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Morgan Stanley verschiebt Fed-Zinssenkungsprognose auf das Jahr 2027

Nach der jüngsten FOMC-Sitzung passt Morgan Stanley seinen Ausblick an und erwartet zwei Zinssenkungen erst 2027.

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Morgan Stanley verschiebt Fed-Zinssenkungsprognose auf das Jahr 2027

Morgan Stanley hat nach der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (FOMC) am Mittwoch seinen Zinsausblick überarbeitet. Die Wall-Street-Bank verschiebt die Erwartung von zwei Zinssenkungen um jeweils einen Viertelprozentpunkt nun in das Jahr 2027. Damit reagiert das Geldhaus auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine neue Signallage der Fed.

Als zentralen Grund für die Anpassung nennt Morgan Stanley einen „hartnäckigeren Verlauf der Kerninflation". Dieser sei insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in der Straße von Hormus zu beobachten. Geopolitische Spannungen in dieser strategisch bedeutsamen Meerenge können die Energiepreise beeinflussen und damit indirekt Druck auf die Inflation ausüben.

Neutralere Haltung der Fed im Fokus

Die Analyse wurde von Michael Gapen, Chefökonom von Morgan Stanley, in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht geleitet. Gapen und sein Research-Team werteten die jüngste Fed-Sitzung unter dem Vorsitz von Jerome Powell aus. Die deutlichste Beobachtung lautet, dass „der Ausschuss von einer Lockerungstendenz zu einer neutraleren Haltung übergeht".

Das Research-Team von Morgan Stanley betont zudem, dass „die Desinflation Beweise erfordert, die Wirtschaft stark genug ist und die Geldpolitik bereits nahe dem neutralen Niveau liegt, was die Dringlichkeit verringert". Mit anderen Worten: Die Fed sieht aktuell keinen dringenden Handlungsbedarf für rasche Zinssenkungen. Der Ausschuss wartet auf belastbare Daten, bevor er die Geldpolitik weiter lockert.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung, da die Zinspolitik der US-Notenbank globale Auswirkungen auf Kapitalmärkte, Wechselkurse und Anleihemärkte hat. Eine länger anhaltende Hochzinsphase in den USA kann den US-Dollar stärken und Kapitalflüsse aus anderen Märkten anziehen.

Hintergrund: Was bedeutet der neutrale Zinssatz?

Der sogenannte neutrale Zinssatz – auch als „r-star" bekannt – bezeichnet jenes Zinsniveau, bei dem die Geldpolitik weder stimulierend noch restriktiv wirkt. Die Einschätzung von Morgan Stanley, dass die aktuelle Geldpolitik bereits nahe diesem neutralen Niveau liegt, signalisiert, dass der Spielraum für weitere Zinssenkungen aus Sicht der Bank begrenzt ist.

Die Verschiebung der Zinssenkungserwartungen auf 2027 steht im Kontrast zu früheren Markterwartungen, die Zinssenkungen noch in diesem oder im kommenden Jahr antizipierten. Anleger, die auf eine baldige Lockerung der US-Geldpolitik gesetzt hatten, müssen ihre Portfoliostrategien möglicherweise neu ausrichten.

Die Analyse von Morgan Stanley unterstreicht, wie sensibel die Zinspolitik der Fed auf geopolitische Entwicklungen und Inflationsdaten reagiert. Solange die Kerninflation hartnäckig erhöht bleibt, dürfte Jerome Powell und der FOMC an ihrer abwartenden Haltung festhalten.

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