Mexiko verschärft Geldwäscheregeln nach Druck aus den USA
Mexikos Parlament erweitert die Geldwäschegesetze, doch Experten zweifeln an der Durchsetzungskraft gegenüber US-Forderungen.

Mexiko verschärft seine Bekämpfung der Geldwäsche von Kartellen. Das Parlament des Landes hat kürzlich die Gesetze zur Geldwäschebekämpfung erweitert, um strengere Sorgfaltspflichten vorzuschreiben und Unternehmen dazu zu verpflichten, umfassendere Informationen über die tatsächlichen Eigentümer zu erheben. Damit reagiert die Regierung auf wachsenden Druck aus den USA und von anderen internationalen Stellen.
Präsidentin Claudia Sheinbaum hat zudem eine neue Leiterin für Mexikos Finanzaufklärungseinheit eingesetzt. Diese Behörde sammelt Informationen über verdächtige Transaktionen und meldet sie an die Strafverfolgungsbehörden. Die personelle Neuaufstellung ist Teil der Bemühungen, die Wirksamkeit der mexikanischen Anti-Geldwäsche-Architektur zu erhöhen.
Experten für Geldwäschebekämpfung bezweifeln jedoch, ob die Maßnahmen die Durchsetzungsfähigkeit des Landes tatsächlich verbessern. Fraglich ist aus ihrer Sicht auch, ob die Reformen ausreichen, um die Trump-Administration sowie die Financial Action Task Force (FATF) zufriedenzustellen. Die FATF ist eine internationale Organisation, die Standards zur Bekämpfung der Geldwäsche festlegt.
Kritik an niedrigen Verurteilungszahlen
Sowohl die US-Behörden als auch die FATF haben die niedrigen Zahlen bei Verurteilungen wegen Geldwäsche in Mexiko kritisiert. Beide Seiten sind jeweils in der Lage, die Verbindung der mexikanischen Banken zu ihren globalen Pendants effektiv zu unterbrechen – ein erheblicher Hebel im Kampf gegen illegale Finanzströme.
Die USA üben zunehmend Druck auf Mexiko aus, um gegen seine Drogenkartelle vorzugehen. Diese kontrollieren bereits seit den 1980er Jahren Gebiete in Mexiko, und ihre Macht hat im Zuge des jüngsten Anstiegs von Fentanyl weiter zugenommen. Die Trump-Administration versucht, auf den Bankensektor sowohl in Mexiko als auch in den USA einzuwirken, damit verdächtige Transaktionen gemeldet und die Geldflüsse der Kartelle unterbrochen werden.
US-Finanzministerium setzte Institute auf schwarze Liste
Im vergangenen Juni ergriff das US-Finanzministerium konkrete Maßnahmen. Es setzte die mexikanischen Banken CIBanco und Intercam Banco sowie den Broker Dealer Vector Casa de Bolsa auf die schwarze Liste. Den Instituten wird vorgeworfen, Kartellen bei der Geldwäsche der Erlöse aus ihrem Fentanyl-Vertrieb geholfen zu haben.
Dieser Schritt schnitt die Institute vom US-Finanzsystem ab und legte deren Vermögenswerte vorübergehend lahm. In der Folge übernahm der mexikanische Wertpapieraufsichtsrat die Operationen und versteigerte die Vermögenswerte. Die betroffenen Unternehmen haben jede Schuld bestritten.
Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist der Fall ein Beispiel dafür, wie stark die US-Finanzaufsicht über den Zugang zum Dollar-Raum auf ausländische Institute einwirken kann. Die mexikanischen Reformen und die personelle Neuaufstellung der Finanzaufklärungseinheit sind der Versuch, den internationalen Anforderungen gerecht zu werden – ob sie den Druck aus Washington und von der FATF dauerhaft mindern, bleibt nach Einschätzung von Fachleuten offen.
