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Morgan Stanley erwartet stabile US-Zinsen bis Anfang 2027

Die Bank revidiert ihre Prognose nach der April-FOMC-Sitzung und verschiebt erwartete Zinssenkungen auf Januar und März 2027.

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Morgan Stanley erwartet stabile US-Zinsen bis Anfang 2027

Morgan Stanley hat seine Erwartungen zur US-Geldpolitik grundlegend revidiert. Nach der April-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) geht die Großbank nun davon aus, dass die Federal Reserve die Zinsen für den gesamten Rest des Jahres 2026 unverändert lassen wird. Erste Zinssenkungen erwartet das Institut erst Anfang 2027.

Analyst Michael Gapen passte die Prognose an, nachdem das FOMC den Leitzins auf seiner April-Sitzung unverändert gelassen und gleichzeitig eine deutliche Abkehr von einer Lockerungstendenz – dem sogenannten „Easing Bias" – signalisiert hatte. Zuvor war Morgan Stanley noch von zwei Zinssenkungen im September und Dezember 2026 ausgegangen. Diese Erwartung hat die Bank nun vollständig aufgegeben.

Zwei Senkungen um je 25 Basispunkte geplant

Die neue Prognose sieht zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im Januar und März 2027 vor. Damit würde die Zielspanne des Leitzinses am Ende des Zinssenkungszyklus bei 3,0 % bis 3,25 % liegen. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die US-Geldpolitik maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, Wechselkurse und die Bewertung von Aktien und Anleihen hat.

Ein wichtiges Signal lieferte die offizielle Erklärung des FOMC: Die Charakterisierung der Inflation wurde von „etwas erhöht" auf „erhöht" heraufgestuft. Zudem sprachen sich drei Ausschussmitglieder dafür aus, die Lockerungstendenz vollständig zu streichen. Morgan Stanley wertete diese Gegenstimmen als besonders bedeutsam für die künftige Ausrichtung der Geldpolitik.

„Die Risiken für unsere Einschätzung von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr sind eindeutig in Richtung einer Fed verschoben, die bis zum Jahresende an ihrer Politik festhält", schrieb Gapen in seiner Analyse. Die Bank verwies zudem auf wiederholte Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell, wonach sich die Mitte des Ausschusses in Richtung einer neutraleren Haltung bewege.

Inflation, robuste Wirtschaft und Energiepreise erhöhen die Hürden

Als Hauptgründe für die veränderte Einschätzung nennt Morgan Stanley drei Faktoren: die anhaltend hohe Inflation, eine robuste US-Wirtschaft sowie steigende Energiepreise. All diese Entwicklungen erhöhen nach Einschätzung der Bank die Hürden für geldpolitische Lockerungen erheblich.

„Da die Fed signalisiert hat, dass sie in diesem Monat beinahe zu einer symmetrischen Leitzins-Guidance übergegangen wäre, und zudem Geduld betont, erwarten wir nun zwei Zinssenkungen im Januar und März 2027", so Gapen weiter. Eine symmetrische Guidance würde bedeuten, dass die Fed Zinserhöhungen und -senkungen gleichermaßen als Option betrachtet – ein deutlich restriktiveres Signal als bisher.

Morgan Stanley schloss zudem nicht aus, dass die Fed bereits auf der Juni-Sitzung ihre Forward Guidance anpassen könnte. Eine solche Änderung würde die geldpolitische Kommunikation der Notenbank weiter in Richtung Neutralität verschieben und könnte die Märkte erneut bewegen. Anleger sollten diese Entwicklung aufmerksam verfolgen.

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