MOEX Russland-Index schließt unverändert – LUKOIL und Gazprom legen zu
Die russischen Aktien gaben nach Börsenschluss leicht nach, doch der MOEX Russia Index schloss unverändert.

Die russischen Aktienkurse sind am Samstag nach Börsenschluss gefallen, da bestimmte Sektoren die Kurse belasteten. Zum Handelsschluss in Moskau veränderte sich der MOEX Russia Index um 0.00 Prozent und damit praktisch nicht. Unter dem Strich stand damit ein uneinheitlicher Handelstag, der vor allem durch gegenläufige Bewegungen einzelner Schwergewichte geprägt war.
Zu den stärksten Werten der Sitzung zählte LUKOIL PJSC (MCX: LKOH), das um 2.18 Prozent oder 118,50 Punkte auf 5.546,00 US-Dollar zulegte. Ebenfalls gefragt war Gazprom PJSC (MCX: GAZP), das um 0.78 Prozent oder 0,75 Punkte auf 96,96 stieg. NOVATEK PJSC (MCX: NVTK) gewann im späten Handel 0.75 Prozent oder 7,90 Punkte und schloss bei 1.057,00.
Auf der Verliererseite standen dagegen vor allem Bau- und Metallwerte. PIK SHb PJSC (MCX: PIKK) fiel um 0.40 Prozent oder 2,20 Punkte auf 545,00 US-Dollar. GMK Noril'skiy Nikel' PAO (MCX: GMKN) sank um 0.35 Prozent oder 0,40 Punkte auf 118,40, während Severstal PJSC (MCX: CHMF) mit einem Minus von 0.28 Prozent oder 1,80 Punkten bei 646,80 notierte.
Marktbreite und Volatilität
Trotz der schwachen Schlussnotierungen überwog an der Moskauer Börse die Zahl der Gewinner. Den steigenden Aktien standen 133 Werte gegenüber, während 87 Titel nachgaben und 23 unverändert blieben. Diese Marktbreite deutet darauf hin, dass die Verluste auf einzelne Sektoren konzentriert waren und nicht den gesamten Markt erfassten.
Der Russian Volatility Index – RVI, der die implizite Volatilität der Optionen des MOEX Russia Index misst, blieb mit 0.00 Prozent unverändert bei 30,08 Punkten. Damit erreichte der Index nach Angaben der Quelle einen neuen Dreimonats-Tiefstand. Ein niedriger Volatilitätsindex gilt an den Märkten traditionell als Zeichen für eine geringere Nervosität der Anleger.
Rohstoffe und Währungen im Blick
Auch an den Rohstoffmärkten zeigten sich gegenläufige Entwicklungen. Gold-Futures für die Lieferung im Dezember lagen mit einem Minus von 0.72 Prozent oder 30,20 US-Dollar bei 4.172,10 US-Dollar pro Feinunze. Im übrigen Rohstoffhandel fiel Rohöl für die Lieferung im November um 1.73 Prozent oder 1,61 US-Dollar auf 91,26 US-Dollar pro Barrel. Der Brent-Öl-Future für Dezember stieg dagegen um 0.46 Prozent oder 0,47 US-Dollar auf 102,72 US-Dollar pro Barrel.
Beim Rubel ging es unterdessen abwärts. USD/RUB legte mit einem Plus von 0.79 Prozent auf 84,16 zu, während EUR/RUB auf 94,29 (+0.45 Prozent) anstieg. Ein höherer Wechselkurs bedeutet eine Schwäche des Rubels gegenüber der jeweiligen Fremdwährung. Der US-Dollar-Index-Future stand derweil mit einem Minus von 0.02 Prozent bei 101,70.
Für deutsche Anleger, die in russische Werte investieren oder entsprechende Fonds halten, bleiben die Kursbewegungen an der Moskauer Börse von Bedeutung. Die enge Verzahnung zwischen Rohstoffpreisen, Währungsentwicklung und einzelnen Schwergewichten wie Gazprom, LUKOIL oder NOVATEK zeigt, wie stark der russische Aktienmarkt von der Energie- und Rohstoffnachfrage abhängt. Ein unveränderter Gesamtindex bei gleichzeitig deutlichen Einzelbewegungen macht deutlich, dass die Entwicklung weniger von der breiten Marktstimmung als von der Performance einzelner Titel getrieben wird.
Der Handelstag endete damit ohne klare Richtung: Während Energie- und Gaskonzerne zulegten, lasteten Bau- und Metallwerte auf dem Markt. Die ruhige Volatilität und die positive Marktbreite stehen dabei in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den schwächeren Schlusskursen einzelner Sektoren. Anleger sollten die weiteren Rohstoff- und Währungsdaten daher aufmerksam verfolgen, da sie die nächsten Impulse für den russischen Markt liefern dürften.
