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Mike Ashley: Harvey Nichols steckt in einer „Todesspirale"

Der Frasers-Group-Chef kämpft gegen Next um die Übernahme der angeschlagenen Luxuskaufhauskette – und warnt vor gewaltigen Herausforderungen.

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Mike Ashley: Harvey Nichols steckt in einer „Todesspirale"

Mike Ashley, Gründer von Sports Direct und Chef der Frasers Group, hat Harvey Nichols öffentlich als ein Unternehmen in einer „Todesspirale" bezeichnet. Gegenüber der Financial Times erklärte er, die Sanierung der britischen Luxuskaufhauskette sei eine „gewaltige Herausforderung". Dennoch befindet sich sein Konzern mitten in einem Bieterwettstreit mit dem Modehändler Next um den Kauf des Unternehmens.

Verkäufer ist der langjährige Eigentümer Sir Dickson Poon, der Harvey Nichols seit 35 Jahren besitzt. Im Juni beauftragte Poon die Beratungsfirma FTI Consulting mit der Suche nach einem Käufer – nachdem das Unternehmen mehrere Verlustjahre hinter sich hatte. Die endgültigen Gebote waren für Mittwochabend fällig, Verhandlungen liefen laut einer dem Prozess nahestehenden Person noch am Donnerstag weiter.

Ashely erwartet Kaufpreis unter 40 Millionen Pfund

Ashley rechnet damit, dass Harvey Nichols für weniger als 40 Millionen Britische Pfund den Besitzer wechseln wird – obwohl Interessenten zuvor mitgeteilt wurde, dass zwischen 50 und 60 Millionen Pfund bereitgestellt werden müssten, um den Sanierungsplan zu finanzieren. Eine dem Prozess nahestehende Quelle deutete zudem an, dass Poon selbst Barmittel in ein Geschäft einbringen müsse, um es für Käufer attraktiver zu gestalten.

„Es ist wahrscheinlicher, dass wir zu viel bezahlen. Es passt eher zu uns, daher können wir mehr bezahlen", sagte Ashley. Gleichzeitig betonte er, er würde „keine Träne vergießen", falls Frasers die Auktion verliere – und glaube auch nicht, dass Next das täte. „Ich glaube nicht, dass ich einen riesigen Scheck ausstellen werde, denn man muss die künftigen Verluste einkalkulieren", so Ashley weiter.

Harvey Nichols hat in den vergangenen fünf Jahren kumulierte Vorsteuerverluste von 141,2 Millionen Britischen Pfund angehäuft. Die Kette kämpft mit einem schwachen Luxusmarkt und der Abschaffung des steuerfreien Einkaufs für Touristen in Großbritannien – eine Maßnahme, die London für zahlungskräftige internationale Kunden deutlich unattraktiver gemacht hat. Der jüngste Jahresabschluss ist zudem seit vier Monaten überfällig.

Pläne für Filialen und Marken

Sollte Frasers die Auktion gewinnen, plant Ashley, das Flaggschiff-Kaufhaus im Londoner Stadtteil Knightsbridge sowie das Geschäft in Edinburgh unter der Marke Harvey Nichols weiterzuführen. Andere Filialen – etwa in Leeds, Birmingham, Manchester, Dublin und Bristol – könnten hingegen in House of Fraser oder Flannels umbenannt werden, beides Marken der Frasers Group.

Als Vergleich zog Ashley seine Erfahrung mit House of Fraser heran: Beim Kauf des Unternehmens für 90 Millionen Pfund im Jahr 2018 gab es rund 60 Filialen, heute sind es nur noch 20. „Diese Kaufhausgebäude sind so teuer im Unterhalt. Wenn sogar John Lewis zu kämpfen hat, zeigt das, wie schwierig es ist", sagte er. „Ich kaufe keine Dinge, um sie zu schließen. Ich verliere nicht ohne Grund Geld."

Nervosität bei Mitarbeitern und Lieferanten

Die Aussicht auf einen Sieg Ashleys bei der Auktion sorgt laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen für Unruhe unter Mitarbeitern und Lieferanten von Harvey Nichols. Hintergrund ist der Umgang der Frasers Group mit Matchesfashion: Den Online-Luxushändler kaufte Frasers im Jahr 2024, schickte ihn jedoch nur drei Monate später in die Insolvenz – wodurch Lieferanten auf ihren Kosten sitzen blieben.

Zusätzliche Brisanz erhält der Verkaufsprozess durch eine Entscheidung des Market Misconduct Tribunal in Hongkong: Das Gremium befand Sir Dickson Poon vergangene Woche des Insiderhandels mit Aktien von Dickson Concepts für schuldig, einem von ihm gegründeten Unternehmen. Dickson Concepts erklärte, man sei „sehr enttäuscht" über das Urteil und prüfe gemeinsam mit Anwälten den Bericht. Weder Ashley noch Next-Chef Lord Simon Wolfson sollen laut einer vertrauten Person von dem Fall gewusst haben.

Harvey Nichols selbst gab sich in einer Stellungnahme optimistisch: Das Unternehmen bleibe „voll und ganz auf die Umsetzung seiner Transformationsstrategie konzentriert" und mache „im gesamten Unternehmen große Fortschritte", einschließlich einer kompletten Renovierung des Knightsbridge-Flaggschiffs, das „erste positive Anzeichen für Wachstum" zeige. Die jüngsten Schwierigkeiten stehen in krassem Gegensatz zu den Glanzzeiten der Kette in den 1990er Jahren, als die Verbindung zur BBC-Sitcom „Absolutely Fabulous" Harvey Nichols landesweites Ansehen verschaffte.

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