank konzentriert sich dabei auf etablierte Akteure mit diversifizierten Vermögenswerten, die inländische und internationale Exploration, Produktion sowie Raffineriebetriebe umfassen.

Die Sum-of-the-Parts-Methode ist ein bewährtes Bewertungsverfahren, bei dem die einzelnen Geschäftsbereiche eines Unternehmens separat bewertet und anschließend addiert werden. Gerade bei großen, diversifizierten Energiekonzernen wie den indischen Staatsunternehmen liefert diese Methode oft ein differenzierteres Bild als klassische Kennzahlenvergleiche.

Oil India Limited: Morgan Stanleys Top-Pick

Den ersten Platz in der Rangliste belegt Oil India Limited (OILI.NS). Morgan Stanley bewertet das inländische Kerngeschäft im Bereich Exploration und Produktion mittels Discounted-Cashflow-Methode mit Kapitalkosten von 11,9 Prozent. Dabei wird ein Produktionsprofil bis 2040 ohne Endwachstum zugrunde gelegt.

Die Beteiligung des Unternehmens in Höhe von 69,63 Prozent an der Numaligarh Refinery Limited fließt mit dem 7,0-Fachen des für das Geschäftsjahr 2027 geschätzten Verhältnisses von Unternehmenswert zu EBITDA in die Bewertung ein – basierend auf globalen Vergleichswerten. Investitionen in Kapazitätserweiterungen werden mit dem einfachen Buchwert angesetzt. Die russischen Explorations- und Produktionsanlagen von Oil India werden mittels Kurs-Buchwert-Methode bewertet, während die Beteiligung an der Indian Oil Corporation mit einem Holding-Abschlag von 50 Prozent auf den Marktpreis veranschlagt wird.

Als mögliche Aufwärtsrisiken – also Faktoren, die den Kurs zusätzlich beflügeln könnten – nennt Morgan Stanley folgende Punkte:

  • Wesentliche Entdeckungen im Explorationsportfolio
  • Niedrigere Betriebskosten
  • Abschluss der Indradhanush-Pipeline

ONGC: Indiens größter Produzent auf Platz zwei

Den zweiten Platz belegt Oil & Natural Gas Corp. (ONGC.NS), Indiens größter Öl- und Gasproduzent. Morgan Stanley bewertet ONGC sowie seine hundertprozentige Tochtergesellschaft ONGC Videsh mit gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten von 12 Prozent, ebenfalls ohne Endwachstum.

Die Beteiligung des Unternehmens in Höhe von 51,11 Prozent an der Hindustan Petroleum Corporation wird mit einem Holding-Abschlag von 30 Prozent auf den Marktpreis bewertet. Aktienbeteiligungen an der Indian Oil Corporation, GAIL, Petronet LNG sowie Mangalore Refinery and Petrochemicals fließen mit Abschlägen von 40 Prozent auf die aktuellen Marktpreise in die Bewertung ein, um der Marktvolatilität Rechnung zu tragen.

Auch bei ONGC sieht Morgan Stanley mehrere potenzielle Kurstreiber. Dazu zählen das Produktionswachstum im In- und Ausland – insbesondere in Kolumbien –, Lizenzverlängerungen in Vietnam, die Rücknahme von Übergewinnsteuern, eine verbesserte Rentabilität der Raffinerietöchter sowie höhere Dividendenausschüttungen.

Für deutsche Privatanleger ist der indische Energiesektor ein vergleichsweise exotisches Terrain. Indien zählt jedoch zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt und ist einer der größten Energieverbraucher global. Staatliche Energiekonzerne wie ONGC und Oil India spielen dabei eine zentrale Rolle in der Versorgungssicherheit des Landes – und stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, ihre Produktionskapazitäten auszubauen und internationale Beteiligungen rentabel zu gestalten.

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