Lynas Rare Earths steigert Seltenerdoxid-Produktion um 67 Prozent
Der australische Seltenerd-Konzern Lynas meldet für das dritte Quartal 2026 eine Produktion von 3.200 Tonnen REO und einen Umsatzsprung von 115 Prozent.

Lynas Rare Earths, das an der australischen Börse ASX notierte Bergbauunternehmen, hat für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 (Ende 31. März) eine deutlich gesteigerte Produktion von Seltenerdoxiden (REO) gemeldet. Mit 3.200 Tonnen REO übertrifft das Unternehmen das Vorjahresquartal mit 1.911 Tonnen um rund 67 Prozent. Auch gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal, in dem 2.383 Tonnen produziert wurden, zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend.
Der erzielte Umsatz im Berichtsquartal beläuft sich auf 265 Millionen Australische Dollar. Lynas verkaufte im selben Zeitraum 3.100 Tonnen REO und erzielte dabei einen Durchschnittspreis von 84,60 Australischen Dollar pro Kilogramm. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Umsatzanstieg von 115 Prozent – ein bemerkenswertes Wachstum in einem Markt, der für die globale Technologie- und Rüstungsindustrie von strategischer Bedeutung ist.
Produktionsschwerpunkt auf Neodym und Praseodym
Lynas betreibt zwei zentrale Produktionsstandorte: eine Mine mit Konzentrationsanlage in Mount Weld, Westaustralien, sowie das Lynas Advanced Materials Plant im malaysischen Kuantan. Von den 3.200 Tonnen REO im Berichtsquartal entfielen 1.996 Tonnen auf Neodym und Praseodym – zwei Schlüsselelemente für die Herstellung von Hochleistungsmagneten, die in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und zahlreichen Elektronikprodukten eingesetzt werden. Weitere 8 Tonnen entfielen auf Dysprosium und Terbium, die ebenfalls zur Gruppe der schweren Seltenen Erden zählen und besonders in Hochtemperaturanwendungen gefragt sind.
Ein besonderes Highlight des Quartals ist die erstmalige Produktion von Samariumoxid im März. Dieser Rohstoff ist bei Kunden für den Einsatz in Hochleistungsmagneten für die Elektronik- und Luftfahrtbranche sowie in optischen, katalytischen und medizinischen Anwendungen gefragt. Mit dieser Erstproduktion positioniert sich Lynas als kommerzieller Produzent und Lieferant sowohl von leichten als auch von schweren Seltenen Erden – eine Kombination, die das Unternehmen im globalen Wettbewerb weiter stärkt.
Lieferketten stabil, Energiewende in Planung
Angesichts globaler Unsicherheiten in Lieferketten bestätigt Lynas, dass mit Stand vom 21. April keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Betriebsabläufe festgestellt wurden. Das Unternehmen überwacht aktiv seine Versorgung mit Verbrauchsmaterialien, einschließlich Kraftstoffen, um die Produktion stabil zu halten.
Für die Zukunft plant Lynas eine Umstellung des Kraftwerks am Standort Mount Weld von Dieselbetrieb auf eine hybride Lösung auf Basis erneuerbarer Energien. Diese Maßnahme soll den Kraftstoffverbrauch der Mine dauerhaft senken und ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Für Investoren und Beobachter des Seltenerdsektors unterstreicht diese Entwicklung das Bestreben von Lynas, nicht nur produktionsseitig zu wachsen, sondern auch ökologisch verantwortungsvoller zu agieren.
Seltene Erden gelten weltweit als kritische Rohstoffe, da sie für zahlreiche Zukunftstechnologien unverzichtbar sind. China dominiert traditionell die globale Produktion und Verarbeitung dieser Elemente. Lynas ist eines der wenigen Unternehmen außerhalb Chinas, das eine vollständige Wertschöpfungskette von der Mine bis zum verarbeiteten Seltenerdprodukt betreibt – was dem Unternehmen eine strategisch wichtige Rolle in der Diversifizierung globaler Lieferketten verleiht.
