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Hongkong-Aktien: OCBC sieht attraktive Bewertungen beim Hang Seng

Die OCBC Group Research hält die Bewertungen am Hongkonger Aktienmarkt für attraktiv – der Hang Seng Index ist günstiger bewertet als der chinesische CSI 300.

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Hongkong-Aktien: OCBC sieht attraktive Bewertungen beim Hang Seng

Die Bewertungen der Hongkonger Aktien erscheinen attraktiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der OCBC Group Research. Die Analysten der Bankengruppe schätzen, dass der Hang Seng Index, der Leitindex der Stadt, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die nächsten zwölf Monate von 10,2 gehandelt wird. Die Dividendenrendite beziffern sie auf 3,5 Prozent.

Damit fällt der Hongkonger Markt im Vergleich zum chinesischen Festland günstiger aus. Der CSI-300-Index weist nach Einschätzung der OCBC-Analysten ein KGV für die kommenden zwölf Monate von 12,4 auf, die Dividendenrendite liegt dort bei 3,0 Prozent. Beide Kennzahlen zusammen ergeben ein Bewertungsbild, das den Hang Seng Index derzeit niedriger einordnet als den breiten chinesischen Leitindex.

Rückenwind für die Stimmung kommt von der politischen Seite. Externe Risiken für den Markt haben sich im September nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi sowie der Verlängerung des Handelsstillstands zwischen den USA und China abgeschwächt. Diese Einschätzung stammt aus derselben OCBC-Studie und bezieht sich ausdrücklich auf die jüngste Entwicklung im September.

Die Details

Die Studie von OCBC Group Research stellt zwei Kennzahlen in den Mittelpunkt: das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate und die Dividendenrendite. Für den Hang Seng Index nennt das Institut ein KGV von 10,2 und eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent. Für den CSI 300 lauten die Werte 12,4 beim KGV und 3,0 Prozent bei der Dividendenrendite. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf die kommenden zwölf Monate.

Der Hang Seng Index ist der Leitindex der Sonderverwaltungsregion Hongkong und bündelt die größten dort gelisteten Unternehmen. Der CSI 300 umfasst die wichtigsten Titel der Börsen in Shanghai und Shenzhen. Beide Indizes werden von internationalen Anlegern regelmäßig gegenübergestellt, wenn es um die Bewertung chinesischer und Hongkonger Aktien geht. Die OCBC-Analysten liefern mit ihren Schätzungen einen aktuellen Bewertungsanker für diesen Vergleich.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 24.02.2026 berichtete aktien.news, dass die meisten asiatischen Aktienmärkte zugelegt hatten. Chinas Leitindizes CSI 300 und Shanghai Composite stiegen damals um 1,3 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent, nachdem der Handel nach den neuntägigen Neujahrsfeiertagen wieder aufgenommen worden war. Exportorientierte Sektoren profitierten von der Aussicht auf niedrigere US-Handelszölle gegenüber China, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einen Großteil von Präsident Donald Trumps Handelszöllen als rechtswidrig eingestuft hatte. Hongkong selbst wurde damals allerdings von KI-Sorgen belastet.

Am 27.02.2026 meldete aktien.news, dass Morningstar-Analyst Roy Van Keulen für Hong Kong Exchanges & Clearing im Jahr 2026 mit einem Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich rechnet. Hintergrund sei das Abflauen der erhöhten Handelsaktivität, die das Vorjahr geprägt hatte. Die Ergebnisse des Börsenbetreibers für das Geschäftsjahr 2025 hatten die Erwartungen des Analysten noch übertroffen, getrieben von den im September 2024 angekündigten Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Regierung. Für 2026 sah Van Keulen gleich mehrere Belastungsfaktoren.

Am 10.08.2026 beschrieb aktien.news den Hang Seng Index als feststeckend. Der Kurs war zwischen 25.600 und 26.000 Punkten eingeklemmt – eine enge Konsolidierungszone, die Chartanalysten als „No-Trade"-Niemandsland bezeichnen. Das Patt zwischen Käufern und Verkäufern deutete auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch oder Zusammenbruch hin. Die erste Bewegung aus dieser Spanne könnte den nächsten großen Trend bestimmen.

Am 14.09.2026 berichtete aktien.news, dass der Hang Seng Index unter seine wichtigsten gleitenden Durchschnitte gefallen war und bei 24.660,5 Punkten notierte. Der Relative-Stärke-Index (RSI) lag mit 30,8 nahe dem überverkauften Bereich, was kurzfristig eine Gegenbewegung auslösen könnte. Der Index notierte klar unter den gleitenden Durchschnitten der 20, 50 und 200 Perioden, nachdem er zuvor aus seinem abwärts gerichteten Kanal bei 25.000 Punkten ausgebrochen war und anschließend unter die Basis der Ichimoku-Wolke gefallen war.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die über Hongkong oder China engagiert sind, liefert die OCBC-Studie einen Bewertungsanker. Ein KGV von 10,2 für den Hang Seng Index bedeutet, dass Anleger für jeden erwarteten Gewinn der kommenden zwölf Monate einen vergleichsweise niedrigen Preis zahlen. Die Dividendenrendite von 3,5 Prozent zeigt, welche Ausschüttung Anleger im Verhältnis zum investierten Betrag erwarten können, sofern die Unternehmen ihre Ausschüttungen in dieser Höhe beibehalten.

Zugleich zeigt der Blick in die jüngere Vergangenheit, dass günstige Bewertungen kein Timing-Signal sind. Der Hang Seng Index notierte am 14.09.2026 bei 24.660,5 Punkten und damit unter seinen gleitenden Durchschnitten, während der RSI mit 30,8 nahe dem überverkauften Bereich lag. Die Bewertungskennzahlen aus der OCBC-Studie und die technische Verfassung des Marktes erzählen also unterschiedliche Geschichten. Wer in Hongkong investiert ist, sollte beide Ebenen im Blick behalten.

Hinzu kommt die Einschätzung zum Börsenbetreiber. Morningstar erwartet für Hong Kong Exchanges & Clearing im Jahr 2026 einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das deutet darauf hin, dass die Handelsaktivität nach dem starken Vorjahr nachlassen könnte. Ein solcher Rückgang würde die Bewertung des Marktes indirekt berühren, weil er die Erwartungen an die künftigen Erträge der dort gelisteten Unternehmen beeinflusst.

Ausblick

Die OCBC-Analysten verweisen darauf, dass sich die externen Risiken im September nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi und der Verlängerung des Handelsstillstands zwischen den USA und China abgeschwächt haben. Ob diese Entspannung anhält, hängt aus Sicht der Studie an der weiteren Entwicklung der Handelspolitik. Neue belastende Nachrichten von dieser Seite würden die Bewertungsargumentation der Analysten wieder infrage stellen.

Technisch bleibt der Hang Seng Index in einer sensiblen Verfassung. Nach der Konsolidierung zwischen 25.600 und 26.000 Punkten im August und dem Rückgang unter die gleitenden Durchschnitte im September könnte der RSI-Wert von 30,8 kurzfristig eine Gegenbewegung auslösen. Morningstar wiederum erwartet für Hong Kong Exchanges & Clearing im Jahr 2026 einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beide Beobachtungen stammen aus früheren Berichten von aktien.news und markieren die Punkte, auf die Anleger in den kommenden Wochen achten dürften.

Kurz erklärt

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Setzt den Kurs einer Aktie oder eines Index ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn und zeigt, wie teuer ein Markt bewertet ist.
  • Dividendenrendite: Gibt an, welche Ausschüttung ein Anleger im Verhältnis zum investierten Betrag erhält.
  • Relative-Stärke-Index (RSI): Ein Indikator, der die Stärke von Kursbewegungen misst und Hinweise auf überkaufte oder überverkaufte Märkte liefert.
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