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US-Soldat nutzte Geheimdienstinfos für Wetten auf Maduro-Festnahme

Ein US-Elitesoldat soll mit klassifizierten Militärinformationen auf Prediction-Markets rund 410.000 Dollar verdient haben.

3 Min
US-Soldat nutzte Geheimdienstinfos für Wetten auf Maduro-Festnahme

Ein US-amerikanischer Elitesoldat steht vor Gericht, weil er geheime Militärinformationen genutzt haben soll, um auf Prediction-Market-Plattformen zu wetten und dabei erhebliche Gewinne zu erzielen. Der Fall erschüttert das Vertrauen in die aufstrebende Branche der Vorhersagemärkte und wirft grundlegende Fragen zur Marktintegrität auf.

Gannon Ken Van Dyke, 38 Jahre alt, ist Master Sergeant der US Army Special Forces und war am Stützpunkt Fort Bragg in North Carolina stationiert. Laut Anklageschrift, die vor dem US-Bezirksgericht in Manhattan entsiegelt wurde, war Van Dyke direkt an der Planung und Durchführung der sogenannten „Operation Absolute Resolve" beteiligt – jener Mission, die im Januar 2026 zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores führte.

Das US-Justizministerium (DOJ) wirft Van Dyke vor, am 8. Dezember 2025 eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet zu haben, die ihm den Zugang zu sensiblen Informationen über US-Militäroperationen in der westlichen Hemisphäre bestätigte. Nur wenige Wochen später, am 26. Dezember, soll er ein Konto auf der Prediction-Market-Plattform Polymarket eröffnet haben.

Die Wetten und die Gewinne

Zwischen dem 27. Dezember und dem 2. Januar soll Van Dyke insgesamt rund 33.000 US-Dollar auf 13 verschiedene Verträge gesetzt haben. Seine Wetten zielten darauf ab, dass US-Streitkräfte in Venezuela einmarschieren und Maduro bis zum 31. Januar 2026 aus dem Amt entfernt werden würde. Nach der erfolgreichen Festnahme Maduros und seiner Frau erzielte Van Dyke damit Gewinne von rund 410.000 US-Dollar. Besonders auffällig: Allein am 2. Januar – einen Tag vor dem Angriff auf Caracas – soll er über 26.000 Dollar investiert haben.

Nach der Operation wurde Van Dyke auf dem Flugzeugträger USS Iwo Jima fotografiert, auf dem die Festgenommenen festgehalten wurden. Als Medienberichte über verdächtige Handelsaktivitäten auftauchten, soll er versucht haben, seine Identität zu verschleiern und seine Gewinne über ein ausländisches Kryptowährungs-Wallet zu transferieren, bevor er sie auf ein neues Brokerage-Konto überwies.

Van Dyke sieht sich mit einer Reihe schwerwiegender Anklagepunkte konfrontiert:

  • Unerlaubte Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen zum persönlichen Vorteil
  • Diebstahl nicht-öffentlicher Regierungsinformationen
  • Rohstoffbetrug (Commodities Fraud)
  • Drahtbetrug (Wire Fraud)
  • Beteiligung an einer rechtswidrigen Geldtransaktion

Im Falle einer Verurteilung wegen des schwersten Anklagepunkts – Drahtbetrug – drohen Van Dyke bis zu 20 Jahre Haft, zuzüglich weiterer Strafen für die übrigen Anklagepunkte.

Regulierungsbehörden und politische Reaktionen

Parallel zur strafrechtlichen Verfolgung hat die US-Rohstoffterminbörsenaufsicht CFTC (Commodity Futures Trading Commission) eine zivilrechtliche Klage gegen Van Dyke eingereicht und wirft ihm Verstöße gegen den Commodity Exchange Act vor. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche betonte, das Vertrauen des Militärs in seine Soldaten beim Umgang mit klassifizierten Informationen sei von höchster Bedeutung: „Unsere Männer und Frauen in Uniform werden mit klassifizierten Informationen betraut, um ihre Mission so sicher und effektiv wie möglich zu erfüllen, und es ist ihnen untersagt, diese hochsensiblen Informationen für persönlichen finanziellen Gewinn zu nutzen."

Polymarket, die Plattform, auf der Van Dyke seine Wetten platziert haben soll, bestätigte die Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden. Das Unternehmen erklärte, es habe die verdächtigen Handelsaktivitäten selbst identifiziert und den Fall an das DOJ weitergeleitet. „Insiderhandel hat auf Polymarket keinen Platz. Die heutige Verhaftung beweist, dass das System funktioniert", so das Unternehmen, das gleichzeitig auf die jüngst eingeführten verschärften Marktintegritätsregeln hinwies.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich während einer Pressekonferenz zu dem Vorfall und verglich Van Dykes Handeln mit dem berüchtigten Fall des Baseballspielers Pete Rose, der auf seine eigene Mannschaft gewettet hatte. Trump zeigte sich skeptisch gegenüber der Verbreitung von Wettplattformen und erklärte: „Die ganze Welt ist leider zu einer Art Kasino geworden." Der Präsident bestätigte zudem, dass White House-Mitarbeiter angewiesen wurden, derartige Plattformen nicht zu nutzen.

Signalwirkung für den Prediction-Market-Sektor

Der Fall Van Dyke fällt in eine Zeit, in der Prediction Markets wie Polymarket und Kalshi stark an Popularität gewonnen haben. Gleichzeitig häufen sich regulatorische Eingriffe: Kalshi hatte zuletzt drei Kongresskandidaten suspendiert und mit Geldstrafen belegt, weil diese angeblich „politischen Insiderhandel" im Zusammenhang mit ihren eigenen Wahlkampagnen betrieben hatten.

US-Staatsanwalt Jay Clayton machte deutlich, dass Prediction Markets „keine Zuflucht für die Nutzung von missbräuchlich angeeigneten vertraulichen oder klassifizierten Informationen zum persönlichen Vorteil" seien. Die Bundesbehörden signalisieren damit unmissverständlich, dass sie bestehende Gesetze zu nationaler Sicherheit und Finanzmarktintegrität konsequent auch auf diese neue digitale Anlageklasse anwenden werden. Der Fall wird vor demselben Gericht in Manhattan verhandelt, vor dem auch Maduro und Flores wegen Narco-Terrorismus und Waffendelikten angeklagt sind.

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