Meta wälzt Digitalsteuer auf europäische Werbekunden ab
Der Facebook-Konzern erhebt künftig Zusatzgebühren zwischen zwei und fünf Prozent auf Werbebuchungen in Europa.

Meta, der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, gibt die Kosten europäischer Digitalsteuern direkt an seine Werbekunden weiter. Das US-Unternehmen bestätigte am Dienstag entsprechende Aufschläge von zwei bis fünf Prozent – je nach Land. Betroffen sind Werbeformate wie Bilder und Videos auf allen drei Plattformen.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen und verweist auf branchenübliche Praxis. Tatsächlich ist Meta nicht allein: Auch Google-Mutter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und der E-Commerce-Riese Amazon geben Digitalsteuerkosten bereits an ihre Kunden weiter. Erstmals berichtet hatte über die neuen Meta-Gebühren die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Digitalsteuern im Visier der USA
Länder wie Großbritannien, Frankreich und die Türkei erheben von internationalen Technologiekonzernen eine Abgabe auf den im jeweiligen Land erzielten Umsatz. Washington reagiert darauf mit scharfer Kritik, da viele der betroffenen Unternehmen ihren Sitz in den USA haben. US-Präsident Donald Trump drohte Staaten mit Digitalsteuer bereits mit zusätzlichen Strafzöllen.
Auch in Deutschland ist die Diskussion über eine solche Abgabe in vollem Gange, ohne dass bislang konkrete Beschlüsse gefallen sind. Für Werbetreibende hierzulande bedeutet die Entwicklung: Sollte Deutschland eine Digitalsteuer einführen, dürften die großen Plattformen auch diese Kosten rasch weitergeben. Anleger, die in Meta, Alphabet oder Amazon investiert sind, sollten die Debatte daher genau verfolgen – sie zeigt, wie geschickt die Konzerne regulatorischen Druck auf Dritte abwälzen können.
