Mark Walter will WNBA-Klub Los Angeles Sparks verkaufen
Der Guggenheim-Mitbegründer setzt den Abbau seines Sportimperiums fort – die Gespräche sind vertraulich.

Mark Walter will die WNBA-Mannschaft Los Angeles Sparks verkaufen. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg. Für den Mitbegründer des Vermögensverwaltungskonzerns Guggenheim Partners ist es ein weiterer Schritt beim Abbau seines Sportteam-Imperiums.
Die Gespräche sind vertraulich, weshalb die genannten Personen auf Anonymität bestanden. Namen möglicher Interessenten nennt die Quelle nicht. Klar ist jedoch: Joshua Kushner und Bob Iger, die die Los Angeles Lakers übernommen haben, zählen nicht zu den potenziellen Käufern der Sparks.
Die WNBA-Mannschaft war beim Verkauf der Lakers in Walters Besitz verblieben. Kushner und Iger hatten später Gespräche über den Erwerb der Sparks geführt. Diese Gespräche führten jedoch nicht dazu, dass die beiden heute zu den potenziellen Käufern zählen.
Die Details
Im Zentrum steht Mark Walter, Mitbegründer des Vermögensverwaltungskonzerns Guggenheim Partners. Die Lakers hatte er Anfang dieses Jahres im Rahmen einer Bewertung in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar an Joshua Kushner und Bob Iger verkauft. Die WNBA-Mannschaft Los Angeles Sparks verblieb damals weiterhin in seinem Besitz – ein Detail, das den aktuellen Verkaufsprozess erklärt.
Kushner und Iger hatten nach dem Lakers-Deal Gespräche über den Erwerb der Sparks geführt. Nach Angaben der mit der Angelegenheit vertrauten Personen gehören sie aber nicht zum Kreis der potenziellen Käufer. Wer stattdessen interessiert ist, bleibt offen. Die Vertraulichkeit der Verhandlungen ist der ausdrückliche Grund dafür, dass die Gesprächspartner anonym bleiben wollten.
Für deutsche Anleger ist wichtig: Bei dem Vorgang handelt es sich um einen privaten Verkauf eines Sportfranchises. Es gibt keine börsennotierte Gesellschaft, deren Aktie direkt von der Transaktion betroffen wäre. Die Bedeutung liegt vielmehr in der Bewertungsdynamik im US-Profisport, die Walter nun auch für sein WNBA-Engagement nutzt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 13.08.2026 berichtete aktien.news, dass Bob Iger und Joshua Kushner die Mehrheitsanteile an den Los Angeles Lakers übernehmen. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person bewertete der Deal das NBA-Franchise mit 12,5 Milliarden US-Dollar. Verkäufer war Mark Walter, der die Lakers zuvor im Oktober zu einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar erworben hatte – der Wert des Teams stieg damit innerhalb weniger Monate um 25 Prozent.
Ebenfalls am 13.08.2026 meldete aktien.news, dass Iger und Kushner gemeinsam an einem milliardenschweren Deal im US-Profisport arbeiteten. Das Volumen des potenziellen Geschäfts sollte bei rund 12,5 Milliarden US-Dollar liegen. Ursprünglich hatten die beiden den gesamten Sommer über intensiv an einem anderen Projekt gearbeitet: einem Gebot für ein neues Expansion-Team der National Basketball Association (NBA) in Las Vegas.
Am 13.08.2026 berichtete aktien.news zudem über die Finanzlage von Walters Investmentvehikel. TWG Global führte demnach Gespräche mit mehreren Investmentfirmen über eine Kapitalaufnahme. Ziel war es, Kredite in den Büchern seiner Versicherungsgesellschaften zu tilgen, die ins Visier des US-Justizministeriums (Department of Justice, DOJ) geraten sind. Die Gespräche waren vertraulich, die Quellen blieben anonym.
Am 19.09.2026 folgte ein weiterer Bericht von aktien.news über die Pläne der Lakers-Käufer. Eine Investorengruppe unter Führung von Joshua Kushners Thrive Capital und dem ehemaligen Disney-CEO Bob Iger will die Bewertung des Basketballteams innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 30 Milliarden US-Dollar steigern. Das ging aus einer vertraulichen Investoren-Präsentation hervor, die dem Wall Street Journal vorlag. Erst im Vormonat hatte die Gruppe einen Kaufvertrag mit dem bisherigen Eigentümer Mark Walter zu einer Bewertung von 12,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Zur Person Bob Iger ist aus den früheren Berichten bekannt: Der 75-jährige Iger war Anfang des Jahres nach rund 20 Jahren in zwei Amtszeiten als CEO von Disney zurückgetreten und Anfang 2025 dem Venture-Capital-Unternehmen Thrive Capital beigetreten – der von Kushner gegründeten und geleiteten Investmentfirma. Diese Verbindung erklärt, warum die beiden Geschäftsmänner im US-Sport gemeinsam auftreten.
Was das für Anleger bedeutet
Der Verkauf der Los Angeles Sparks ist kein Kapitalmarktereignis im engeren Sinne. Weder Guggenheim Partners noch TWG Global sind als börsennotierte Vehikel direkt mit dem Franchise verknüpft, und die Transaktion selbst wird privat abgewickelt. Deutsche Privatanleger können daraus keine unmittelbare Handelsentscheidung ableiten – und sollten das auch nicht.
Interessant ist der Vorgang dennoch als Signal. Die Bewertungssprünge im US-Profisport – von 10 Milliarden Dollar auf 12,5 Milliarden US-Dollar bei den Lakers innerhalb weniger Monate, dazu die Zielmarke von mindestens 30 Milliarden US-Dollar innerhalb von zehn Jahren – zeigen, wie Sportfranchises in den USA zunehmend als Finanzanlagen behandelt werden. Medienrechte, Streaming-Deals und Markenwert treiben diese Entwicklung.
Ein zweiter Aspekt betrifft die Risikoseite. Die Gespräche von TWG Global über eine Kapitalaufnahme zur Tilgung von Krediten bei Versicherungsgesellschaften, die ins Visier des DOJ geraten sind, verdeutlichen, dass Walters Engagement nicht nur sportlich, sondern auch bilanziell zu lesen ist. Der Verkauf der Sparks fügt sich in dieses Muster des Abbaus von Beteiligungen ein.
Ausblick
Konkrete Termine für einen Verkauf der Sparks nennt die Quelle nicht. Die Verhandlungen laufen vertraulich, ein Käufer ist nicht bekannt. Auch eine Frist für den Abschluss der Transaktion wird nicht genannt.
Klarer sind die Pläne auf der Lakers-Seite. Die Investorengruppe um Thrive Capital und Bob Iger will die Bewertung des Basketballteams innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 30 Milliarden US-Dollar steigern. Grundlage ist eine vertrauliche Investoren-Präsentation, die dem Wall Street Journal vorliegt. Ob und wann sich diese Zielmarke realisieren lässt, ist offen.
Kurz erklärt
- WNBA: Die Women's National Basketball Association ist die höchste Profiliga im US-Frauenbasketball und umfasst mehrere Franchise-Teams.
- Franchise: Ein Franchise ist ein Profisportteam, das als eigenständiges Wirtschaftsgut gehandelt und bewertet wird.
- Bewertung: Die Bewertung beschreibt den rechnerischen Gesamtwert eines Unternehmens oder Teams, unabhängig davon, ob Anteile tatsächlich verkauft werden.
- DOJ: Das Department of Justice ist das US-Justizministerium und die zentrale Bundesbehörde für Straf- und Zivilverfahren in den Vereinigten Staaten.
- Thrive Capital: Thrive Capital ist ein Venture-Capital-Unternehmen, das von Joshua Kushner gegründet wurde und geleitet wird.
